Hitze, Magen-Darm

Hitze und Magen-Darm: Jeder Hitzetag erhöht Risiko um 4,7%

20.06.2026 - 12:34:15 | boerse-global.de

Hohe Temperaturen erhöhen das Risiko fĂŒr Magen-Darm-Erkrankungen deutlich. Mediziner geben Tipps zur ErnĂ€hrung und warnen vor Medikamentenrisiken.

Hitze belastet Magen-Darm: Risiko steigt um 4,7 Prozent
Hitze - Ein Glas Wasser mit Zitrone auf einem Tisch; im verschwommenen Hintergrund hĂ€lt sich eine Person leicht den Bauch. Symbolisiert Hydrierung und Magenprobleme. 20.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Daten aus Juni 2026 zeigen: Hohe Temperaturen greifen auch den Magen-Darm-Trakt an. Jeder zusĂ€tzliche Hitzetag erhöht das Risiko fĂŒr eine Magen-Darm-Erkrankung um 4,7 Prozent.

Sommergrippe und Kreislauf: Die unterschÀtzten Gefahren

Neben Durchfall und Übelkeit warnt die Medizin vor der sogenannten Sommergrippe. Enteroviren lösen sie aus – mit Halsschmerzen, Husten und BauchkrĂ€mpfen. Die Devise der Ärzte: Ruhe bewahren und Schonkost essen. Hausmittel wie Gurgeln, Honig und viel Trinken helfen.

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Trinken, aber richtig: Was wirklich hilft

Erwachsene sollten tĂ€glich zwei bis drei Liter zu sich nehmen – mindestens ein Glas pro Stunde. Ideal sind Leitungswasser, ungesĂŒĂŸte Tees und Saftschorlen im VerhĂ€ltnis 1:3. Die GetrĂ€nke sollten lauwarm oder leicht gekĂŒhlt sein, nicht eiskalt.

Finger weg von unverdĂŒnnten SĂ€ften, Limonaden und Cola. Sie fördern EntzĂŒndungen und begĂŒnstigen Nierensteine. ErnĂ€hrungsmediziner Dr. Matthias Riedl warnt zudem vor ĂŒbermĂ€ĂŸigen Elektrolyt-GetrĂ€nken: „Viel hilft viel“ kann hier gefĂ€hrlich werden.

Leichte Kost und angepasste Medikamente

Kliniken stellen um. Das Uniklinikum Cottbus bietet in seiner Kantine leichtere Speisen an. Chefarzt Matthias Fehr empfiehlt mehrere kleine Mahlzeiten am Tag – bevorzugt wasserreiches Obst und GemĂŒse.

Wer Medikamente nimmt, sollte jetzt besonders aufpassen. Die Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde (ABDA) rĂ€t: Wirkstoffpflaster können bei Hitze Überdosierungen auslösen, entwĂ€ssernde Tabletten erhöhen das Austrocknungsrisiko. Diabetiker sind besonders gefĂ€hrdet – Insulin wirkt bei Hitze schneller und steigert die Unterzuckerungsgefahr. Lagern Sie Insulin nicht ĂŒber 30 Grad.

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Hitzetag kostet Wirtschaft 431 Millionen Euro

Die Folgen sind auch ökonomisch messbar. Eine Prognos-Analyse beziffert die Kosten eines einzigen Hitzetags auf rund 431 Millionen Euro – plus 76.500 zusĂ€tzliche Fehltage.

Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann fordert Arbeitgeber zum Handeln auf: flexible Arbeitszeiten, angepasste Pausen, Trinkwasserspender und kĂŒhle RĂŒckzugsrĂ€ume. In Jena gibt es solche Konzepte bereits. Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz und Arbeitsministerin Heike Hofmann rufen zu mehr PrĂ€vention auf. Das Bundesarbeitsministerium sieht derzeit keinen gesetzlichen Handlungsbedarf.

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