Hochverarbeitete, Nahrung

Hochverarbeitete Nahrung: 47 Prozent höheres Herzrisiko in einer Auswertung

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen verbinden verarbeitetes Fleisch mit erhöhten Risiken; für hochverarbeitete Lebensmittel insgesamt zeigt sich kein einheitlicher Zusammenhang.
Nahaufnahme von gesunden Lebensmitteln wie Leinsamen, Walnüssen und Quinoa auf einer rustikalen Holzoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Der regelmäßige Konsum verarbeiteter Fleischprodukte steht zunehmend im Fokus der biomedizinischen Forschung. Berichte warnen vor erheblichen gesundheitlichen Folgen durch verarbeitete Fleischerzeugnisse und Wurstwaren, die das Risiko für chronische Stoffwechselerkrankungen und Entzündungsprozesse im Körper steigern können.

Fachleute verweisen darauf, dass diese Lebensmittel die Bildung von Arachidonsäure fördern und als entzündungsfördernd gelten. Eine ernährungsbedingte Regeneration des Organismus könne Monate in Anspruch nehmen, wobei zudem auf einen Ausgleich des Vitamin-B12-Spiegels zu achten sei.

Entzündungsprozesse und differenzierte Risiken

Neben verarbeitetem Fleisch zählen unter anderem Alkohol, Milchprodukte mit gesättigten Fettsäuren, Omega-6-Fettsäuren aus Pflanzenölen wie Mais- oder Sonnenblumenöl sowie Weizenprodukte, raffiniertes Salz und Zucker zu den potenziell entzündungsfördernden Nahrungsmitteln.

Für Zucker empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Erwachsenen eine Höchstmenge von maximal 25 Gramm pro Tag, was rund sechs Teelöffeln entspricht. Als entzündungshemmende Alternativen werden Nahrungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren wie Lachs, Leinsamen und Walnüsse sowie Getreidearten wie brauner Reis, Quinoa und Dinkel angeführt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass hochverarbeitete Lebensmittel nicht pauschal denselben Effekt haben. Eine im Fachjournal PLOS Medicine veröffentlichte internationale Untersuchung auf Basis von Daten des QIMR Berghofer Medical Research Institute untersuchte über 460.000 Erwachsene in den USA im Alter von 50 bis 71 Jahren über einen Zeitraum von fast 20 Jahren mit insgesamt 10.075 erfassten Darmkrebsfällen.

Anzeige

Warum fühlen Sie sich ständig müde und haben Schmerzen? Stille Entzündungen könnten der Grund sein. Ein kostenloser Selbsttest verrät, ob Ihr Körper heimlich unter Entzündungen leidet – und was Sie dagegen tun können. Entzündungshemmende Ernährung: Den kostenlosen Ratgeber hier anfordern

Zwar ergab sich kein genereller Zusammenhang zwischen der Gesamtmenge hochverarbeiteter Nahrungsmittel und dem Darmkrebsrisiko, doch verarbeitetes Fleisch wie Hot Dogs oder Sandwich-Fleisch wies ein deutlich erhöhtes Risiko auf.

Vollkornprodukte, Ballaststoffe und Milchprodukte aus dieser Kategorie waren dagegen mit einem niedrigeren Risiko assoziiert. Der Ersatz von 10 Prozent hochverarbeiteter Produkte durch minimal verarbeitete Lebensmittel ging in der Untersuchung mit einer um 2 Prozent geringeren Darmkrebs-Inzidenz einher.

Auswirkungen auf Stoffwechsel und Darmerkrankungen

Auch eine Analyse von Garrett M. Broad von der Rowan University verdeutlichte konsistente Zusammenhänge zwischen zuckerhaltigen Getränken sowie verarbeitetem Fleisch und erhöhten Risiken für Herz- und Schlaganfälle.

Philipp Schütz, Präsident der Eidgenössischen Ernährungskommission, verwies darauf, dass rund 100 wissenschaftliche Studien Zusammenhänge zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Fleischwaren, Süssgetränken und Frühstückscerealien und einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bestimmte Krebsarten belegen.

Anzeige

Wer sich mit dem Einfluss der Ernährung auf den Stoffwechsel befasst, sollte auch die Bedeutung seiner Blutwerte genau kennen. Dieser kostenlose Report erklärt, welche Werte für Ihre Gesundheit wirklich wichtig sind – und welche oft überbewertet werden. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck sichern

Zudem betonte Raquel Analia González vom Hospital Alemán in Buenos Aires auf der Fachtagung UEG Week Barcelona 2026, dass übermässiger Konsum verarbeiteter Produkte in Kombination mit Stress bei entsprechender Veranlagung chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa begünstigen könne.

Laut Angaben der Confederación ACCU leiden 56 bis 82 Prozent der Betroffenen an negativen psychischen Folgen, wobei depressive Symptome während akuter Schübe bei bis zu 60 Prozent der Patienten auftreten.

Physiologische Reaktionen im Fokus

Wie unmittelbar verarbeitete Produkte auf den Stoffwechsel wirken, zeigte eine randomisierte kontrollierte Crossover-Studie unter Leitung von Zach Hutelin von der Virginia Tech im Fachjournal Nature Metabolism.

Bei 57 gesunden, normalgewichtigen Erwachsenen führte eine hochverarbeitete Mahlzeit im Vergleich zu einer nährstoff- und kalorienäquivalenten unverarbeiteten Mahlzeit zu einer signifikant höheren Insulinausschüttung über drei Stunden sowie zu einer reduzierten Verbrennung von Kohlenhydraten, während die Blutzuckerreaktion gleich blieb.

Ergänzend zeigte eine Untersuchung der Florida Atlantic University anhand von NHANES-Daten von 4.787 Erwachsenen, dass die Gruppe mit dem höchsten Konsum hochverarbeiteter Nahrung ein um 47 Prozent höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall aufwies als die Gruppe mit dem geringsten Konsum. Fachleute betonen dabei jedoch regelmäßig, dass derartige Beobachtungsdaten statistische Zusammenhänge, aber keine direkten Kausalitäten nachweisen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70386663 |