Hörvermögen im Alter: Mehr Eiweiß in der Lebensmitte senkt das Risiko um 37 Prozent
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deErnährungsgewohnheiten im mittleren Lebensalter könnten einen messbaren Einfluss auf das Risiko haben, im späteren Leben Einbußen des Hörvermögens zu erleiden. Zu diesem Schluss kommt eine wissenschaftliche Untersuchung von Forschenden der Universidad Autónoma de Madrid, der Johns Hopkins University sowie der New York University.
Die im Fachjournal The Journals of Gerontology: Series A veröffentlichte Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Makronährstoffen und der langfristigen auditiven Gesundheit.
Langzeitbeobachtung über bis zu 30 Jahre
Grundlage der Untersuchung bildeten Daten aus dem US-Forschungsprojekt ARIC, einer umfassenden Studie zum Arteriosklerose-Risiko in Gemeinden. Die Forschenden analysierten die Datensätze von insgesamt 2.773 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Zu Beginn der Erhebungen befanden sich die beobachteten Personen im mittleren Alter zwischen 45 und 64 Jahren.
Ein wesentliches Merkmal der Auswertung ist der lange Betrachtungszeitraum: Der Nachbeobachtungszeitraum umfasste bis zu 30 Jahre. Dadurch ließen sich langfristige Veränderungen der Hörfähigkeit im Alter mit den zuvor im mittleren Lebensabschnitt erfassten Ernährungsgewohnheiten in Beziehung setzen.
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Signifikante Unterschiede bei Protein- und Fettzufuhr
Im Zentrum der Ergebnisse steht der Zusammenhang zwischen bestimmten Nährstoffgruppen und dem Auftreten von Hörproblemen. Insbesondere bei der Aufnahme von Proteinen zeigten sich deutliche Unterschiede: Eine höhere Gesamtaufnahme von Eiweiß war mit einer um 37 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Hörverlusts verbunden. Dieser statistische Zusammenhang ergab sich aus dem direkten Vergleich zwischen der Gruppe mit der höchsten und jener mit der niedrigsten Proteinzufuhr.
Der beobachtete Effekt zeigte sich dabei über verschiedene Schweregrade hinweg und umfasste leichte, mittlere sowie schwerere Fälle von Hörverlust gleichermaßen.
Gegenläufige Effekte beobachteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hingegen beim Konsum von Fetten. Eine höhere Gesamtfettaufnahme war in der Analyse mit schlechteren Hörwerten assoziiert. Umgekehrt ging ein fettarmes Ernährungsmuster mit einer geringeren Häufigkeit von Hörverlusten einher.
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Notwendigkeit weiterführender Forschung
Die Ergebnisse der drei beteiligten Forschungseinrichtungen liefern Anhaltspunkte dafür, dass gezielte Ernährungsmuster bereits ab dem mittleren Lebensalter zur Erhaltung der sensorischen Fähigkeiten im höheren Alter beitragen könnten.
Dennoch weisen die Autorinnen und Autoren der Studie darauf hin, dass diese Beobachtungen eingehender validiert werden müssen. Sie fordern daher weitere Studien, um die festgestellten Befunde und die zugrundeliegenden Mechanismen in künftigen Untersuchungen abzusichern und zu bestätigen.
