Hongkong, SMS-Codes

Hongkong verbietet SMS-Codes: Neue Regeln für Kryptoplattformen

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

AT&T, T-Mobile und Verizon setzen auf netzwerkbasierte Nummernprüfung gegen den steigenden Identitätsbetrug.

US-Telekomriesen ersetzen SMS-Codes durch neue Authentifizierung
Leuchtendes digitales Vorhängeschloss über einem Netzwerk aus Linien und Punkten, verschwommene Hände mit Smartphones im Hintergrund, symbolisiert sichere Authentifizierung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Drei der größten US-Telekommunikationsanbieter rüsten ihre Authentifizierungssysteme um. SMS-basierte Einmalpasswörter sollen der Vergangenheit angehören.

Die Unternehmen AT&T, T-Mobile US und Verizon integrieren die Number Verification API des Gemeinschaftsunternehmens Aduna in ihre Netze. Das System prüft die Echtheit einer Mobilfunknummer direkt über die Netzinfrastruktur – ohne den Umweg über eine Textnachricht. Entwickelt wurde die Lösung von Aduna, einem Joint Venture des Netzwerkausrüsters Ericsson mit mehreren globalen Mobilfunkanbietern. Die Technologie funktioniert betriebssystemübergreifend und auch über WLAN-Verbindungen.

Milliardenverluste durch Identitätsbetrug

Der Schritt ist eine Reaktion auf die dramatische Zunahme digitaler Identitätsverbrechen. Nach Angaben der US-Verbraucherschutzbehörde FTC meldeten amerikanische Verbraucher für das Jahr 2025 Verluste durch Betrug in Höhe von umgerechnet rund 14,8 Milliarden Euro. Die Mobilfunknummer gilt dabei als einer der sichersten digitalen Ausweise, die derzeit verfügbar sind. Der Verzicht auf SMS-Codes soll vor allem Risiken durch KI-gesteuerten Identitätsdiebstahl und Phishing-Angriffe reduzieren.

Internationale Dynamik bei der Authentifizierung

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Die Abkehr von unsicheren SMS-Verfahren gewinnt weltweit an Fahrt. In Kanada führte Vonage kürzlich eine sogenannte „stille Authentifizierung" sowie SIM-Swap-Erkennung ein. Ermöglicht wurde dies durch Aduna und EnStream – ein Gemeinschaftsunternehmen der kanadischen Anbieter Bell, Rogers und TELUS. Die kanadische Betrugsbekämpfungsbehörde meldete für 2025 mehr als 33.000 Fälle von Identitätsbetrug mit Schäden von umgerechnet rund 500 Millionen Euro. Besonders alarmierend: Die Zahl der SIM-Swap-Vorfälle verzehnfachte sich.

Regulierungsdruck aus Hongkong

Auch die Aufsichtsbehörden verschärfen ihre Anforderungen. Die Hongkonger Wertpapier- und Börsenaufsicht SFC erließ am 9. Juli eine Richtlinie, die Kryptoplattformen und Broker dazu verpflichtet, SMS-Einmalpasswörter durch phishing-resistente Alternativen wie Passkeys oder Gerätebindung zu ersetzen. Die meisten Unternehmen haben zwölf Monate Zeit für die Umstellung. Große Broker müssen die Änderungen jedoch sofort umsetzen. Besonders brisant: Nach den neuen Regeln können Führungskräfte persönlich haftbar gemacht werden, wenn Kunden durch mangelhafte Authentifizierungskontrollen Verluste erleiden.

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Hardware-Hersteller setzen auf Umgebungsprüfung

Neben der netzwerkbasierten Verifikation arbeiten auch Hardwarehersteller an neuen Sicherheitskonzepten. Huawei hat kürzlich eine kollaborative Authentifizierungsfunktion eingeführt. Die Technologie nutzt nahegelegene verbundene Geräte wie Kopfhörer oder Smart-Brillen, um die Identität des Nutzers zu bestätigen. Durch dieses näherungsbasierte Vertrauenssystem können Sprachbefehle ausgeführt oder bestimmte Funktionen freigegeben werden, ohne dass der Nutzer sein Gerät manuell entsperren muss. Die Methode verbindet Komfort mit einer zusätzlichen Sicherheitsebene durch Zweitgeräte.

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