Hormone, DGE

Hormone im Alter: DGE warnt vor Wachstumshormonen als Verjüngungsmittel

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 00:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DGE sieht keinen belegten Anti-Aging-Nutzen von Hormongaben und empfiehlt Bewegung sowie moderaten Sport für gesundes Altern.

Hormone und Anti-Aging: Was Studien zu Therapien und Präparaten zeigen
Ein blühender Kirschbaumzweig im weichen Morgenlicht als Symbol für den natürlichen Alterungsprozess. Illustration mit AI erstellt.

Gesundheitsbeiträge und medizinische Fachgesellschaften analysieren verstärkt die Faktoren für ein langes Leben sowie die hormonellen Veränderungen, die sowohl Frauen als auch Männer im Verlauf des Alterungsprozesses durchlaufen. Neben den biologischen Umbrüchen stehen dabei oft auch Behandlungsmöglichkeiten, Nahrungsergänzungsmittel und der tatsächliche Nutzen medizinischer Interventionen im Fokus fachlicher Bewertungen.

Hormoneller Wandel im Lebensverlauf

Bei Frauen setzt eine graduelle Veränderung der Hormonlage oft früher ein als gemeinhin angenommen. Wie Fachärztin Judith Bildau in ihrem Werk beschreibt, verzeichnen Frauen bereits ab dem 35. Lebensjahr einen allmählichen Rückgang der Sexualhormone, insbesondere von Östrogen und Progesteron.

Zu den typischen Folgen gehören Zyklusunregelmäßigkeiten, ein spürbarer Rückgang der Fruchtbarkeit sowie Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen.

Die langfristigen Auswirkungen eines Östrogenmangels auf Knochen und Stoffwechsel sowie die Abgrenzung psychischer Verstimmungen von klinischen Depressionen beleuchtet auch das Gesundheitsmagazin PULSSCHLAG des Klinikums Bielefeld unter Mitwirkung der Gynäkologen Werner Bader und Olga Tarusinov.

Auch Zusammenhänge zwischen dem Zeitpunkt der Menopause und der Alterungsgeschwindigkeit werden in Fachkreisen diskutiert, wie der Gynäkologe Peter Dietz erörtert.

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Bei Männern verläuft der Prozess schleichender: Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) sinkt der Testosteronspiegel ab etwa dem 40. Lebensjahr jährlich um ein bis zwei Prozent. Ein echter hormoneller Mangel mit klinischen Folgen betrifft in Deutschland allerdings lediglich drei bis fünf Prozent der Männer zwischen 60 und 79 Jahren.

Mythen um Hormongaben und Anti-Aging

Hormontherapien werden zuweilen als Mittel gegen das Altern vermarktet. Die DGE hält dem jedoch entgegen, dass substantielle Anti-Aging-Effekte durch Hormongaben wissenschaftlich nicht belegt sind und Langzeitdaten fehlen. Der Mediensprecher der DGE, Matthias M. Weber, ordnet den Hormonabfall vielmehr als Folge und nicht als Ursache des Alterns ein.

Für Präparate wie DHEA belegen hochwertige Studien keine signifikanten Effekte auf metabolische Parameter oder das Wohlbefinden; zudem reichen Risikodaten maximal über einen zweijährigen Beobachtungszeitraum.

Beim Wachstumshormon zeigen placebokontrollierte Studien bei älteren Menschen lediglich einen minimalen günstigen Effekt auf die Fettverteilung, dem dokumentierte Risiken wie Störungen des Zuckerstoffwechsels, Wassereinlagerungen, Gelenkschmerzen und eine mögliche Krebsförderung gegenüberstehen.

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Die DGE rät daher zum vollständigen Verzicht auf Wachstumshormone als Verjüngungsmittel. Auch bei Melatonin stammen versprochene Effekte überwiegend aus hochdosierten Tierversuchen, während positive Wirkungen beim Menschen allenfalls für das Schlafverhalten dokumentiert sind.

Pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzung auf dem Prüfstand

Bei Wechseljahresbeschwerden greifen viele Betroffene zu freiverkäuflichen Produkten. Eine Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test zu sechs pflanzlichen Arzneimitteln und 17 Nahrungsergänzungsmitteln kommt zu dem Schluss, dass Nahrungsergänzungsmittel ohne behördlichen Arzneimittelzulassungsprozess auskommen und ihr Kauf verzichtbar ist.

Zwar legt die S3-Leitlinie zur Peri- und Postmenopause nahe, dass mindestens 30 Milligramm Isoflavone pro Tag Beschwerden lindern können, doch steigen bei Mehrfachkombinationen pflanzlicher Stoffe die Risiken für Wechselwirkungen.

Zugelassene Werbeaussagen zu Vitamin B6, die eine Regulierung der Hormontätigkeit ansprechen, können zudem den tatsächlichen Rückgang von Östrogen und Progesteron weder aufhalten noch ausgleichen.

Besser bewertet Öko-Test pflanzliche Arzneimittel mit Traubensilberkerze oder Rhapontikrhabarberwurzel zur Linderung von Hitzewallungen und Schwitzen. Allerdings fielen drei dieser Arzneimittel durch den Einsatz von Talkum auf, das von der Europäischen Chemikalienagentur als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird; zwei Produkte enthielten das in EU-Lebensmitteln verbotene Titandioxid.

Medizinische Begleitung und Lebensstil

Vor dem Einsatz von Präparaten wird eine individuelle gynäkologische Beratung empfohlen; Frauen mit einer Brustkrebserkrankung sollten gänzlich auf Isoflavon-Präparate verzichten. Als grundlegende und gesicherte Faktoren für ein gesundes Altern empfiehlt die DGE stattdessen regelmäßige Bewegung, moderaten Sport sowie das Halten eines Body-Mass-Index unter 25.

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