Ibuprofen, Blutdruck

Ibuprofen und Blutdruck: Studie misst Anstieg um 3,7 mmHg nach vier Monaten

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen verbinden die regelmĂ€ĂŸige Einnahme von NSAR und Paracetamol mit höheren Blutdruckwerten und möglichen Wechselwirkungen mit Blutdrucksenkern.
Nahaufnahme von medizinischen Tabletten und Kapseln in einer Keramikschale auf einer SteinoberflÀche bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die regelmĂ€ĂŸige Einnahme weit verbreiteter Schmerzmittel kann den Blutdruck signifikant steigern. Fachberichte und klinische Untersuchungen verdeutlichen, dass dieser Effekt insbesondere fĂŒr das Management chronischer Hypertonie von hoher Bedeutung ist.

Da chronische Schmerzen und Bluthochdruck hĂ€ufig gemeinsam auftreten, stellt die Schmerztherapie fĂŒr Betroffene eine therapeutische Herausforderung dar.

Schmerzreize aktivieren Stresshormone wie Adrenalin, was kurzfristig zu einem Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck fĂŒhrt. Werden daraufhin Schmerzmittel eingesetzt, können bestimmte Wirkstoffe den Blutdruck weiter erhöhen oder dessen medikamentöse Kontrolle erschweren.

Ibuprofen und NSAR im Fokus klinischer Untersuchungen

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Naproxen stehen im Zentrum wissenschaftlicher Analysen. Eine Studie des UniversitĂ€tsspitals ZĂŒrich aus dem Jahr 2017 untersuchte 444 Patienten, darunter 408 Personen mit Arthrose und 36 mit rheumatoider Arthritis.

Die Gabe von Ibuprofen in einer Dosierung von 3x600–800 mg/Tag fĂŒhrte nach vier Monaten zu einem Anstieg des Blutdrucks um 3,7 mmHg. In derselben Untersuchung steigerte Naproxen bei einer Dosis von 2x375–500 mg den Blutdruck um 1,6 mmHg, wĂ€hrend Celecoxib bei 2x100–200 mg eine Senkung um 0,3 mmHg bewirkte.

Ibuprofen fördert im Körper die Natrium- und Wassereinlagerung. Als Kontraindikationen fĂŒr den Wirkstoff gelten unter anderem ein unbehandelter Bluthochdruck sowie eine schwere HerzschwĂ€che. Die maximal empfohlene Tagesdosis fĂŒr Erwachsene liegt unter Ă€rztlicher Aufsicht bei 3.200 mg. Eine kontinuierliche NSAR-Nutzung ist mit einem um 30% erhöhten Risiko fĂŒr Herzinsuffizienz verbunden.

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Fachleute aus der Herzmedizin verweisen zudem darauf, dass bei einer regelmĂ€ĂŸigen Einnahmedauer von 1–7 Tagen eine Risikozunahme von 100% fĂŒr einen Herzinfarkt besteht. Die American Heart Association zĂ€hlt Ibuprofen und Naproxen explizit zu den Substanzen, die den Blutdruck steigern können, und rĂ€t bei Hypertonie, Herzinsuffizienz oder Nierenerkrankungen von einer Selbstmedikation ab.

Studienlage zu Paracetamol

Auch Paracetamol bleibt bei Patienten mit Bluthochdruck nicht immer ohne Wirkung auf die GefĂ€ĂŸe. Eine Studie der Hochdruckliga belegte eine Blutdrucksteigerung bei Bluthochdruck-Patienten. BestĂ€tigt wird dies durch eine klinische Crossover-Studie der University of Edinburgh mit 110 Erwachsenen, die an Bluthochdruck litten.

Über einen Zeitraum von zwei Wochen nahmen die Probanden entweder Paracetamol oder ein Placebo ein. Unter der regelmĂ€ĂŸigen Einnahme lag der Blutdruck höher als in der Placebophase. Die Autoren ordneten ein, dass die Studiendauer zu kurz fĂŒr Aussagen ĂŒber Herzinfarkte oder SchlaganfĂ€lle war und entsprechende RisikoschĂ€tzungen auf Projektionen beruhen.

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Die Ergebnisse beziehen sich auf eine tĂ€gliche Einnahme ĂŒber zwei Wochen und nicht auf einzelne Tabletten. Eine weitere klinische Studie mit Hypertonikern verzeichnete ebenfalls einen Blutdruckanstieg bei einer regelmĂ€ĂŸigen Dosis von 4 g Paracetamol/Tag.

Wechselwirkungen und Risiken bei der Behandlung

Bei Begleiterkrankungen wie Gastritis oder Bluthochdruck wird Paracetamol dennoch gegenĂŒber Ibuprofen bevorzugt, da NSAR den Magen reizen, GeschwĂŒre begĂŒnstigen und die Nieren schĂ€digen können. Besondere Vorsicht ist fĂŒr Menschen mit Bluthochdruck, Nierenleiden oder MagengeschwĂŒren geboten.

Zudem schwÀchen NSAR die Wirkung wichtiger Blutdrucksenker ab. Sie beeintrÀchtigen den blutdrucksenkenden Effekt von ACE-Hemmern sowie Sartanen. Werden Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen gemeinsam mit Furosemid verabreicht, verringert sich dessen entwÀssernde Wirkung, was die Nieren zusÀtzlich belastet.

Bei einer einnahmedauer von Schmerzmitteln ĂŒber mehr als zehn Tage oder bei anhaltend erhöhten Blutdruckwerten wird eine Ă€rztliche AbklĂ€rung empfohlen.

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