Intervallfasten: Enge Essfenster verbessern Problemlösung messbar
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Ernährungsforschung rücken Strategien zur Erhaltung der kognitiven Gesundheit im Alter zunehmend in den Fokus. Eine aktuelle Pilotstudie der Rutgers University untersucht in diesem Zusammenhang das Konzept des zeitlich begrenzten Essens (Time-Restricted Eating, TRE) als mögliche Methode, um die geistige Leistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen zu bewahren. Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass die zeitliche Beschränkung der Nahrungsaufnahme über die bloße Gewichtsreduktion hinaus positive Effekte auf spezifische Hirnfunktionen haben könnte.
Untersuchung kognitiver Effekte bei Kalorienrestriktion
Im Rahmen der auf sechs Monate angelegten Studie wurden 47 Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren untersucht, die als übergewichtig oder adipös eingestuft waren. Das Forschungsdesign sah eine Aufteilung in zwei Gruppen vor: Eine Gruppe von 26 Frauen praktizierte ein enges Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme von durchschnittlich 8,2 Stunden, was meist dem Zeitraum zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr entsprach. Die Kontrollgruppe, bestehend aus 21 Frauen, nahm ihre Mahlzeiten in einem Fenster von durchschnittlich 12,3 Stunden ein.
Ein wesentliches Merkmal der Studie war, dass beide Probandinnengruppen ihre tägliche Energiezufuhr um 500 kcal reduzierten. In der Folge verzeichneten beide Gruppen einen signifikanten Gewichtsverlust von rund 7 kg, was etwa 15 Pfund entspricht. Dabei ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen: Die Teilnehmerinnen mit dem kürzeren Zeitfenster verloren im Schnitt 7,5 kg, während die Vergleichsgruppe eine Reduktion von 6,1 kg erreichte.
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Spezifische Verbesserungen bei Planung und Problemlösung
Trotz des ähnlichen Gewichtsverlusts zeigten sich bei den kognitiven Tests deutliche Differenzen. Die Gruppe, die das zeitlich begrenzte Essen praktizierte, erzielte signifikant bessere Ergebnisse bei Aufgaben zur räumlichen Planung und Problemlösung, gemessen durch den sogenannten SOC-Test (p<0,05). Zudem ließ sich bei den Tests zu Gedächtnis und Lernvermögen (PAL-Test) ein positiver Trend mit einer geringeren Fehlerquote feststellen, wenngleich dieser kein statistisch signifikantes Niveau erreichte.
Interessanterweise zeigten die Daten, dass die bloße Verkleinerung des Zeitfensters für die Nahrungsaufnahme als Prädiktor für größere kognitive Verbesserungen fungierte. Dies galt sowohl für die Problemlösungsfähigkeiten als auch für die Ergebnisse der Gedächtnistests. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen konnten hingegen in den Bereichen Reaktionszeit oder Multitasking-Fähigkeit nachgewiesen werden.
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Methodische Einordnung und zukünftiger Forschungsbedarf
Die Ergebnisse der Pilotstudie wurden Ende Juli 2026 als Abstract auf der Jahrestagung der US-Ernährungsgesellschaft (NUTRITION 2026) in National Harbor, Maryland, vorgestellt. Finanziert wurde das Forschungsprojekt durch das US-Landwirtschaftsministerium (USDA).
Studienleiterin Sue Shapses von der Rutgers University verwies darauf, dass es sich um eine Pilotuntersuchung handelt. Die vorliegenden Daten seien bisher keinem Peer-Review-Verfahren unterzogen worden, weshalb die Ergebnisse als vorläufig zu betrachten sind. Dennoch liefern sie eine Grundlage für weiterführende Forschung. Shapses plane bereits eine umfangreichere Studie, um die beobachteten Effekte des Intervallfastens auf die kognitiven Funktionen in einem größeren Maßstab zu validieren und die zugrunde liegenden Mechanismen genauer zu bestimmen. Experten wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass größere Stichproben notwendig sind, um die Repräsentativität der Befunde über die untersuchte Gruppe hinaus sicherzustellen.
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