Studie: FischbestÀnde in Chinas Jangtse-Fluss erholen sich
14.02.2026 - 04:30:05FischbestĂ€nde und Artenvielfalt in Asiens lĂ€ngstem Fluss Jangtse haben sich spĂŒrbar erholt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam in China, wo sich der dort «Chang Jiang» (Langer Strom) genannte Strom ĂŒber 6.300 Kilometer vom westlich gelegenen tibetischen Hochland bis zur Metropole Shanghai an der OstkĂŒste erstreckt.Â
«Der sieben Jahrzehnte wĂ€hrende Verlust von biologischer Vielfalt wurde gestoppt, mit Verbesserungen bei der Fischbiomasse, dem körperlichen Zustand, der Artenvielfalt und einer ersten Erholung der bedrohten Arten», schreiben die Wissenschaftler um Chen Yushun von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften Wuhan im Fachblatt «Science».Â
Darum verbesserten sich die BedingungenÂ
Zur Erholung der jahrzehntelang ausgebeuteten FischbestĂ€nde und Artenvielfalt trug den Fachleuten zufolge maĂgeblich das 2021 wirksam gewordene Gesetz zum Schutz des Jangtse bei, das auch ein Fischereiverbot enthielt. ZusĂ€tzlich veranlassten die Behörden, die WasserqualitĂ€t zu verbessern und die ufernahen Bereiche zu renaturieren. Auch das Schiffverkehrsaufkommen sank.
Die Wissenschaftler verglichen in ihrer Arbeit Daten vor und nach dem Fischereiverbot. Nach dessen Inkrafttreten verdoppelte sich demnach die Fischbiomasse - diese Kennzahl gibt die Gesamtmasse an Fischen in einem Ăkosystem an. Zudem stellten die Forscher fest, dass groĂe Fische, die etwa weiter oben in der Nahrungskette stehen oder wirtschaftlich wertvoll sind, besonders von dem Verbot profitierten, auch weil ihre Ăberlebenschancen stiegen.
Die Rolle des Jangtse in China
Seit der GrĂŒndung der Volksrepublik 1949 bis zum Inkrafttreten der Schutzvorschriften erlebte der Jangtse als wichtige WasserstraĂe auch Schattenseiten der rasanten Entwicklung der chinesischen Wirtschaft. Der Fluss durchquert Metropolen wie Chongqing, von der auch viele Flusskreuzfahrten ablegen, und Millionen-GroĂstĂ€dte wie Wuhan und Nanjing - heute Zentren der chinesischen Industrie. Umweltschutz hatte in der Zeit des Aufstiegs eine untergeordnete Rolle.Â
Einige Tierarten sind unter diesen Bedingungen fĂŒr immer verschwunden, wie die Forscher schreiben. Dazu gehören etwa der Chinesische Flussdelfin (Lipotes vexillifer) oder der Chinesische Schwertstör (Psephurus gladius). Weitere drohen demnach auszusterben.Â
Der Ausblick der Forscher
«Wir bleiben vorsichtig optimistisch, dass diese kurzfristige Erholung der biologischen Vielfalt von Dauer sein wird», schreiben die Forscher. Sie mahnen jedoch, weiterzuforschen und die Entwicklung zu ĂŒberwachen.
Der Fortschritt könnte durch eine Wiederaufnahme der kommerziellen Fischerei oder anhaltende Stressfaktoren fĂŒr LebensrĂ€ume und WasserqualitĂ€t rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden, heiĂt es. Eine weitere Bedrohung sind DĂ€mme wegen ihrer Durchflussregulierung. China erzeugt mit diesen in groĂem Stil Strom. Der wohl bekannteste am Jangtse ist der Drei-Schluchten-Staudamm.
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