Joghurt, Kefir

Joghurt und Kefir: 50% weniger Darmkrebsrisiko bei regelmĂ€ĂŸigem Konsum

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 05:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen leichte Verbesserungen bei Stoffwechselwerten durch Probiotika und benennen Mengenbereiche fĂŒr Joghurt und Kefir im Alltag.

Darmflora im Fokus: Probiotika und Fermente bei Gewichtsabnahme
Laborumgebung mit wissenschaftlichem Glasgeschirr in natĂŒrlichem Licht Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Regulierung der Darmflora rĂŒckt als natĂŒrliche ErgĂ€nzungsmethode zur UnterstĂŒtzung einer gesunden Gewichtsabnahme zunehmend in den wissenschaftlichen Fokus. Verschiedene Untersuchungen beleuchten dabei das Zusammenspiel zwischen mikrobiellen Gemeinschaften, Stoffwechselparametern und ErnĂ€hrungsformen.

Stoffwechselmarker und Vorhersage des Gewichtsverlusts

Einen quantitativen Einblick in die metabolischen Effekte liefert eine Meta-Analyse von zwölf Studien mit insgesamt 633 Patienten mit metabolischem Syndrom. Demnach verbessern Probiotika die Cholesterinwerte leicht: Das LDL-Cholesterin sank um 0,59 mg/dL (p=0,044), wÀhrend der Anstieg des HDL-Cholesterins um 1,63 mg/dL statistisch nicht signifikant blieb (p=0,065).

Eine signifikante Senkung zeigte sich zudem beim NĂŒchternglukosewert um 0,58 mg/dL (p=0,043). Differenzierte Effekte traten bei Patienten im Alter von bis zu 50 Jahren auf: In dieser Altersgruppe stieg das HDL-Cholesterin um 2,08 mg/dL, wĂ€hrend die Triglyceride um 10,75 mg/dL sanken.

Dass die Zusammensetzung der Darmbakterien auch als PrĂ€diktor fĂŒr den Erfolg einer Gewichtsreduktion dienen kann, zeigt die LEANER-Studie mit 38 gesunden Erwachsenen nach einem fĂŒnftĂ€gigen Fasten.

Ein Modell, das auf den Bakterien Oscillibacter sp. 57_20 und Faecalibacterium in Kombination mit dem LDL-Wert sowie dem systolischen Blutdruck basiert, prognostizierte den Gewichtsverlust nach zwölf Wochen mit einer AUC von 0,84 bis 0,86. In externen Kohorten erreichte das Modell bei Personen mit metabolischem Syndrom eine AUC von 0,85, wÀhrend der Wert bei Personen mit Multipler Sklerose unter Langzeitfasten bei einer AUC von 0,655 lag.

Forschung zu StÀmmen und Darreichungsformen

Neben den biologischen Mechanismen untersuchen Wissenschaftler auch die StabilitĂ€t und Wirksamkeit probiotischer PrĂ€parate. Forscher der University College London (UCL), darunter Mansa Fredua-Agyeman und Simon Gaisford, entwickelten flĂŒssige Probiotika auf Wasserbasis mit gefiltertem Extrakt aus gekeimter Gerste.

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Dieses TrĂ€gersystem ermögliche es den Bakterien, die MagensĂ€ure zu ĂŒberstehen und den Darm nahezu vollstĂ€ndig zu erreichen. Laut Gaisford zeigten die Symprove-Probiotika im Labor zudem eine hemmende Wirkung auf Krankheitserreger wie Clostridium difficile und MRSA. Das entsprechende PrĂ€parat wird ĂŒber den Direktversand und nicht ĂŒber Apotheken vertrieben.

An der East Siberia University of Technology and Management im russischen Ulan-Ude untersuchten Forscher im Rahmen eines Screenings acht StÀmme aus den Gattungen Propionibacterium, Lactobacillus und Bifidobacterium. Dabei wiesen Lactobacillus helveticus 35-1, Propionibacterium shermanii AC-2503 und Bifidobacterium longum DK-100 die stÀrkste cholesterinsenkende Wirkung auf. Als optimales KulturverhÀltnis im Ferment ermittelten die Wissenschaftler einen Wert von 5:95.

Fermentierte Lebensmittel im tÀglichen Konsum

Neben NahrungsergÀnzungsmitteln spielen fermentierte Milchprodukte eine Rolle bei der Mikrobiom-Regulierung. Analysen verzeichnen in traditionellem Kefir bis zu 61 Bakterien- und HefestÀmme, die unter anderem Butyrat produzieren. Naturjoghurt weist im Vergleich typischerweise zwei bis vier MilchsÀurebakterienstÀmme auf.

Eine tĂ€gliche Portion von 125 bis 200 Gramm ungesĂŒĂŸtem Joghurt stĂ€rkt demnach die Darmbarriere, wĂ€hrend fĂŒr Kefir tĂ€glich 150 bis 200 Milliliter als optimal beschrieben werden. Eine Untersuchung mit mehr als 9.400 Erwachsenen brachte den regelmĂ€ĂŸigen Konsum probiotischer Milchprodukte mit einem um rund 50 Prozent geringeren Darmkrebsrisiko in Verbindung.

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Hinsichtlich der GesamtmortalitÀt weisen fermentierte Milchprodukte eine J-förmige Dosis-Wirkungs-Kurve auf. Die stÀrkste Assoziation mit einer verringerten GesamtmortalitÀt liegt bei 100 bis 200 Gramm pro Tag, wÀhrend das optimale Fenster laut Studienlage insgesamt 100 bis 250 Gramm tÀglich umfasst.

Bei drei oder mehr Portionen pro Tag geht dieser Vorteil verloren; vereinzelt zeigt sich eine leicht erhöhte MortalitĂ€t. Als Ursachen fĂŒr dieses PhĂ€nomen gelten multifaktorielle Aspekte wie der Gehalt an gesĂ€ttigten Fetten, Kalzium sowie die VerdrĂ€ngung anderer Nahrungsmittel im Speiseplan.

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