Kaffee-Studie: 2–3 Tassen senken Demenzrisiko um 18 Prozent
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 11:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine schwedische Studie zeigt: Vollautomaten-Kaffee treibt die Blutfettwerte in die Höhe. Filterkaffee dagegen ist deutlich unbedenklicher.
Diterpene im Vollautomaten-Kaffee
Forscher der Universität Uppsala veröffentlichten heute eine alarmierende Analyse. Sie untersuchten 14 Kaffeevollautomaten in medizinischen Einrichtungen. Das Ergebnis: Der Kaffee enthielt hohe Konzentrationen der Diterpene Cafestol und Kahweol. Diese Substanzen können das LDL-Cholesterin erhöhen.
Filterkaffee schnitt deutlich besser ab. Er enthielt weniger als ein Hundertstel dieser Stoffe. Studienleiter David Iggman empfiehlt deshalb gefilterten Kaffee – besonders bei mehreren Tassen täglich.
Eine ebenfalls heute veröffentlichte Harvard-Studie untermauert diese Erkenntnis. Demnach erhöhen ungefilterte Varianten wie French Press oder türkischer Kaffee das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um etwa elf Prozent. Espresso liegt zwar unter diesen Werten, aber immer noch über denen von Filterkaffee.
Pestizide im Rohkaffee – EU-Kontrollen mangelhaft
Doch nicht nur die Zubereitung birgt Risiken. Ein Bericht von Coffee Watch und Pesticide Action Network UK vom Sonntag zeigt: In den Hauptanbauländern Brasilien, Kolumbien und Kenia kommen mindestens 159 verschiedene Pestizid-Wirkstoffe zum Einsatz. Rund 59 Prozent davon sind in der EU nicht zugelassen.
In 19 Prozent der untersuchten Rohkaffeeproben fanden die Tester Rückstände. Der Röstprozess reduziert diese zwar, eliminiert sie aber nicht vollständig. Besonders betroffen sind die Plantagenarbeiter. Die Organisationen kritisieren zudem die geringe Kontrolldichte in der EU: 2022 wurden lediglich 44 Kaffeeproben unionsweit getestet.
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Kaffee schĂĽtzt vor Demenz und Leberkrebs
Trotz dieser Risiken: Kaffee in Maßen kann auch positive Effekte haben. Eine Langzeitstudie im Fachjournal JAMA vom Sonntag mit über 130.000 Teilnehmern zeigt: Zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee täglich senken das Demenzrisiko um 18 Prozent. Entkoffeinierter Kaffee zeigte diesen Effekt nicht.
Noch deutlicher sind die Ergebnisse für die Leber. Daten aus der Zeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology vom Montag belegen: Fünf oder mehr Tassen täglich reduzieren das Risiko für Leberkrebs um fast 50 Prozent und das Risiko für Leberzirrhose um 32 Prozent.
Eine Ernährungswissenschaftlerin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bestätigte gestern: Bis zu drei Tassen täglich senken das Risiko für Parkinson und Typ-2-Diabetes. Als gesundheitlich unbedenklich gelten bis zu 400 mg Koffein pro Tag – etwa vier Tassen.
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Gefahr durch Energydrinks bei Jugendlichen
Kritisch wird der Konsum hoher Koffeindosen bei Jugendlichen bewertet. Kinderkardiologen der MedUni Graz analysierten 110 Fachpublikationen. Das Ergebnis: 39 dokumentierte Fälle von Herzrhythmusstörungen bei 13- bis 18-Jährigen. Auslöser waren Energydrinks, Pulver oder Tabletten.
In einem Fall führte der Konsum mehrerer Energydrinks zu tödlichem Kammerflimmern. Die Forscher warnen: Moderate Mengen sind für gesunde Personen meist sicher. Empfindliche Menschen oder Jugendliche mit unentdeckten Vorerkrankungen können jedoch bereits auf geringere Dosen reagieren.
Neue Vollautomaten trotz Diskussion gefragt
Die Nachfrage nach komfortablen Zubereitungssystemen bleibt ungebrochen. De’Longhi brachte am 1. Juli das Modell Rivelia Start auf den Markt. Der Vollautomat bietet ein wechselbares Bohnenbehälter-System und verschiedene Spezialitäten – darunter auch Cold Brew.
Mit Extra-Shot-Option und variablen Mahlgraden reagiert die Industrie auf den Trend zur individuellen Kaffeezubereitung. Die Technologie zielt verstärkt auf Vielseitigkeit ab – gesundheitliche Bedenken spielen dabei offenbar eine untergeordnete Rolle.
