KI-Betrug: Frau verliert über eine Million Euro an Lanz-Deepfake
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 18:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz, um Stimmen zu imitieren und Deepfakes zu erstellen. Ihr Ziel: Bürger zu Überweisungen drängen oder sensible Daten stehlen.
Betrug mit KI-Stimmen und gefälschten Videos
Ein Fall aus Sachsen zeigt die neue Dimension. Eine Frau verlor über eine Million Euro – hereingefallen auf ein KI-manipuliertes Video von Moderator Markus Lanz. Die Täter warben damit für eine betrügerische Investmentplattform. In Telefonaten überzeugten sie das Opfer dann zu Investitionen in Rohstoffe und Kryptowährungen.
Auch die Deutsche Rentenversicherung ist betroffen. Betrüger geben sich als Mitarbeiter aus und perfektionieren mit KI ihre Phishing-Mails oder bauen in Telefonaten Druck auf. „Wir fordern niemals telefonisch oder per E-Mail zu Geldüberweisungen auf", stellt die DRV klar. Die Masche: Mit angeblichen Rentenkürzungen wird Druck gemacht.
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Immer mehr Fälle, immer neue Einfallstore
Die Statistik belegt den Trend. Allein in Schleswig-Holstein registrierte das Landeskriminalamt 2025 über 8.300 Online-Betrugsfälle. Ein Schwerpunkt: falsche Anlageberater mit KI-Werkzeugen.
Doch die Gefahr lauert auch im Alltag. Eine McAfee-Studie zeigt: KI kann in 91 Prozent der Fälle den genauen Standort von Personen allein anhand von Urlaubsfotos bestimmen. Kriminelle nutzen diese Daten für gezieltes Phishing.
Und auch WhatsApp wird zur Gefahrenzone. Seit Ende Juni können Benutzernamen reserviert werden – Verbraucherschützer befürchten, dass Kriminelle Identitäten leichter kopieren. Zudem kursieren über gehackte Konten vermehrt schädliche „.vbs"-Dateien, getarnt als Rechnungen oder Kontoauszüge.
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Ermittlungserfolge – und klare Schutzregeln
Trotz der technischen Aufrüstung der Täter gibt es Erfolge. In Niedersachsen durchsuchten Ermittler mehrere Objekte in Wildeshausen, Weyhe und Syke. Die Aktion richtete sich gegen eine Gruppe, die Senioren als falsche Bankmitarbeiter um hohe Summen gebracht haben soll.
Die wichtigsten Schutzregeln der Experten:
- Bei Druck auflegen: Wer finanziellen Druck aufbaut oder mit Behörden droht – sofort beenden
- Rückruf prüfen: Bei Zweifeln über offizielle, selbst recherchierte Nummer zurückrufen
- Technik nutzen: In Messengern unbekannte Anrufer stummschalten
- Medien hinterfragen: Ungewöhnlich hohe Renditen oder Aufforderungen zu schnellem Handeln sind Warnsignale
Die Stiftung Warentest hat zudem KI-Chatbots auf ihre Phishing-Erkennung getestet. Das ernüchternde Ergebnis: Jede dritte Auskunft ist faktisch falsch. Eigenständige Überprüfung bleibt unverzichtbar.
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