Gesundheit, Deutschen

KI in der Gesundheit: 47 Prozent der Deutschen nutzen es bereits

06.07.2026 - 22:37:23 | boerse-global.de

Fast jeder zweite Deutsche nutzt KI für Gesundheitsfragen, zeigt eine Studie. Frauen sind besonders aktiv, während Bedenken zu Datenschutz und Fehldiagnosen bestehen bleiben.

KI-Nutzung für Gesundheitsfragen: 47 Prozent der Deutschen aktiv
Gesundheit - Eine futuristische Darstellung von künstlicher Intelligenz (KI), die sich mit menschlicher Gesundheit und Prävention verbindet. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der aktuelle Gesundheitsreport der Stada Arzneimittel AG zeigt einen klaren Trend. Für die Studie wurden im Februar und März 19.514 Menschen in 20 Ländern befragt. Frauen liegen mit 51 Prozent Nutzung vorn, Männer folgen mit 43 Prozent.

Die Motive sind unterschiedlich: 26 Prozent wollen Diagnosen besser verstehen. 17 Prozent bereiten sich mit KI auf den Arztbesuch vor. 13 Prozent suchen eine Zweitmeinung.

Offenheit wächst – trotz Bedenken

81 Prozent der Deutschen stehen KI im Gesundheitswesen offen gegenüber. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) kann sich eine Erstberatung durch ein KI-System vorstellen. Der wahrgenommene Fachkräftemangel treibt diese Entwicklung an – 69 Prozent der Befragten beklagen ihn.

Doch die Skepsis bleibt: 45 Prozent fürchten Datenmissbrauch. 58 Prozent haben Angst vor Fehldiagnosen. 42 Prozent sorgen sich um den Verlust des persönlichen Arztkontakts.

KI gegen Demenz und psychische Krisen

Die Prognosen sind alarmierend: Eine Studie der Universitäten Trier, Rostock und Köln erwartet einen Anstieg der Demenzkranken von 1,3 auf 2,1 Millionen bis 2060. Experten wie Prof. Sebastian Walther setzen auf Prävention durch kognitives Training und Behandlung von Risikofaktoren.

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Anfang Juli vereinbarten ALZAI Health Corp. und Centauri Health Solutions eine Partnerschaft. Ihr Ziel: eine KI-gestützte Risikoanalyse für Alzheimer in den USA vermarkten. Die direkten Pflegekosten dort liegen bei jährlich 384 Milliarden Dollar.

Auch psychische Gesundheit wird zum KI-Thema. Laut einer Studie im Journal of Affective Disorders nutzen 18 Prozent der US-College-Studierenden KI-Bots bei psychischen Belastungen. Fachleute warnen: Diese Systeme ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Krisenintervention.

Digitale Helfer fürs Land und die Pflege

Die Techniker Krankenkasse weitet ihr Pilotprojekt aus. Seit Juni läuft der Einsatz digitaler Versorgungsassistenten auch in Mecklenburg-Vorpommern. Patienten sparen durchschnittlich eine Stunde und 20 Minuten Fahrtzeit.

In Bayern startete im Juli die Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec). 4,5 Millionen Euro fließen in digitale Lösungen für Pflege. In Aachen entstehen Innovationspartnerschaften für vernetzte Rollatoren und KI-Plattformen.

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Die große Hürde: Nutzer bleiben nicht dran

Das Projekt PANDORA untersucht bis Mai 2029, warum so viele Nutzer digitale Gesundheitsangebote abbrechen. Dr. Anna Bußmann leitet die Forschung am Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement. Der Innovationsausschuss beim G-BA fördert das Vorhaben mit 1,51 Millionen Euro.

Das Problem ist bekannt: Technologie allein reicht nicht. Die Akzeptanz wächst, doch die langfristige Nutzung bleibt eine Herausforderung.

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