KI-Regulierung, Südkorea

KI-Regulierung: Südkorea, Japan und Illinois verschärfen Regeln

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Südkorea, Japan und Illinois verschärfen KI-Gesetze. Fokus liegt auf staatlicher Beschaffung, Wahltransparenz und Sicherheitsaudits.

Globale KI-Regulierung: Neue Gesetze in Südkorea, Japan und Illinois
Vernetztes digitales neuronales Netzwerk mit Richthämmern und Datenströmen, Symbol für KI-Regulierung und Governance. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die internationale Regulierungswelle für Künstliche Intelligenz nimmt Fahrt auf – Südkorea, Japan und der US-Bundesstaat Illinois haben diese Woche neue Gesetze und Verordnungen auf den Weg gebracht.

Südkorea: Staat als Vorreiter für KI-Beschaffung

Das südkoreanische Kabinett hat am heutigen Dienstag eine Änderung der Durchführungsverordnung zum KI-Rahmengesetz verabschiedet. Die Neuregelung tritt bereits am 21. Juli in Kraft und verpflichtet öffentliche Einrichtungen, bei der Beschaffung KI-Produkte und -Dienstleistungen zu bevorzugen. Um Qualität und Sicherheit zu gewährleisten, müssen diese Produkte von der Korea Software Industry Association (KOSA) und der Telecommunications Technology Association (TTA) geprüft werden.

Ab August gewährt die südkoreanische Regierung zudem bevorzugte Behandlung für KI-Initiativen. Der erweiterte Rahmen definiert auch neue Gruppen, die als besonders anfällig für KI-bedingte Veränderungen gelten – darunter Arbeitssuchende und Frauen mit Karriereunterbrechungen. Die Förderung der KI-Nutzungskosten wird auf Wissenschaftler, Ingenieure und Studierende an Universitäten außerhalb der Hauptstadtregion ausgeweitet.

Japan: Transparenzpflicht für KI-Inhalte bei Wahlen

Das japanische Parlament hat am Montag ein Gesetz verabschiedet, das die Wahlfairness durch mehr Transparenz auf sozialen Plattformen sichern soll. Digitale Plattformen müssen künftig KI-generierte Inhalte kennzeichnen, um die Verbreitung von Falschinformationen während Wahlkämpfen zu bekämpfen. Der Ansatz orientiert sich an bestehenden Regelungen der Europäischen Union und zielt darauf ab, dass Wähler zwischen menschlich erstellten und synthetischen Medien unterscheiden können.

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Der Vorstoß fällt mit der Veröffentlichung eines offenen Briefes zusammen, den am Montag mehr als 200 Ökonomen und Technologievorstände unterzeichneten – darunter Eric Schmidt und Vinod Khosla. Die Gruppe fordert von Politikern robustere Anreize und Schutzmechanismen. Ihre Warnung: KI könne eine größere Transformation auslösen als die Industrielle Revolution und in den nächsten zehn Jahren zu massiven Arbeitsplatzverlusten führen.

Illinois: KI-Verbote und Sicherheitsaudits

Der US-Bundesstaat Illinois entwickelt sich zu einem Labor für KI-Regulierung. Gouverneur JB Pritzker unterzeichnete am 10. Juli das Gesetz SB 2909, das den Einsatz von KI bei der Bewertung von Lehrkräften verbietet. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Evaluatoren keine KI zur Benotung von Pädagogen einsetzen – und Lehrer keine KI für ihre Bewertungsbeiträge.

Bereits am 6. Juli hatte Pritzker SB 315 unterzeichnet, den „Artificial Intelligence Safety Measures Act". Illinois ist damit der erste US-Bundesstaat, der jährliche Drittanbieter-Audits für hochmoderne KI-Systeme vorschreibt – beginnend 2028. Große KI-Entwickler müssen Sicherheitsrahmen veröffentlichen und katastrophale Risiken melden, etwa solche mit erheblichen Todesfällen oder massiven finanziellen Schäden. Die Meldepflicht greift innerhalb von 72 Stunden – bei unmittelbarer Gefahr innerhalb von 24 Stunden.

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Internationale Initiativen und die Rechenleistungs-Lücke

Die Trump-Administration führt eigenen Angaben zufolge derzeit interne Gespräche über einen neuen Rahmen für die Veröffentlichung fortschrittlicher Open-Source-KI-Modelle. Die Das Debatte dreht sich um die Wahrung von Wettbewerbsvorteilen, während chinesische Institutionen zunehmend leistungsstarke und kostengünstige KI-Systeme entwickeln. Ein UN-Bericht vom Juli 2026 zeigt: US-Institutionen produzierten 2025 insgesamt 59 bedeutende KI-Modelle, China kam auf 35.

Der Bericht eines UN-Wissenschaftsgremiums unter Vorsitz von Yoshua Bengio und Maria Ressa hebt eine wachsende „Compute-Divide" hervor: Die USA kontrollieren demnach 75 Prozent der weltweiten KI-Rechenleistung. Die Experten warnen, dass die KI-Entwicklung durchgängig schneller voranschreitet als globale Sicherheitsvorkehrungen.

In Europa befasst man sich unterdessen mit der menschlichen Seite der Technologie. Die KI-Verordnung der EU verlangt in Artikel 4, dass Mitarbeiter von Organisationen, die KI auf dem EU-Markt platzieren, über grundlegende Kenntnisse der Systeme und ihrer Risiken verfügen müssen – unabhängig vom Firmensitz. Besonders betroffen sind Hochrisikobereiche wie Personalauswahl und Leistungsmanagement.

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