Kinder und Psyche: Jedes vierte bis fĂŒnfte Kind psychisch belastet
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deKommunale Einrichtungen, GesundheitsÀmter und Beratungsstellen verstÀrken ihre Angebote im Bereich der seelischen Gesundheit. Mit gezielten Fachtagungen, offenen Informationsabenden und begleiteten Selbsthilfegruppen reagieren Landkreise und StÀdte auf den wachsenden Bedarf an PrÀvention und Beratung.
Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Förderung der kindlichen Entwicklung sowie niedrigschwellige Austauschformate fĂŒr Menschen mit Depressionen und psychischen Belastungen.
FrĂŒhe PrĂ€vention fĂŒr Kinder und Jugendliche
Ein Schwerpunkt der regionalen BemĂŒhungen liegt auf der jungen Generation. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch fĂŒr die Stadt Heidelberg zustĂ€ndig ist, richtet am 4. November 2026 eine kostenfreie Fachveranstaltung unter dem Titel âJunge Psyche im Blick: Psychisch gesund aufwachsen von Anfang anâ aus.
Die Tagung im Landratsamt richtet sich an FachkrĂ€fte aus PĂ€dagogik, Jugendhilfe, Beratung und Medizin. Behandelt werden unter anderem die Resilienzförderung im frĂŒhen Kindesalter bis zu sechs Jahren, kindliche Verhaltensmuster sowie prĂ€ventive Hilfen. Aufgrund des groĂen Interesses sind die PlĂ€tze vor Ort bereits vergeben, eine Online-Teilnahme an den VortrĂ€gen am Vormittag ist jedoch möglich.
Die Relevanz prĂ€ventiver MaĂnahmen unterstreichen auch RĂŒckmeldungen aus anderen Regionen. Bei einem Fachtag im Berufskolleg des Kreises Höxter mit ĂŒber 100 Fachleuten aus der Jugendhilfe wies Psychiatriekoordinatorin Luisa Bahl darauf hin, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen in stationĂ€rer, teilstationĂ€rer oder ambulanter Behandlung im Kreisgebiet seit 2020 gestiegen sei.
Um mehr Daten zu erheben, beteiligt sich der Kreis Höxter an 14 weiterfĂŒhrenden Schulen an der Jugendgesundheitsbefragung âYES 2026â. Landrat Michael Stickeln unterstrich im Rahmen der Veranstaltungen, dass psychische Gesundheit kein Tabuthema sein dĂŒrfe.
Ăhnliche Beobachtungen wurden bei einer Diskussionsrunde am Hebel-Gymnasium in Schwetzingen geteilt. Dort berichtete die Psychotherapeutin Dr. Maja Halli-Erkic von einer Zunahme seelischer Belastungen und hielt fest, dass jedes vierte bis fĂŒnfte Kind von Angststörungen, Depressionen, ADHS oder Störungen des Sozialverhaltens betroffen sei. Als niederschwelligen Einstieg fĂŒr Ratsuchende empfahl sie die Orientierung ĂŒber Online-Plattformen.
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Begleitete GesprÀchskreise und Selbsthilfegruppen
Neben Fachtagungen bauen Behörden auch Gruppenangebote fĂŒr Betroffene aus. Das KontaktbĂŒro fĂŒr Selbsthilfegruppen im Gesundheitsamt des Landkreises Böblingen startet am 4. November 2026 in Schönaich einen begleiteten GesprĂ€chskreis zu Depressionen und seelischen Belastungen.
Das Angebot steht Erwachsenen aller Altersgruppen offen und richtet sich ausdrĂŒcklich auch an Trauernde sowie von Einsamkeit betroffene Personen. Es wird betont, dass der Kreis der gegenseitigen Entlastung dient und keine Psychotherapie ersetzt.
Zudem grĂŒndet das KontaktbĂŒro fĂŒr November eine neue Selbsthilfegruppe speziell fĂŒr Frauen mit Depressionen und Ăngsten in Weil der Stadt, die sich fortan monatlich freitags treffen soll.
In Nordrhein-Westfalen setzt die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Kreises Mettmann auf eine erreichbare Beratung vor Ort. Bei ihrer seit September bestehenden AuĂensprechstunde in Ratingen erhalten Betroffene und Angehörige an jedem ersten Montag im Monat â der nĂ€chste Termin folgt am 2. November 2026 â kostenfreie und vertrauliche UnterstĂŒtzung bei der Gruppensuche oder einer NeugrĂŒndung.
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Austausch auf Augenhöhe in Trialog-Formaten
Einen weiteren Baustein bilden sogenannte Trialog-Veranstaltungen, die den Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und FachkrĂ€ften ermöglichen. Das SelbsthilfebĂŒro der StĂ€dteRegion Aachen und der Psychosoziale TrĂ€gerverein PTV e.V. organisieren ein solches Treffen am 3. November 2026 in Alsdorf zum Thema Resilienz und Krisenfestigkeit.
Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreisgesundheitsamts Osterholz, der Interessierte am 29. Oktober 2026 zu einem Auftakttreffen unter der Leitfrage der persönlichen Bedeutung psychischer Gesundheit einlÀdt.
Auch die Volkshochschule und das Gesundheitsamt WĂŒrzburg informieren im Rahmen der langjĂ€hrigen Aktionswoche zur seelischen Gesundheit im BĂŒrgerhaus Ochsenfurt ĂŒber regionale UnterstĂŒtzungswege, Teilhabeberatung und psychosoziale Hilfen.
