Kita-Reform: Bund stellt 9,25 Milliarden Euro für Sprachförderung bereit
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 08:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Bundesbildungsministerium hat Mitte Juli den Entwurf für das „Kita-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz“ vorgelegt. Das Vorhaben gilt als zentrales Projekt für mehr Bildungsgerechtigkeit. Ziel: Die Schulfähigkeit von Kindern bundesweit auf ein einheitliches Niveau heben.
Milliarden für die Bildungswende
Bis 2034 stellt der Bund insgesamt 9,25 Milliarden Euro bereit. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bezeichnete den Entwurf als „wesentlichen Baustein für eine Bildungswende“. Ihre Kernbotschaft: Erfolgreiche Bildungslaufbahnen beginnen bereits im Elementarbereich – nicht erst mit der Grundschule.
Besonders Kitas in sozial schwierigen Lagen sollen profitieren. In jedem Bundesland bekommen mindestens zehn Prozent der Einrichtungen eine Extra-Förderung. Das Ziel: den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg entkoppeln.
Pflichttests mit zwei Stunden Zeitfenster
Ein zentrales Element der Reform: verbindliche Sprach- und Entwicklungstests für alle Vierjährigen. Die Untersuchungen laufen nach einheitlichen Standards ab. Erstmals werden auch Kinder getestet, die keine Kita besuchen.
Pro Kind sind zwei Stunden vorgesehen. Stellt der Test Förderbedarf fest, gibt es mindestens 30 Minuten Unterstützung pro Woche. Zudem sieht das Gesetz einen erweiterten Datenaustausch zwischen Kitas und Schulen vor – für einen besseren Übergang in die Grundschule.
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Mehr Personal für Brennpunkt-Kitas
Einrichtungen mit vielen Kindern in schwierigen Lebenslagen erhalten zusätzliche Ressourcen. Die Höhe richtet sich nach der Größe der Kita:
- 80 Kinder: 20 Extra-Stunden pro Woche
- Mehr als 80 Kinder: 40 Stunden
- Über 120 Kinder: bis zu 60 Stunden
Die zusätzliche Zeit soll sicherstellen, dass Erzieher den erhöhten Anforderungen bei Sprachförderung und Entwicklungsbegleitung gerecht werden.
Kritik an der Finanzierung
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Trotz der Milliardensumme gibt es Widerstand. Der Paritätische Gesamtverband bemängelt, die Mittel reichten nicht für eine flächendeckende Umsetzung. Die Befürchtung: Der Bund macht weitreichende Vorgaben – die Kosten tragen Länder und Kommunen.
Kita-Verbände betonen zudem: Je früher die Förderung beginnt, desto wirksamer ist sie. Waltraud Weegmann vom Deutschen Kitaverband verweist auf bestehende Instrumente wie BaSiK, das in Fröbel-Kitas die sprachliche Entwicklung dokumentiert. Das neue Gesetz soll solche Ansätze nun bundesweit verbindlich machen.
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