Philippinen: BPI-Ausfall am Zahltag – zweiter Crash seit Juni
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 08:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die philippinische Bank of the Philippine Islands (BPI) hat ihre mobilen und Online-Banking-Dienste am heutigen Donnerstag wieder vollständig freigegeben. Ein massiver Ausfall hatte am gestrigen Zahltag tausende Kunden getroffen.
Der Fehler trat am Mittwoch um 13:13 Uhr Ortszeit auf. Die Bank reagierte umgehend und verlängerte die Öffnungszeiten ihrer Filialen bis 17:30 Uhr. So sollten Kunden, die keine digitalen Transaktionen durchführen konnten, vor Ort bedient werden. Während der Störung verwies BPI auf die VYBE-App, Geldautomaten und Debitkarten, die weiterhin funktionierten. Es war bereits der zweite größere Ausfall in diesem Sommer – schon Mitte Juni hatte die digitale Infrastruktur der Bank zwischen dem 14. und 16. Juni gestreikt.
Gewinnrückgang trotz steigender Erlöse
Die Panne überschattet die Halbjahreszahlen, die BPI ebenfalls heute vorlegte. Der Nettogewinn sank leicht um 0,4 Prozent auf umgerechnet rund 490 Millionen Euro. Zwar stiegen die Erlöse um 12,4 Prozent auf knapp 1,55 Milliarden Euro – getragen von einem Plus von 12,5 Prozent bei den Nettozinserträgen. Doch die Risikovorsorge schnellte um 84 Prozent auf rund 200 Millionen Euro in die Höhe.
Die Betriebskosten legten um 13,8 Prozent auf etwa 725 Millionen Euro zu. Trotz der Belastungen hält BPI eine Eigenkapitalrendite von 13,8 Prozent. Die Bilanzsumme wuchs um 9,6 Prozent auf umgerechnet rund 55 Milliarden Euro. Die Kredite stiegen um 12,4 Prozent. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von umgerechnet rund 0,04 Euro pro Aktie – ein Plus von 24 Prozent.
Globale Welle von Banken-Pannen
BPI ist nicht allein. Gleich mehrere große Geldhäuser kämpften in den vergangenen Tagen mit technischen Problemen. Bei den japanischen Großbanken MUFG und SMFG fielen am Mittwoch Kartendienste aus, was Digital-Banking und Kartenzahlungen beeinträchtigte. Zudem geriet MUFG wegen Datenweitergabe zwischen Bank- und Wertpapiersparte unter Aufsicht der Börsenaufsicht.
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In Äthiopien zwang die Commercial Bank of Ethiopia ihre Kunden am Dienstag zu einem Pflicht-Update ihrer App. Die Umstellung sorgte für Sicherheitsbedenken, weil Login-Daten in einem einzigen Passwort zusammengeführt wurden. Nutzer berichteten von häufigen Abstürzen und dem Versagen biometrischer Funktionen.
In Ghana entzog die Zentralbank am Dienstag dem Zahlungsdienstleister Zeepay die Lizenz. Die Digitalkammer des Landes rief zur Besonnenheit auf – die Behörde handle im Rahmen ihres Mandats zum Verbraucherschutz.
Neue Regeln für Sicherheit und Gebühren
Die Aufsichtsbehörden reagieren auf die wachsenden Risiken. Auf den Philippinen senkten mehrere Großbanken – darunter BPI, BDO und Landbank – Anfang Juli die Überweisungsgebühren. Grundlage ist eine neue Verordnung der Zentralbank, die Interbanken-Transferkosten deckelt.
Gleichzeitig fordern die Regulierer das Ende von SMS-TANs. Stattdessen sollen biometrische Verfahren und In-App-Freigaben kommen. Der Bezahldienst GCash stellte bereits am 22. Juni um. BDO folgt ab morgen mit einer app-basierten Push-Authentifizierung.
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In Indien gilt seit Juli ein neues Ombudsmann-System der Notenbank. Es erlaubt Entschädigungen von umgerechnet bis zu rund 36.000 Euro bei finanziellen Verlusten und Schikane. Südkoreas Finanzaufsicht genehmigte für zehn große Institute Notfallpläne gegen „digitale Bank-Runs" und Cyberangriffe. Für das zweite Halbjahr sind gemeinsame Simulationsübungen geplant.
Geplante Systemausfälle in Indien
Weitere Einschränkungen zeichnen sich ab. Die Himachal Pradesh State Cooperative Bank kündigte eine Unterbrechung aller digitalen Dienste an – inklusive Geldautomaten und UPI. Vom Abend des 17. Juli bis zum Morgen des 22. Juli bleibt das System offline. Grund ist die Migration des Kernbanksystems im Rahmen eines Projekts der Entwicklungsbank NABARD.
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