Konservierungsstoffe: 29% höheres Bluthochdruck-Risiko laut INSERM-Studie
30.05.2026 - 17:18:30 | boerse-global.de
Die Gesundheitsrisiken durch versteckte Zucker, chemische ZusĂ€tze und Schadstoffe in Lebensmitteln rĂŒcken immer stĂ€rker in den Fokus. Gleich mehrere aktuelle Untersuchungen und Expertenwarnungen zeichnen ein besorgniserregendes Bild der tĂ€glichen ErnĂ€hrung.
Fruchtsaft: Die unterschÀtzte Zuckerbombe
Orangensaft ist reiner FlĂŒssigzucker â mit dieser klaren Ansage sorgte Dr. JosĂ© Luis Neyro, ein auf Vitamin D spezialisierter Mediziner, am heutigen Samstag fĂŒr Aufsehen. Das Problem: Beim Entsaften gehen die wertvollen Ballaststoffe der ganzen Frucht verloren. Wer den Saft von drei bis vier Orangen trinkt, löst einen rapiden Blutzuckeranstieg aus. Die Folge: eine Insulinwelle, die den Körper in den Fettspeichermodus versetzt.
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Der Experte bezeichnete die weit verbreitete Gewohnheit, groĂe Mengen Saft zu konsumieren, als gravierenden ErnĂ€hrungsfehler. Ganze Orangen hingegen werden dank ihrer Ballaststoffe deutlich langsamer verstoffwechselt â und verhindern die gefĂ€hrlichen Stoffwechselspitzen.
ZĂ€hne in Gefahr: Versteckte Zucker lauern ĂŒberall
Die LandeszahnĂ€rztekammer ThĂŒringen will Anfang Juni neue AufklĂ€rungsmaterialien vorlegen. Die ZahnĂ€rztinnen Anja Kulick und Shirin Nikkhah-Shirazi haben eine Publikation erarbeitet, die sich intensiv mit dem Zusammenhang zwischen ErnĂ€hrung und Mundgesundheit befasst. Im Fokus: versteckte Zucker und sĂ€urehaltige GetrĂ€nke als Hauptrisiken fĂŒr Karies.
Die Empfehlung der Experten: Lebensmittel, die intensives Kauen erfordern. Das regt die Speichelproduktion an â und Speichel ist der natĂŒrliche Schutzschild fĂŒr die ZĂ€hne. Er hilft bei der Remineralisierung des Zahnschmelzes.
Die gute Nachricht: Laut der DMS-6-Studie von 2025 sind 81 Prozent der ZwölfjĂ€hrigen kariesfrei â eine Verdopplung seit den spĂ€ten 1990er-Jahren. Doch die Schere klafft auseinander: Kinder aus bildungsferneren Familien haben ein viermal höheres Kariesrisiko. Rund 15 Prozent der Unter-SechsjĂ€hrigen waren jahrelang nicht beim Zahnarzt. FrĂŒhkindliche Karies bleibt damit eine der hĂ€ufigsten chronischen Erkrankungen in dieser Altersgruppe.
Konservierungsstoffe: Risiko fĂŒr Herz und Kreislauf
Eine groĂ angelegte Studie des französischen Forschungsinstituts INSERM, veröffentlicht am 28. Mai im European Heart Journal, sorgt fĂŒr neue Diskussionen ĂŒber LebensmittelzusĂ€tze. Ăber sieben Jahre hinweg analysierten die Forscher Daten von 112.395 Teilnehmern.
Das Ergebnis ist alarmierend: Ein hoher Konsum von nicht-antioxidativen Konservierungsstoffen wie Nitriten und Sorbaten ist mit einem 29 Prozent höheren Risiko fĂŒr Bluthochdruck verbunden. Auch das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt um 16 Prozent.
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Selbst vermeintlich unbedenkliche ZusĂ€tze wie Vitamin C und ZitronensĂ€ure zeigten einen Effekt: Sie waren mit einem 22 Prozent höheren Risiko fĂŒr erhöhten Blutdruck assoziiert. Die Studienautoren betonen jedoch, dass es sich um einen statistischen Zusammenhang handelt â eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung sei damit nicht bewiesen.
Giftcocktail im Supermarkt: Pestizide und verunreinigte Produkte
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Ende Mai 64 Supermarktprodukte getestet â mit erschreckendem Ergebnis: In 67 Prozent der Proben fanden sich Pestizide, die in der EU gar nicht zugelassen sind.
Besonders krass: Eine Chilimischung von Rewe enthielt 22 verschiedene Pestizide, darunter sieben EU-weit verbotene Substanzen. Noch drastischer der Fall einer KreuzkĂŒmmel-Probe der Marke Kania bei Lidl: Der Grenzwert fĂŒr das Herbizid Flamprop wurde um das 217-Fache ĂŒbersitten â gemessen wurden 2,17 mg/kg. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) gab zwar Entwarnung fĂŒr die akute Gesundheit, stellte aber klar: Die Produkte sind nicht verkehrsfĂ€hig.
GefÀlschte Medikamente: Ein boomender Schwarzmarkt
Auch auĂerhalb der Lebensmittelregale wĂ€chst die Gefahr. Der deutsche Zoll meldete am 29. Mai einen drastischen Anstieg des Werts beschlagnahmter gefĂ€lschter Arzneimittel. Von rund 545.000 Euro im Jahr 2023 schoss der Wert auf ĂŒber 2,3 Millionen Euro im Jahr 2025 â trotz rĂŒcklĂ€ufiger StĂŒckzahlen.
Die HauptherkunftslĂ€nder der illegalen Ware: China und GroĂbritannien. Besonders gefĂ€hrlich: GefĂ€lschte Abnehm- und Leistungssteigerungsmittel enthalten oft toxische Inhaltsstoffe oder gefĂ€hrliche Dosierungen. Gesundheitsorganisationen schlagen Alarm.
Mikroplastik in der Lunge: Neue Erkenntnisse aus Wien
Die MedUni Wien veröffentlichte am 29. Mai eine Studie, die neue Einblicke in die Gefahren von Mikroplastik liefert. In Tiermodellen zeigte sich: PET-Mikroplastik kann nach einmaliger Exposition mindestens 14 Tage im Lungengewebe verbleiben. Die Folge: EntzĂŒndungen und eine Verschlimmerung allergischer Reaktionen â insbesondere in Kombination mit Umweltallergenen wie Ambrosia-Pollen.
FĂŒr Verbraucher bedeutet das: Der tĂ€gliche Einkauf wird zunehmend zum SpieĂrutenlauf zwischen versteckten Zuckern, chemischen ZusĂ€tzen und Schadstoffen. Experten raten zu mehr Bewusstsein beim Einkauf â und zu einer RĂŒckbesinnung auf frische, unverarbeitete Lebensmittel.
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