Konservierungsstoffe: Hohe Aufnahme mit 29 Prozent mehr Bluthochdruckrisiko verbunden
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 10:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine umfassende Beobachtungsstudie aus Frankreich liefert neue Anhaltspunkte für die gesundheitlichen Auswirkungen von Konservierungsstoffen in Lebensmitteln.
Die im September 2026 im European Heart Journal veröffentlichten Ergebnisse der NutriNet-Santé-Studie deuten darauf hin, dass eine hohe Aufnahme bestimmter Zusatzstoffe mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein könnte.
Die Untersuchung unter der Leitung von Mathilde Touvier und Anaïs Hasenböhler analysierte detaillierte Ernährungsdaten über einen Zeitraum von mehreren Jahren.
Umfangreiche Datenerhebung über fast acht Jahre
Die Untersuchung der Université Sorbonne Paris Nord basierte auf den Daten von 112.395 erwachsenen Teilnehmern in Frankreich. Diese wurden über einen Zeitraum von median 7,9 Jahren beobachtet.
Ein zentrales Merkmal der Studie ist die weite Verbreitung der untersuchten Stoffe in der modernen Ernährung: Den Daten zufolge nahmen 99,5 % der Teilnehmenden bereits in den ersten beiden Studienjahren mindestens einen der untersuchten Konservierungsstoffe zu sich.
Die Forscher konzentrierten sich dabei auf die statistische Verknüpfung zwischen der Menge der aufgenommenen Zusatzstoffe und dem Auftreten von kardiovaskulären Problemen. Dabei wurde zwischen verschiedenen Kategorien von Konservierungsmitteln unterschieden, insbesondere zwischen antioxidativen und nicht-antioxidativen Stoffen.
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Signifikante Risikoerhöhung durch nicht-antioxidative Stoffe
Die Analyse der Daten ergab deutliche Unterschiede je nach Menge und Art der konsumierten Stoffe. Bei der Gruppe mit der höchsten Aufnahme nicht-antioxidativer Konservierungsstoffe wurde im Vergleich zur Gruppe mit der niedrigsten Aufnahme ein um 29 % höheres Risiko für Bluthochdruck festgestellt. Zudem lag das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in dieser Gruppe um 16 % höher.
Auch antioxidative Konservierungsstoffe zeigten eine statistische Korrelation mit gesundheitlichen Risiken. Eine besonders hohe Aufnahme dieser Stoffe war demnach mit einem um 22 % höheren Bluthochdruckrisiko verbunden.
Betrachtet man den Gesamtkonsum aller untersuchten Konservierungsstoffe, ergab sich bei der Gruppe mit dem höchsten Verbrauch ein um 24 % gesteigertes Risiko für Bluthochdruck sowie ein um 16 % höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Kritische Betrachtung einzelner Zusatzstoffe wie E300
Im Rahmen der Untersuchung wurden 17 spezifische Substanzen genauer analysiert. Acht dieser Stoffe konnten statistisch mit einem höheren Risiko für Bluthochdruck in Verbindung gebracht werden. Dazu zählen die Zusatzstoffe E202, E224, E250, E300, E301, E316, E330 und E392.
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Autoren der Ascorbinsäure (E300). Die Aufnahme dieses Stoffes sei mit einem um 15 % höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert gewesen. Interessanterweise stammte etwa die Hälfte der von den Probanden aufgenommenen Ascorbate nicht aus künstlichen Zusätzen allein, sondern aus verarbeitetem Obst und Gemüse.
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Einordnung der Ergebnisse und methodische Grenzen
Trotz der statistischen Deutlichkeit betonen Fachleute die Grenzen der vorliegenden Untersuchung. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich daraus keine unmittelbare Ursächlichkeit ableiten. Ein direkter Beweis, dass die Konservierungsstoffe allein für die gesundheitlichen Folgen verantwortlich sind, steht somit aus.
Zudem fehlen in der Veröffentlichung Angaben zu den absoluten Risiken, was die Einordnung der prozentualen Steigerungen erschwert. Es sei zudem möglich, dass die gesamte Ernährungsweise der Probanden eine Rolle spiele und die Effekte beeinflusse.
Auch der genaue biologische Mechanismus, durch den die genannten Stoffe den Blutdruck oder das Herz-Kreislauf-System schädigen könnten, bleibt bislang unklar. Die Studie liefert somit wichtige statistische Korrelationen, die als Grundlage für weitere klinische Forschung dienen können.
