Konservierungsstoffe, Studie

Konservierungsstoffe: Studie mit 112.000 zeigt 29% Bluthochdruck-Risiko

05.07.2026 - 10:32:19 | boerse-global.de

Eine Langzeitstudie mit über 112.000 Teilnehmern belegt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Lebensmittelzusätzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Französische Studie: Diese acht Konservierungsstoffe erhöhen den Blutdruck
Konservierungsstoffe - Eine stilisierte medizinische Illustration, die ein menschliches Herz zeigt, das subtil mit chemischen Strukturen oder Lebensmittelzusatzstoff-Symbolen verknüpft ist. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine große Langzeitstudie aus Frankreich zeigt: Bestimmte Konservierungsstoffe in Lebensmitteln stehen in direktem Zusammenhang mit Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Forscher der Sorbonne Paris Nord und der Université Paris Cité werteten Daten von 112.395 Teilnehmern aus. Über knapp acht Jahre beobachteten sie, wie sich der Konsum von Konservierungsstoffen auf die Herzgesundheit auswirkte. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im European Heart Journal.

Bis zu 29 Prozent mehr Risiko

Die Zahlen sind deutlich: Wer viele nicht-antioxidative Konservierungsstoffe zu sich nimmt, hat ein 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck. Das allgemeine kardiovaskuläre Risiko steigt um 16 Prozent. Auch antioxidative Konservierungsstoffe sind nicht harmlos – sie erhöhen das Hypertonierisiko um 22 Prozent.

Insgesamt dokumentierten die Forscher 5.544 Bluthochdruck-Fälle und 2.450 kardiovaskuläre Ereignisse. Besonders interessant: Rund 16 Prozent des Zusammenhangs zwischen nicht-antioxidativen Stoffen und Herzerkrankungen laufen direkt über die Entwicklung von Bluthochdruck.

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Diese acht Stoffe stehen im Fokus

Von 17 untersuchten Konservierungsstoffen konnten die Forscher acht Substanzen mit erhöhtem Bluthochdruckrisiko in Verbindung bringen:

  • Kaliumsorbat (E202)
  • Kaliummetabisulfit (E224)
  • Natriumnitrit (E250)
  • Ascorbinsäure (E300) und Natriumascorbat (E301)
  • Natriumerythorbat (E316)
  • Zitronensäure (E330)
  • Rosmarinextrakt (E392)

Bei Ascorbinsäure fanden die Forscher zusätzlich einen Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mathilde Touvier vom französischen Gesundheitsforschungsinstitut INSERM fordert deshalb eine Neubewertung dieser Zusatzstoffe durch die europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die US-Behörde FDA.

Nicht in Panik verfallen

Die Ergebnisse klingen alarmierend – doch Experten mahnen zur Besonnenheit. Monica Dinu von der Universität Florenz weist darauf hin: „Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die Assoziationen, aber keine direkten Kausalitäten belegt." Sie empfiehlt, das gesamte Ernährungsprofil zu betrachten, statt einzelne Inhaltsstoffe zu verteufeln.

Die Studienautoren sehen das anders: Die Effekte traten bereits bei üblichen Verzehrmengen auf. Das untermauere die Diskussion über die Sicherheit von Lebensmittelzusatzstoffen.

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Kaffee, Süßstoffe und Zahnarztbesuche

Die Studie reiht sich ein in wachsende Forschung zu Ernährungsrisiken. Forscher der Universität Uppsala fanden etwa heraus: Kaffee aus Brühautomaten enthält oft hohe Mengen der Diterpene Cafestol und Kahweol, die das LDL-Cholesterin erhöhen. Filterkaffee dagegen hat weniger als ein Hundertstel dieser Stoffe.

Auch kalorienfreie Süßstoffe wie Aspartam oder Sucralose stehen unter Verdacht. Eine Analyse der Tufts University mit 21 klinischen Studien zeigte höhere Nüchtern-Insulinwerte und veränderte HbA1c-Werte – möglicherweise durch Veränderungen der Darmflora.

Und noch ein überraschender Faktor: Eine NIH-Studie mit 90.000 Teilnehmern über 55 Jahre zeigt, dass finanzielle Hürden bei Zahnbehandlungen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen. Bis zu vier Prozent dieser Erkrankungen ließen sich vermeiden, wenn der Zugang zur Zahnmedizin verbessert würde.

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