Kraft plus Ausdauer: Training senkt das Sterberisiko um bis zu 58 Prozent
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deMehrere aktuelle Auswertungen und wissenschaftliche Ăbersichtsarbeiten untersuchen den Einfluss von gezieltem Krafttraining sowie kurzen, hochintensiven Bewegungseinheiten auf den Muskelaufbau und die Lebenserwartung. Die vorliegenden Daten verdeutlichen, dass strukturierte Muskelarbeit nicht nur funktionelle FĂ€higkeiten erhĂ€lt, sondern in Kombination mit AusdaueraktivitĂ€t das Risiko vorzeitiger TodesfĂ€lle signifikant verringern kann.
Deutliche Risikoreduktion durch die Kombination von Kraft und Ausdauer
Eine im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Harvard-Studie, die knapp 150.000 Personen ĂŒber einen Zeitraum von 30 Jahren begleitete, verknĂŒpft ein reines Krafttraining von 90 bis 120 Minuten pro Woche mit einem um 13 Prozent verringerten Risiko eines vorzeitigen Todes jeglicher Ursache.
Das Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankungen sank in dieser Gruppe um 19 Prozent, jenes fĂŒr neurologische Leiden um 27 Prozent. Wurde das Krafttraining zusĂ€tzlich mit Ausdauereinheiten kombiniert, reduzierte sich das Risiko eines vorzeitigen Ablebens gegenĂŒber inaktiven Personen um 45 bis 58 Prozent.
Eine Meta-Analyse der Tohoku-UniversitĂ€t, die 16 internationale Untersuchungen mit bis zu 25 Jahren Nachbeobachtung umfasst, bestĂ€tigt diesen Trend: Das gemeinsame Absolvieren beider Trainingsformen senkte das Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€r bedingte TodesfĂ€lle um 60 Prozent und das fĂŒr Krebstode um 28 Prozent.
Als optimales Pensum fĂŒr das Krafttraining erwiesen sich 90 bis 120 Minuten wöchentlich, aufgeteilt auf zwei bis drei Einheiten; ein Trainingsumfang von mehr als zwei Stunden pro Woche erbrachte keinen zusĂ€tzlichen Ăberlebensvorteil. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate AusdaueraktivitĂ€t pro Woche ergĂ€nzt durch mindestens zwei Krafteinheiten.
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KnochenstabilitÀt und MobilitÀt im Alter
Mit fortschreitendem Alter rĂŒckt der Erhalt der Knochendichte und Muskelfunktion in den Mittelpunkt. Prof. Dr. Thomas KĂ€licke, Chefarzt fĂŒr Chirurgie, OrthopĂ€die und Unfallchirurgie an den GFO-Kliniken Bonn, erklĂ€rte, dass ĂŒber zwei Drittel der stationĂ€r behandelten KnochenbrĂŒche in Deutschland Patienten ab einem Alter von 65 Jahren betreffen.
Um Knochensubstanz zu erhalten, seien StoĂ- und Kraftreize wie Kniebeugen oder Kreuzheben notwendig, wĂ€hrend Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen das Skelett entlasten und kaum knochenaufbauende Reize setzen.
Eine australische Untersuchung zeigte bei Frauen nach den Wechseljahren nach acht Monaten Training mit schweren Gewichten und SprĂŒngen ein Plus von knapp drei Prozent an der LendenwirbelsĂ€ule.
In der zwölfmonatigen FORTIFY-Bones-Studie mit 324 Probanden steigerte hochintensives progressives Krafttraining die Dichte an der LendenwirbelsĂ€ule um rund ein Prozent gegenĂŒber Kontrollen, wĂ€hrend moderate IntensitĂ€t keine messbare VerĂ€nderung brachte.
Auch funktionelle EinbuĂen lassen sich begrenzen. Die LIFE-Studie an ĂŒber 1.600 wenig aktiven Menschen zwischen 70 und 89 Jahren belegte, dass strukturierte Bewegungsprogramme die SelbststĂ€ndigkeit sicherten und bei etwa jedem 19. Teilnehmenden den Verlust der GehfĂ€higkeit verhinderten.
Der PrĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Geriatrie, Professor Michael Denkinger, betonte, dass Altern keine Krankheit sei, und sprach sich fĂŒr regelmĂ€Ăiges Ausdauer-, Gleichgewichts- und Beinkrafttraining aus.
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Effekte kurzer Trainingsformate und die Rolle der ErnÀhrung
Neben umfangreichen Trainingseinheiten rĂŒcken zeitsparende Formate in den Fokus. Eine im MĂ€rz im Fachjournal PLOS One veröffentlichte Studie des Penn State College of Medicine mit 97 Senioren wies nach zwölf Wochen eines niedrigschwelligen Programms mit WiderstandsbĂ€ndern Verbesserungen beim Aufstehen und beim Ein-Bein-Stand nach.
Weiterhin deuten Untersuchungen darauf hin, dass bereits kurze Unterbrechungen lĂ€ngerer Sitzzeiten durch einminĂŒtige Belastungen die kardiorespiratorische Fitness unterstĂŒtzen und Glukosespitzen nach Mahlzeiten dĂ€mpfen können.
FĂŒr den Muskelaufbau spielt zudem die NĂ€hrstoffzufuhr eine Rolle. Eine Auswertung von 49 Studien mit 1.863 Teilnehmern zeigte, dass EiweiĂzusĂ€tze wĂ€hrend eines mindestens sechswöchigen Krafttrainings den Zuwachs an Muskelmasse und Kraft verbesserten. Ab einer tĂ€glichen Zufuhr von rund 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht stellten sich jedoch keine weiteren ZuwĂ€chse an fettfreier Masse ein.
