Krafttraining: 90â119 Minuten pro Woche senken Sterberisiko um 13%
Veröffentlicht am: 08.06.2026 um 09:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anfang Juni 2026 haben Sportwissenschaftler konkrete Richtwerte veröffentlicht, die eine Einordnung der eigenen Fitness ermöglichen.
Wer mehr als 12 saubere Burpees in Folge schafft, liegt laut den aktuellen Orientierungshilfen im Bereich âsehr hohe Fitnessâ. Die Werte dienen als grober MaĂstab â offizielle, behördenĂŒbergreifende Normtabellen gibt es bislang nicht.
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Die Ăbung kombiniert LiegestĂŒtz, Kniebeuge und Strecksprung zu einem komplexen Bewegungsablauf. Sie fordert Herz-Kreislauf-System und Muskulatur gleichermaĂen.
Auch im Spitzensport gefragt
Burpees sind lÀngst kein reines Breitensport-PhÀnomen mehr. Der Athlet Simon Gronau nutzt sie im Rahmen seines 100-tÀgigen Versuchs, einen neuen Hyrox-Weltrekord aufzustellen.
Dass funktionelles Training auch im Alter wirkt, zeigt das Beispiel der 72-jĂ€hrigen Carole Munro. Trotz dreier HĂŒftprothesen qualifizierte sie sich fĂŒr die Hyrox-Weltmeisterschaft in Schweden â nach einem Europameistertitel in ihrer Altersklasse.
Was die Forschung sagt
Die Harvard-UniversitĂ€t begleitete ĂŒber 30 Jahre hinweg 147.374 Erwachsene. Das Ergebnis: 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche senken das allgemeine Sterberisiko um 13 Prozent.
Besonders deutlich fiel der Effekt bei neurologischen Erkrankungen aus â hier sank das Risiko um 27 Prozent. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren es 19 Prozent. In Kombination mit Ausdauertraining lĂ€sst sich das Risiko sogar um bis zu 45 Prozent verringern.
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Eine Studie der UniversitĂ€t Hongkong mit 315 Probanden untersuchte die Effizienz von Intervalltraining. Die in Nature Communications veröffentlichten Daten zeigen: Eine wöchentliche Einheit von 75 Minuten Intervalltraining reduziert Bauchfett Ă€hnlich effektiv wie drei Trainingseinheiten pro Woche. Nach 16 Wochen verzeichneten beide Gruppen vergleichbare RĂŒckgĂ€nge bei Körperfettmasse und Taillenumfang.
IntensitÀt richtig steuern
FĂŒr moderates Cardio-Training empfehlen Experten zwei bis drei Einheiten pro Woche von jeweils 30 Minuten. Zur Steuerung der Belastung dient der sogenannte Talk-Test: Bei moderater IntensitĂ€t ist Sprechen noch möglich, Singen nicht mehr. Bei intensiven Einheiten sind nur noch kurze SĂ€tze drin.
FĂŒr Frauen betonen Sportmediziner: Bereits ein bis zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche reichen aus, um Muskeln und Knochen zu stĂ€rken und das Osteoporose-Risiko zu senken. Die Angst vor ĂŒbermĂ€Ăigem Muskelaufbau sei unbegrĂŒndet. Die Produktion von Myokinen fĂŒrdere stattdessen die allgemeine Gesundheit.
Deutsche Rekordmarke geknackt
Dass Schnellkraft und koordinative PrĂ€zision auch auf höchstem Niveau entscheidend sind, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Leichtathletik. Der Sprinter Owen Ansah verbesserte am 6. Juni 2026 bei einem Wettkampf in Regensburg den deutschen Rekord ĂŒber 100 Meter auf 9,98 Sekunden.
Eine strukturierte Trainingseinheit sollte stets aus AufwĂ€rmprogramm, Kraft-Balance-Block und anschlieĂender Regenerationsphase bestehen. Wer das beherzigt, kann auch bei komplexen Ăbungen wie Burpees kontinuierlich Fortschritte erzielen.
