Krafttraining, Einheiten

Krafttraining ab 40: Zwei bis drei Einheiten pro Woche bremsen Muskelabbau

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gezieltes Krafttraining ab 40 beugt Muskelabbau vor, unterstĂŒtzt den Stoffwechsel in der Perimenopause und fördert die kognitive Gesundheit, wie aktuelle Studien zeigen.

Krafttraining ab 40: Der SchlĂŒssel zu MobilitĂ€t und Stoffwechsel in der Perimenopause
Eine sportliche Frau in den 50ern fĂŒhrt konzentriert eine Kniebeuge in einem hellen, modernen Fitnessraum aus. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die gesundheitliche Relevanz von gezieltem Krafttraining fĂŒr Frauen in der zweiten LebenshĂ€lfte rĂŒckt verstĂ€rkt in den Fokus der öffentlichen und fachlichen Aufmerksamkeit. Wie unter anderem in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ im August 2026 thematisiert wurde, gilt der Aufbau und Erhalt von Muskulatur ab dem 40. Lebensjahr als ein zentraler Faktor fĂŒr die langfristige MobilitĂ€t und den Stoffwechsel. Experten weisen darauf hin, dass die rein aerobe Bewegung im Sinne von Ausdauertraining oft nicht ausreicht, um den physiologischen VerĂ€nderungen des Alterns entgegenzuwirken.

Physiologische Grundlagen und die Rolle der Perimenopause

Der menschliche Körper unterliegt bereits ab dem 30. Lebensjahr einem natĂŒrlichen Abbau der Muskelmasse, der sich auf etwa 3 bis 8 Prozent pro Jahrzehnt belĂ€uft. Mit Beginn der Perimenopause verstĂ€rken sich diese Prozesse hĂ€ufig. Eine im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Studie, die 38.000 Krankenschwestern ĂŒber einen Zeitraum von 12 Jahren begleitete, zeigt die konkreten Auswirkungen dieser Phase: Im Durchschnitt nahmen die Teilnehmerinnen wĂ€hrend der Perimenopause 0,8 Kilogramm pro Jahr zu, was bis zum Zeitpunkt der letzten Periode zu einer Gewichtszunahme von etwa 5 Kilogramm fĂŒhrte.

Grund hierfĂŒr ist unter anderem der sinkende Östrogenspiegel, der die Insulinempfindlichkeit des Körpers beeinflussen kann. Fitness-Coach Jessica Bock betonte in einem Interview im August 2026, dass Krafttraining hier eine SchlĂŒsselrolle einnehme, da es den Energieverbrauch im Ruhezustand nachhaltig erhöhe. Ein nachhaltiger Gewichtsverlust sei demnach eher durch Kraftsport als durch reines Cardio-Training zu erreichen.

PrÀvention von Sarkopenie im höheren Alter

Besonders ab dem 50. Lebensjahr beschleunigt sich der Muskelabbau, in der Fachsprache als Sarkopenie bezeichnet. Gezielte Übungen können diesen Prozess jedoch bremsen oder sogar umkehren. Experten empfehlen beispielsweise Kniebeugen, um die Muskulatur in Beinen, Bauch und GesĂ€ĂŸ zu stĂ€rken. Den aktuellen Empfehlungen zufolge sind zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche ideal, wobei die QualitĂ€t der AusfĂŒhrung Vorrang vor der QuantitĂ€t haben sollte. Zudem sei die Einplanung von Ruhetagen fĂŒr die Regeneration essenziell.

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Dabei rĂ€umt die Fachwelt mit gĂ€ngigen Vorurteilen auf. Jessica Bock erklĂ€rte, dass Frauen nicht unbeabsichtigt eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Muskulatur aufbauen wĂŒrden. Zudem sei Muskelaufbau auch in höherem Alter weiterhin möglich. Ein wichtiger Indikator fĂŒr den Erfolg sei dabei nicht primĂ€r die Waage, da diese keine verlĂ€ssliche Aussage ĂŒber den allgemeinen Gesundheitszustand liefere. Vielmehr stehe die FunktionalitĂ€t des Körpers im Vordergrund.

Synergien zwischen ErnÀhrung und kognitiver Gesundheit

Neben dem Training spielt die ErnĂ€hrung eine begleitende Rolle beim Muskelerhalt. FĂŒr Personen ab 60 Jahren kann beispielsweise KĂ€se als zusĂ€tzliche Proteinquelle dienen, bietet jedoch laut Berichten von ovb-online keinen alleinigen Schutz vor dem altersbedingten Muskelverlust ohne gleichzeitige körperliche AktivitĂ€t. Als förderlich gelten ErnĂ€hrungsweisen wie die mediterrane DiĂ€t oder die Planetary-Health-DiĂ€t. Der britische Gesundheitsdienst NHS empfiehlt zudem eine tĂ€gliche Aufnahme von 30 Gramm Ballaststoffen.

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In Bezug auf die kognitive Gesundheit mĂŒssen statistische ZusammenhĂ€nge differenziert betrachtet werden. Die Behauptung, Krafttraining allein könne das Demenzrisiko um 45 Prozent senken, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Dieser Wert stammt aus dem Lancet Commission Report von 2024 und bezieht sich auf die Gesamtheit von 14 modifizierbaren Risikofaktoren weltweit. Dennoch zeigt die Harvard Aging Brain Study aus dem Jahr 2025, an der 294 Erwachsene im Alter zwischen 50 und 90 Jahren ĂŒber 14 Jahre teilnahmen, dass Bewegung signifikante Vorteile bietet: Eine tĂ€gliche Schrittzahl von 5.000 bis 7.500 kann den kognitiven Verfall um bis zu 7 Jahre verlangsamen.

Zusammenfassend bestÀtigen aktuelle wissenschaftliche Daten und Expertenmeinungen, dass bereits moderate Einheiten von einer Stunde Krafttraining pro Woche, wie sie auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahegelegt werden, einen wesentlichen Beitrag zur GesundheitsprÀvention leisten.

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