Krebsrisiko: Schon fünf Minuten Sport senken Sterberisiko um 22%
03.07.2026 - 19:56:06 | boerse-global.de
Das zeigt eine neue Studie der Universität Glasgow, die am 2. Juli in PLOS Medicine erschienen ist.
Die Forscher um Dr. Frederick Ho analysierten Daten von 91.292 Teilnehmern der UK Biobank über zwölf Jahre. Ihr Befund: Jede zusätzliche Stunde ununterbrochenen Sitzens – definiert als mindestens 30 Minuten am Stück – erhöht das Risiko, an Krebs zu sterben, um neun bis zehn Prozent.
Bewegung als Gegenmittel
Die gute Nachricht: Die negativen Effekte lassen sich ausgleichen. Wer eine Stunde Sitzen durch leichte körperliche Betätigung ersetzt, senkt sein Sterberisiko um zwölf Prozent. Bei 30 Minuten moderater Bewegung sind es acht Prozent.
Am effektivsten sind kurze, intensive Einheiten. Bereits fünf Minuten am Tag reduzieren das Krebssterberisiko um 22 Prozent. Die Intensität der Bewegung spielt dabei eine größere Rolle als die Dauer.
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Zellen auf Angriff geschaltet
Die Universität Duisburg-Essen liefert die biologische Erklärung. In einer am 3. Juli veröffentlichten Studie ließen die Forscher 20 Chemotherapie-Patienten 20 Minuten lang hochintensiv auf dem Fahrradergometer trainieren.
Das Ergebnis: Direkt nach der Belastung stieg die Zahl der natürlichen Killerzellen im Blut signifikant an. Diese Zellen sind entscheidend für die Erkennung und Bekämpfung von Tumorzellen. Zwar normalisierten sich die Werte nach einer Stunde wieder – der kurze Impuls reicht aber offenbar aus.
Die Forscher betonen: Sport ersetzt keine Krebstherapie, kann sie aber unterstützen.
Kreatin als Unterstützer
Auch biochemische Prozesse spielen eine Rolle. Eine Studie der UCLA in iScience vom 2. Juli zeigt, dass Kreatin die Krebsabwehr fördert. In Versuchen mit Mausmodellen und menschlichen Zellproben verbesserte die Substanz die Aktivierung dendritischer Zellen in der Tumorumgebung. Das wiederum stimulierte T-Zellen und verlangsamte das Tumorwachstum.
Jüngere Generationen altern schneller
Der Bewegungsmangel der Gesellschaft zeigt Folgen. Eine Studie in Nature Medicine vom 2. Juli wertete Daten von 154.000 Teilnehmern aus. Ihr Ergebnis: Die Jahrgänge 1965 bis 1974 sind biologisch 23 Prozent älter als die zwischen 1950 und 1954 Geborenen.
Dieser beschleunigte Alterungsprozess korreliert mit einem Anstieg von Krebserkrankungen vor dem 55. Lebensjahr – besonders bei Lungen-, Magen-Darm- und Gebärmutterkrebs. Jede Standardabweichung beim biologischen Alter erhöht das Risiko für eine frühzeitige Krebserkrankung um acht Prozent.
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Die einfache Lösung
Vor diesem Hintergrund gewinnen Alltagsgewohnheiten an Bedeutung. US-Studien mit Erwachsenen ab 40 zeigen: Wer 8.000 Schritte pro Tag geht, halbiert sein Sterberisiko im Vergleich zu 4.000 Schritten. Das Tempo spielt kaum eine Rolle.
Schon das Unterbrechen von Sitzphasen reduziert die Krebsmortalität um 19 bis 20 Prozent. Und das King's College London fand heraus: Bereits 15 Minuten Bewegung täglich steigern das mentale Wohlbefinden signifikant.
