Krypto-Steuer, Haltefrist

Krypto-Steuer ab 2027: Haltefrist fÀllt weg, 25% Abgeltung

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 23:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nur wenige regeln ihren digitalen Nachlass. Neue Steuerregeln fĂŒr Kryptos und strikte Fristen zwingen zum Handeln.

Digitales Erbe: So sichern Sie Krypto und Online-Konten
Ein modernes Glas-Stundenglas, durch das digitale Datenströme und traditionelle Finanzdokumente fließen, mit einem KryptowĂ€hrungssymbol. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Doch viele Erben stehen vor einem Problem: Sie kommen nicht an die digitalen Vermögenswerte ihrer Angehörigen.

Der digitale Nachlass umfasst Krypto-Wallets, Online-Broker, soziale Medien und Cloud-Speicher. Der Bundesgerichtshof entschied 2018, dass NutzungsvertrĂ€ge grundsĂ€tzlich auf Erben ĂŒbergehen. In der Praxis bleibt der Zugriff aber oft schwierig.

Die große RegelungslĂŒcke

Nur 40 Prozent der Internetnutzer haben ihren digitalen Nachlass geregelt. Gerade einmal 16 Prozent vollstÀndig, zeigt eine Bitkom-Umfrage.

Plattformbetreiber wie Apple, Google und Facebook reagieren langsam. Apple erlaubt seit iOS 15.2 die Einrichtung von Nachlasskontakten. Sie erhalten nach Vorlage eines ZugriffsschlĂŒssels und der Sterbeurkunde Zugang zu iCloud-Daten. Ohne solche Vorkehrungen bleiben verschlĂŒsselte GerĂ€te oft dauerhaft unzugĂ€nglich.

Steuerliche Fallstricke lauern

Bei der klassischen Nachlassplanung bleiben FreibetrĂ€ge hĂ€ufig ungenutzt. Kinder können 400.000 Euro steuerfrei erben – alle zehn Jahre neu. Das beliebte Berliner Testament, bei dem sich Ehepartner gegenseitig als Alleinerben einsetzen, fĂŒhrt oft dazu, dass diese FreibetrĂ€ge im ersten Erbfall ungenutzt bleiben. Im zweiten Erbfall droht dann eine höhere Steuerlast.

Besonders hart trifft es unverheiratete Paare. FĂŒr sie besteht kein gesetzliches Erbrecht, der Steuerfreibetrag liegt bei nur 20.000 Euro. Ein Erbvertrag gilt hier als zentrales Instrument, denn ein gemeinschaftliches Testament ist nur Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern vorbehalten.

Politische Weichenstellungen

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Die steuerliche Behandlung großer Vermögen steht auf der politischen Agenda. In der zweiten JahreshĂ€lfte sind Koalitionsverhandlungen zu erwarten. Die SPD fordert die Schließung von Steuerschlupflöchern und eine stĂ€rkere Besteuerung großer Vermögen bei gleichzeitiger Entlastung kleinerer Erbschaften.

Diskutiert werden UnternehmensfreibetrĂ€ge von 5 Millionen Euro und LebensfreibetrĂ€ge von einer Million Euro. Auch die WiedereinfĂŒhrung einer Vermögensteuer fĂŒr Vermögen ab 100 Millionen Euro steht im Raum.

Krypto-Steuer: Schluss mit der Haltefrist

Ein Kabinettsbeschluss vom 6. Juli 2026 bringt eine grundlegende Änderung fĂŒr KryptowĂ€hrungen. Ab 2027 sollen Kryptogewinne wie Aktien mit einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent belegt werden.

Bisher konnten Anleger KryptowĂ€hrungen nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei verkaufen. Diese Änderung wird die Einordnung von Krypto-Assets in die Nachlass- und Vermögensstrategie maßgeblich beeinflussen.

Fristen sind knallhart

Im Erbfall mĂŒssen Hinterbliebene strikte Fristen beachten. Die Frist fĂŒr eine Erbausschlagung betrĂ€gt nur sechs Wochen ab Kenntnis des Erbfalls. Sie ist starr und kann nicht verlĂ€ngert werden. Bei ĂŒberschuldeten NachlĂ€ssen ist eine schnelle Reaktion daher ĂŒberlebenswichtig.

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Die 6-Wochen-Frist fĂŒr die Erbausschlagung gilt auch fĂŒr Krypto-NachlĂ€sse – und ohne Vorsorge bleiben Wallets oft dauerhaft unzugĂ€nglich. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihren digitalen Nachlass rechtssicher regeln und Ihre Erben vor steuerlichen Fallstricken schĂŒtzen. Digitalen Nachlass jetzt regeln

Eine Annahme der Erbschaft erfolgt bereits durch die Beantragung eines Erbscheins oder die aktive Nutzung von GegenstÀnden aus dem Nachlass.

Zur Vermeidung von Komplikationen empfehlen Experten die Erstellung eines Notfallordners und einer Vorsorgevollmacht. Die Dokumente sollten eine Liste aller Konten und Abonnements enthalten sowie klare Anweisungen fĂŒr den Umgang mit digitalen IdentitĂ€ten. Eine frĂŒhzeitige und detaillierte Dokumentation minimiert die Recherchearbeit fĂŒr Angehörige erheblich.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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