Lebensmittelbudget: Fleisch kostet 22% der Haushaltsausgaben
16.06.2026 - 11:32:37 | boerse-global.de
Das zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes.
Private Haushalte in Deutschland gaben 2023 im Schnitt 335 Euro pro Monat für Nahrungsmittel aus. Fleisch, Wurst, Fisch und Meeresfrüchte machen davon 22 Prozent aus – mehr als jede andere Warengruppe.
Getreideprodukte sowie Milchprodukte und Eier liegen gleichauf bei je 17 Prozent. Für Gemüse und Kartoffeln fließen 14 Prozent, für Obst und Nüsse 9 Prozent. Zucker- und Süßwaren schlagen mit 8 Prozent zu Buche. Hinzu kommen durchschnittlich 75 Euro monatlich für Getränke. Hier dominieren alkoholfreie Getränke (24 Prozent), gefolgt von Wein (20), Kaffee und Tee (19) sowie Bier (16).
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Importabhängigkeit bei Fisch wird zum Risiko
Die deutsche Fischwirtschaft steht vor einem Umbruch. Grund ist das geplante 21. Sanktionspaket der EU gegen Russland. Es sieht vor, die Importe von Alaska-Seelachs aus russischen Quellen binnen zwei Jahren um die Hälfte zu reduzieren.
Die Folgen für den deutschen Markt wären massiv. Russland ist der weltweit größte Lieferant für Alaska-Seelachs. Zwischen 2020 und 2024 stieg der russische Anteil an deutschen Importen von Alaska-Seelachs-Filets von 15 auf 45 Prozent. Insgesamt importierte Deutschland 2024 rund 109.000 Tonnen russischer Fischprodukte im Wert von 311 Millionen Euro.
Schätzungen zufolge stammen 55 bis 72 Prozent des hier verarbeiteten Alaska-Pollacks aus Russland. Das Thünen-Institut warnt vor Produktionsengpässen und steigenden Preisen. Deutschland produziert rund 60 Prozent aller Fischstäbchen in der EU.
Preise sinken leicht – ökologische Wende läuft
Die allgemeine Inflation in Deutschland lag im Mai 2026 bei 2,6 Prozent. Nahrungsmittel wurden sogar 0,9 Prozent günstiger als im Vormonat. Besonders frisches Gemüse verbilligte sich um 9,3 Prozent.
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Gleichzeitig gewinnt die ökologische Transparenz an Bedeutung. Der Großhändler METRO stellt für sein gesamtes Sortiment modellierte CO2-Daten bereit. Damit will er Gastronomie und Hotellerie bei der nachhaltigen Beschaffung unterstützen.
Die Unterschiede innerhalb der Warengruppen sind enorm: Rindfleisch aus ökologischer Erzeugung verursacht bis zu 21,7 kg CO2-Äquivalente pro Kilogramm. Fleischalternativen wie Lupinenmehl kommen auf nur 0,4 kg.
Ein Forschungsprojekt namens „Grashähnchen“ soll die Abhängigkeit von importierten Futtermitteln reduzieren. Die Hochschule Osnabrück und Partner aus der Agrarwirtschaft testen seit Sommer 2026, ob Grünlandprotein herkömmliches Soja in der Geflügelmast ersetzen kann.
