Lebensmittelkontrolle, PrĂŒfung

Lebensmittelkontrolle: Jede vierte PrĂŒfung fĂ€llt aus

26.06.2026 - 12:09:34 | boerse-global.de

Neue Nutri-Score-Kriterien stufen viele Produkte herab, wÀhrend ein Viertel der Lebensmittelkontrollen ausfÀllt.

Lebensmittelreport 2026: Strengere Nutri-Score Regeln und mehr KontrollausfÀlle
Lebensmittelkontrolle - Nahaufnahme von frischem Obst und GemĂŒse, mit verschwommenen NĂ€hrwertkennzeichnungen und einem Supermarktgang im Hintergrund. 26.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Zucker und Salz werden hĂ€rter bewertet, Ballaststoffe und Eiweiß positiver. Bei GetrĂ€nken fĂŒhren SĂŒĂŸstoffe nun zu PunktabzĂŒgen. Die Folge: Viele Produkte rutschen ab – etwa von der Bestnote A auf die Kategorie D.

Aktuell beteiligen sich 1.040 Anwender mit 1.550 Marken an dem freiwilligen System. Experten sehen jedoch weiterhin Probleme: Die Freiwilligkeit und MissverstĂ€ndnisse ĂŒber die Aussagekraft des Scores bremsen die Akzeptanz.

Versteckte Preiserhöhungen und falsche Beeren

VerbraucherschĂŒtzer warnen vor Tricks bei PackungsgrĂ¶ĂŸen. Ein bekannter Kokos-Schokoladenriegel zeigt, wie es lĂ€uft: Der Multipack schrumpfte von neun auf acht Riegel, der Preis blieb gleich oder stieg. Je nach HĂ€ndler entspricht das einer Verteuerung von bis zu 26 Prozent. Der Hersteller verweist auf gestiegene Rohstoff- und Energiekosten.

Auch bei der Echtheit von Lebensmitteln gibt es Probleme. Analysen der Verbraucherzentralen aus 2024 zeigten: Jede zweite Probe angeblicher Waldheidelbeeren enthielt keine echten WildfrĂŒchte. Stattdessen fanden sich gĂŒnstigere Kulturheidelbeeren oder bei verarbeiteten Produkten Farb- und Ersatzstoffe.

Jede vierte Kontrolle fÀllt aus

Die staatliche LebensmittelĂŒberwachung steht unter Druck. Eine Auswertung von foodwatch fĂŒr 2025 ergab: Nur 71 Prozent der vorgeschriebenen Routinekontrollen wurden durchgefĂŒhrt. Jede vierte Kontrolle fiel aus. Gerade einmal 13 Prozent der Behörden schafften alle PrĂŒfungen. Seit einer Neuregelung 2020 fehlt vor allem Personal.

Pestizide im Kaffee: Belastung steigt rasant

Die Deutsche Umwelthilfe wies im Juni 2026 in Kaffeebohnen aus Brasilien und Vietnam 159 verschiedene Pestizidwirkstoffe nach. Viele gelten als hochgefĂ€hrlich, einige sind in der EU nicht zugelassen. Laut EFSA hat sich die Menge der RĂŒckstĂ€nde zwischen 2011 und 2022 verzehnfacht.

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Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) sieht moderaten Kaffeekonsum dennoch als nicht unmittelbar gesundheitsschĂ€dlich. Der Kaffeeverband argumentiert, dass Rösten und BrĂŒhen die RĂŒckstĂ€nde weitgehend abbauen.

Vorsicht bei Leinsamen: BlausÀure-Risiko

Das BfR veröffentlichte im Juni 2026 aktualisierte Empfehlungen fĂŒr Leinsamen. Erwachsene sollten maximal 15 bis 20 Gramm rohe, geschrotete Samen pro Tag essen. Bei Kleinkindern raten die Experten komplett davon ab – die freigesetzte BlausĂ€ure birgt Gesundheitsrisiken.

NÀhrstoffmangel und PrÀvention

Teile der Bevölkerung in Deutschland sind unterversorgt – besonders bei Vitamin D, Vitamin B12, Jod und Selen. FĂŒr Vegetarier und Schwangere empfehlen Fachleute spezifische LeitfĂ€den zur Sicherstellung der NĂ€hrstoffzufuhr.

Ein ausgezeichnetes Projekt der TU MĂŒnchen befasst sich mit DarmkrebsprĂ€vention bei jungen Menschen. Bei jĂ€hrlich 56.000 Neuerkrankungen raten Experten zu ballaststoffreicher ErnĂ€hrung, weniger Übergewicht sowie geringem Konsum von rotem Fleisch und Alkohol. Fermentierte Lebensmittel gelten als förderlich fĂŒr die Darmgesundheit.

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Schrumpfende Packungen bei gleichem Preis – das ist keine Seltenheit. Ein Kokos-Schokoladenriegel wurde um bis zu 26 Prozent teurer. Unser Leitfaden verrĂ€t, wie Sie solche Mogelpackungen im Supermarkt sofort entlarven und clever sparen. Mogelpackungen erkennen – Leitfaden sichern

Trinken bei Hitze: Wasser, GemĂŒse, leichte Kost

Bei Hitzewellen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung: Alle ein bis zwei Stunden Wasser trinken. Der Körper verliert bis zu drei Liter FlĂŒssigkeit pro Tag. Ideal sind wasserreiches GemĂŒse wie Gurken und Tomaten sowie leichte, pflanzenbasierte Kost. Schwere Speisen, Alkohol und stark zuckerhaltige GetrĂ€nke sollten tabu sein.

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