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Mentale Gesundheit im Leistungssport: Studie findet bei 21 Prozent Angststörungen

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sportler sprechen über psychische Belastungen; Studien beziffern Angst- und Depressionsdiagnosen, während Verbände Betreuungsstrukturen stärken.

Mentale Gesundheit im Leistungssport: Athleten berichten, Verbände reagieren
Ein leeres, professionelles Fußballstadion in der frühen Morgendämmerung bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Immer mehr prominente Persönlichkeiten des Leistungssports sprechen offen über mentale Gesundheit, um bestehende Stigmata abzubauen. Wo früher Schwächen im Hochleistungsumfeld tabuisiert wurden, teilen ehemalige und aktive Athleten vermehrt ihre Erfahrungen mit Depressionen, Angstzuständen und Überlastung. Dieser Wandel verdeutlicht, dass psychische Erkrankungen vor sportlichen Spitzenleistungen nicht Halt machen.

Offene Einblicke von Fußball- und Football-Ikonen

Zu den prominenten Stimmen gehört der spanische Fußballstar Andrés Iniesta, heute 42 Jahre alt und als Trainer bei Gulf United tätig. In einem spanischen Radioformat bei Onda Cero schilderte er seine früheren Erfahrungen mit Depressionen und betonte, dass die Suche nach professioneller Hilfe für ihn eine existenzielle Notwendigkeit gewesen sei, da er das Gefühl gehabt habe zu sterben.

Bereits 2016 hatte Iniesta seine Erkrankung in seiner Autobiografie thematisiert. Später erklärte er, dass sein damaliger Trainer Pep Guardiola und die Mannschaft maßgeblich zu seiner Genesung beigetragen hätten.

Auch aus dem American Football kommen deutliche Berichte. Der ehemalige Offensive Lineman der Chicago Bears, Kyle Long, der acht Spielzeiten in der NFL absolvierte und dreimal für den Pro Bowl nominiert wurde, sprach über seinen Umgang mit ADHS, Angstzuständen und Depressionen. Er beschrieb neben extremen nächtlichen Panikzuständen eine schwere Panikattacke im Jahr 2017 im Mannschaftsbus nach gemeinsamen Trainingseinheiten mit den Indianapolis Colts, die ihn für 90 Minuten bewegungsunfähig machte.

Nachdem ihn seine Teamkollegen Jay Cutler und Trainer Adam Gase fanden, nahm Long regelmäßige therapeutische Unterstützung in Anspruch. Heute arbeitet er als Medienanalyst und engagiert sich als Kampagnensprecher. Berichten zufolge leben weltweit rund 332 Millionen Menschen mit Depressionen, darunter über 21 Millionen Erwachsene in den USA mit schwerer depressiver Störung.

Leistungsdruck, Kritik und Vereinswechsel

Wie stark die Wechselwirkung zwischen sportlichem Druck und psychischer Stabilität ist, zeigt sich auch bei aktiven europäischen Profis. Ronald Araújo, der leihweise vom FC Barcelona zum FC Liverpool wechselte und dort unter Trainer Andoni Iraola in allen seinen ersten sieben Partien zum Einsatz kam, erlebte in der Vorsaison eine einmonatige Auszeit aus psychischen Gründen nach massiver Kritik. Der Abwehrspieler erklärte, der Schritt nach England habe ihm neues Selbstvertrauen und die Spielfreude zurückgegeben.

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Eine Metaanalyse weist bei Leistungssportlern in drei untersuchten Studien eine Quote von 21 Prozent diagnostizierter Angststörungen aus. Wer als Trainer oder Betreuer früh hinschaut, kann Betroffene früher erreichen. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie in fünf Schritten ein Mental-Health-Konzept im Verein aufsetzen. Leitfaden psychologische Betreuung jetzt anfordern

Gleichzeitig sorgt der Umgang mit mentalen Belastungen für Debatten im Ligabetrieb. TV-Experte Stefan Kretzschmar äußerte sich zur Situation um Johannes Golla und dessen Wechselwunsch von MT Melsungen.

Während der Verein den Schritt respektiert, aber Enttäuschung zeigte, bezeichnete Kretzschmar die Situation für den Klub als brutal und kritisierte zudem Vertragsabschlüsse zwei Jahre im Voraus als bedenkliche Entwicklung. Gleichzeitig warnte er vor möglichen Nachahmern, die psychische Gründe vorschieben könnten, um Vereinswechsel zu erzwingen.

Wissenschaftliche Befunde und neue Strukturen

Wissenschaftliche Erhebungen verdeutlichen das Ausmaß mentaler Beschwerden: Eine Metaanalyse wies bei Leistungssportlern in drei untersuchten Studien eine Quote von 21 Prozent für diagnostizierte Angststörungen aus, während eine Untersuchung mit 290 Sportlern bei sechs Prozent diagnostizierte depressive Störungen feststellte. Die Autoren betonten jedoch, dass damit kein Kausalitätsnachweis und kein direkter Vergleich mit Nicht-Sportlern vorliege.

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Sportverbände reagieren zunehmend auf den Bedarf an professioneller Betreuung. Der Deutsche Fußball-Bund schrieb eine Stelle für psychologische Leistungsbetreuung aus, um diesen Bereich strukturell in der Verbandsarbeit zu verankern. Zudem beteiligen sich Verbände wie die Deutsche Fechtsportjugend mit Aufklärungskampagnen an bundesweiten Aktionstagen, um junge Athleten frühzeitig für seelische Gesundheit und Achtsamkeit zu sensibilisieren.

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