Microsoft stoppt Sicherheitslücke: 200 Cyberkriminal-Server offline
25.06.2026 - 00:44:28 | boerse-global.de
Windows-Nutzer erhalten dringende Updates: Microsoft hat am 24. Juni kritische Sicherheitspatches veröffentlicht und eine neue Wiederherstellungsfunktion eingeführt.
Sichere Boot-Prozesse: Zertifikats-Update verhindert Ausfälle
Nur Stunden vor dem Ablauf älterer Sicherheitsschlüssel hat Microsoft ein Secure-Boot-Zertifikatsupdate für Windows 11 und Windows 10 ausgerollt. Mehrere Legacy-Zertifikate standen kurz vor der Gültigkeitsgrenze: Die „Microsoft Corporation KEK CA 2011" lief am 24. Juni ab, die „Microsoft UEFI CA 2011" folgt am 27. Juni. Ein drittes Zertifikat, die „Microsoft Windows Production PCA 2011", verliert am 19. Oktober seine Gültigkeit.
Die Windows-Sicherheits-App zeigt nun den Status der Updates an: Grün bedeutet alles in Ordnung, Gelb signalisiert einen ausstehenden Update-Vorgang. Rot weist darauf hin, dass ein BIOS-Update vom Hardware-Hersteller nötig ist. Fehlt das Update, bootet der PC zwar weiterhin – künftige Boot-Level-Sicherheitsupdates bleiben dann jedoch aus. Für IT-Administratoren bedeutet der Ablauf: Microsoft kann keine neuen Sperr-Pakete mehr mit den 2011er-Schlüsseln signieren.
„Point-in-Time Restore" ersetzt alte Systemwiederherstellung
Ebenfalls am 24. Juni startete die neue Point-in-Time-Restore-Funktion für alle Nutzer. Sie löst die veraltete Systemwiederherstellung ab und nutzt den Volume Shadow Copy Service (VSS). Anders als ihr Vorgänger sichert sie nicht nur Betriebssystemdateien, Apps und Einstellungen, sondern auch persönliche Dateien der Anwender.
Standardmäßig aktiviert ist die Funktion auf Windows 11 Home und Pro (Versionen 24H2 und 25H2). Das System erstellt automatisch alle 24 Stunden vollständige Snapshots und bewahrt diese 72 Stunden auf. Der Speicherbedarf ist gering: etwa zwei Prozent des verfügbaren Plattenplatzes. Nutzer erreichen die Wiederherstellung über die Systemeinstellungen oder die Windows-Wiederherstellungsumgebung – der Rechner ist innerhalb weniger Minuten wieder in einem früheren Zustand.
Internationaler Schlag gegen Cyberkriminalität
Microsoft hat am 24. Juni ein dringendes Secure-Boot-Update veröffentlicht – mehrere Zertifikate laufen ab. Wer das Update verpasst, riskiert künftige Sicherheitslücken. Die kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie den Status prüfen und das Update einspielen. Kostenlose Update-Anleitung anfordern
Parallel zu den Software-Updates gelang Microsofts Digital Crimes Unit (DCU) gemeinsam mit Europol ein Schlag gegen die Cyberkriminalität. Die Aktion zielte auf den StealC-Information-Stealer und den Amadey-Loader ab. Über 200 Kommando- und Kontrollserver wurden abgeschaltet.
Allein in der ersten Maihälfte 2026 waren mehr als 140.000 Computer mit diesen Schadprogrammen infiziert. Microsoft setzte bei der Identifizierung der Infrastruktur auf KI-gestützte Analysen und rechtliche Rahmenbedingungen.
Windows 11 26H2: Enterprise-Kunden profitieren
Für Unternehmen kündigte Microsoft das Rollout von Windows 11 26H2 an. Die Version wird per Enablement-Paket ausgeliefert und teilt sich den Service-Zweig mit Vorgängerversionen. Enterprise-Editionen erhalten 36 Monate Support. Sicherheitsverantwortliche sollten die Windows-Sicherheits-App nutzen, um Core-Isolation-Funktionen wie Speicherintegrität und Firmware-Schutz zu überwachen – zusammen mit Hardware-Features wie dem Pluton-Sicherheitschip und TPM.
Weitere Neuerungen im Juni-Update
Ihr Windows-PC zeigt gelb oder rot in der Sicherheits-App? Das Secure-Boot-Zertifikatsupdate ist fällig. Mit der Checkliste in unserer Anleitung stellen Sie in zwei Minuten fest, ob ein BIOS-Update nötig ist. Checkliste per E-Mail sichern
Die Juni-Updates bringen zudem funktionale Änderungen: Microsoft wechselt den systemweiten GIF-Anbieter von Tenor zu GIPHY – Stichtag ist der 30. Juni. Neue Builds erlauben es, System-Updates per Kalendersteuerung für bis zu 35 Tage zu pausieren. Die Sprachsteuerung unterstützt nun auch Französisch, Deutsch und Spanisch.
Trotz der technischen Fortschritte steht Microsoft unter externem Druck: Eine Sammelklage wirft dem Konzern vor, Aktionäre bezüglich des Wachstums von Copilot und Azure getäuscht zu haben. Die Frist für Hauptkläger endet am 11. August 2026. Im jüngsten Quartal erzielte Microsoft 82,9 Milliarden US-Dollar Umsatz – das Azure-Wachstum lag bei 40 Prozent.
