Mittagsschlaf: 45 Prozent der Erwachsenen machen regelmĂ€Ăig Pause
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 06:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSchlafzeiten nach Alter und Wochentag
- Das RKI befragte rund 8.000 Erwachsene zu Mittagsschlaf und Nachtruhe.
- Frauen kamen auf 47 Prozent, MÀnner auf 44 Prozent mit wöchentlichem Mittagsschlaf.
- Junge Erwachsene schlafen am Wochenende durchschnittlich 8 Stunden und 23 Minuten.
RKI untersucht Mittagsschlaf und Nachtruhe
Fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland hĂ€lt laut einer reprĂ€sentativen Befragung mindestens einmal pro Woche Mittagsschlaf. Das Robert Koch-Institut wertete dafĂŒr Angaben von rund 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus.
Frauen liegen leicht vor MĂ€nnern
Rund 45 Prozent der Befragten gaben an, sich in den vergangenen vier Wochen mindestens einmal wöchentlich hingelegt und dabei nichts aktiv getan oder geschlafen zu haben. Bei den Frauen waren es 47 Prozent, bei den MÀnnern 44 Prozent.
Die meisten Befragten gönnen sich ein- bis zweimal pro Woche ein SchlĂ€fchen. Danach folgt die Gruppe, die tĂ€glich einen Powernap macht. Besonders hĂ€ufig tĂ€glich schlafen Menschen ab 65 Jahren sowie Menschen mit niedrigen formalen BildungsabschlĂŒssen.
Kurze Pausen können die MĂŒdigkeit senken
Ein Mittagsschlaf von weniger als 60 Minuten wirkt sich laut RKI positiv aus. Die Menschen fĂŒhlen sich danach weniger mĂŒde und leistungsfĂ€higer.
Ein Viertel der Erwachsenen mit mindestens wöchentlichem Mittagsschlaf schlĂ€ft 60 Minuten oder lĂ€nger. Ein so langer Mittagsschlaf ist laut RKI mit einem erhöhten Risiko fĂŒr Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Depressionen verbunden.
Zusammenhang ist nicht ursÀchlich
Das RKI betont, dass es sich um einen statistischen, nicht um einen ursĂ€chlichen Zusammenhang handelt. Die Befragung zeigt daher nicht, dass langer Mittagsschlaf die genannten Krankheiten auslöst; ein höheres SchlafbedĂŒrfnis kann auch mit bestehenden Grunderkrankungen zusammenhĂ€ngen.
Frauen unter 45 Jahren machen im Vergleich zu Ă€lteren Altersgruppen hĂ€ufiger mindestens einmal pro Woche einen verlĂ€ngerten Mittagsschlaf. Als mögliche ErklĂ€rung nennt das RKI eine höhere Belastung durch Care-Arbeit und dadurch verkĂŒrzten Nachtschlaf.
Nachts schlafen Erwachsene gut sieben Stunden
Die erwachsene Bevölkerung schlÀft im Durchschnitt 7 Stunden und 26 Minuten pro Nacht. Unter der Woche sind es 7 Stunden und 15 Minuten, am Wochenende 7 Stunden und 53 Minuten.
Bei den 18- bis 29-JĂ€hrigen betrĂ€gt der Durchschnitt am Wochenende 8 Stunden und 23 Minuten gegenĂŒber 7 Stunden und 20 Minuten an Wochentagen. Schlafmediziner empfehlen fĂŒr Erwachsene meist sieben bis neun Stunden pro Nacht, fĂŒr Menschen ab 65 Jahren sieben bis acht Stunden.
Die RKI-Auswertung macht den Mittagsschlaf erstmals in dieser Untersuchung als verbreitetes Verhalten in der erwachsenen Bevölkerung sichtbar. Rund 45 Prozent der Befragten legten sich mindestens einmal pro Woche hin oder schliefen tatsÀchlich; zugleich zeigt die Erhebung Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Bildungsniveau.
FĂŒr die gesundheitliche Bewertung ist die Dauer entscheidend. Ein kurzer Mittagsschlaf von weniger als 60 Minuten kann die MĂŒdigkeit verringern und die LeistungsfĂ€higkeit verbessern. LĂ€ngere Nickerchen treten dagegen hĂ€ufiger bei Menschen mit höherem SchlafbedĂŒrfnis oder bestehenden Belastungen auf. Der vom RKI betonte statistische Zusammenhang erlaubt deshalb keine Aussage, dass langer Mittagsschlaf Krankheiten verursacht.
Schlaf zwischen Alltag und Gesundheit
Besonders relevant ist der Abstand zwischen dem individuellen Schlafbedarf und den tatsĂ€chlichen Möglichkeiten im Alltag. Die RKI-Daten zeigen, dass Erwachsene unter der Woche im Durchschnitt weniger schlafen als am Wochenende. Bei jĂŒngeren Erwachsenen fĂ€llt dieser Unterschied besonders deutlich aus.
Ein Powernap kann fehlenden Nachtschlaf kurzfristig abfedern, ersetzt aber keine dauerhaft ausreichende Nachtruhe. FĂŒr BeschĂ€ftigte, Familien mit hoher Care-Arbeit und Ă€ltere Menschen ist die Frage daher nicht nur eine des persönlichen Lebensstils, sondern auch der verfĂŒgbaren Erholungszeit. Die Daten liefern zugleich einen Hinweis darauf, warum pauschale Empfehlungen zur idealen Schlafdauer zu kurz greifen: Der Bedarf unterscheidet sich individuell, wĂ€hrend Alter, Arbeitszeiten und gesundheitliche Voraussetzungen das Schlafverhalten mitprĂ€gen.
n-tv: âRKI warnt vor Schlafmangel und langem Mittagsschlafâ (05.11.2026)
Der Beitrag greift die RKI-Befragung und den Anteil von 45,3 Prozent mit mindestens wöchentlichem Mittagsschlaf auf. Im Mittelpunkt stehen die Warnung vor langen Nickerchen und der Zusammenhang mit Schlafmangel; die dpa-Meldung ordnet zusÀtzlich Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Bildungsabschluss ein.
n-tv: âWichtiger Wirtschaftsfaktor: Schlechter Schlaf kann der Karriere schadenâ (05.11.2026)
Der Artikel setzt einen anderen Schwerpunkt und betrachtet Schlaf als Faktor fĂŒr LeistungsfĂ€higkeit und Berufsleben. Damit ergĂ€nzt er die RKI-Angaben zur Schlafdauer um eine arbeitsweltliche Perspektive, behandelt aber nicht ausschlieĂlich den Mittagsschlaf.
Gemeinsam ist den BeitrÀgen der Fokus auf ausreichenden Schlaf und die Vorsicht bei langen Nickerchen. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Blickwinkel: Die dpa-Meldung beschreibt das Verbreitungsmuster, wÀhrend die beiden BeitrÀge stÀrker gesundheitliche beziehungsweise berufliche Folgen hervorheben.
