Neura Gym Aachen: 3.000 m² Robotik-Trainingsanlage bis Ende 2026
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf dem Melaten-Hochtechnologie-Campus in Aachen entsteht bis Ende 2026 eine 3.000 Quadratmeter große Trainingsanlage für lernende Roboter. Das „Neura Gym“ soll die Lücke zwischen universitärer Forschung und praktischer Anwendung im Bereich der Physical AI schließen.
Zehn Trainingszentren weltweit geplant
Die Aachener Einrichtung ist Teil einer globalen Strategie des Robotik-Unternehmens Neura Robotics. Insgesamt sollen zehn solcher Trainingshallen entstehen – fünf davon bereits bis Ende 2026 in Europa, den USA und China. Finanziert wird der Ausbau durch eine Series-C-Finanzierungsrunde von umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro.
Am Neura Gym in Aachen werden rund 20 Universitätsinstitute beteiligt sein. Professor Schulz verantwortet die Bereiche Foundation Models und Bildverarbeitung, Professor Corves die Robotik und Mensch-Roboter-Interaktion. Der Fokus liegt auf Anwendungen für humanoide Roboter in der Fertigungsindustrie, Automobilbranche, Medizintechnik, Pflege und Kreislaufwirtschaft. Die gesammelten Daten fließen in das Ökosystem „Neuraverse“ – wobei die Projektpartner die Hoheit über ihre spezifischen Daten behalten.
München zieht nach: RoboGym am Flughafen
Parallel zum Aachener Projekt entsteht ein weiteres Schwergewicht der deutschen Robotik-Landschaft: Das TUM RoboGym am Münchner Flughafen soll im vierten Quartal 2026 eröffnen. Die 2.300 Quadratmeter große Anlage kostet rund 17 Millionen Euro.
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Neuer Studiengang in Hannover
Die Hochschulen reagieren auf den wachsenden Bedarf an Robotik-Experten. Die Leibniz Universität Hannover und die Medizinische Hochschule Hannover starten zum Wintersemester 2026/2027 einen neuen interdisziplinären Bachelorstudiengang. Das zulassungsfreie Programm verbindet Medizin mit Ingenieurwissenschaften. Die Studierenden lernen anatomische und physiologische Grundlagen sowie den Einsatz von KI und Robotik in medizinischen Kontexten – etwa bei Gehhilfen oder der Stammzellforschung.
Der Trend zeigt sich bundesweit: KI, Robotik und Cybersicherheit gehören 2026 zu den gefragtesten Fächern bei deutschen und internationalen Studierenden.
Millionen für Simulation und Quantenforschung
Auch die Länder investieren kräftig. Baden-Württemberg fördert das Projekt „Roboter-Simulacrum“ mit rund einer Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Das FZI Karlsruhe und die HdM Stuttgart nutzen Gaming-Technologien, um Open-Source-Robotiksimulationen speziell für kleine und mittlere Unternehmen zu entwickeln.
Bayern steuert 2,9 Millionen Euro zum Projekt TroDeQu bei. Das Startup QuantumDiamonds und die TU München entwickeln darin Quantensensoren, die Hardware-Trojaner auf Mikrochips per Magnetfeldmessung aufspüren. Die Förderung läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028.
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Münchner Startup kassiert 48 Millionen Euro
Die deutsche Robotik-Szene zieht internationales Kapital an. Das Münchner Startup microagi sicherte sich kürzlich eine Seed-Finanzierung von 48 Millionen Euro. Das Unternehmen arbeitet mit Google Cloud zusammen, um High-End-Hardware für das Training von Physical AI zu nutzen. Durch die Aufzeichnung verschiedener Arbeitsabläufe sammelt microagi die nötigen Trainingsdaten für autonome Robotersysteme.
Die internationale Fachwelt honoriert die deutsche Forschung: Auf der ICRA 2026 in Wien räumten Wissenschaftler der TU München, der Universität Bonn und des Karlsruher Instituts für Technologie gleich mehrere Preise ab – für Arbeiten zur humanoiden Robotik, herausragende Paper und Siege bei Roboter-Rennwettbewerben.
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