NĂŒsse und Blutdruck: 30 Gramm tĂ€glich senken das Risiko um 26 Prozent
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 20:25 Uhr | Redaktion boerse-global.deWissenschaftliche Analysen untersuchen regelmĂ€Ăig den regelmĂ€Ăigen Konsum von NĂŒssen und Samen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Blutdruck, Cholesterinwerte sowie die allgemeine Gesundheit. Aktuelle Auswertungen und klinische Studien liefern differenzierte Einblicke in das Potenzial sowie die Grenzen einer nuss- und samenreichen ErnĂ€hrung.
Blutdrucksenkende Effekte und Dosis-Wirkungs-Beziehungen
Eine Meta-Analyse im British Journal of Nutrition, die acht Langzeitstudien mit insgesamt 143.380 Teilnehmern im Alter von 18 bis 87 Jahren aus den USA, Frankreich, Spanien, SĂŒdkorea, China und dem Iran umfasste, untersuchte den Zusammenhang zwischen Nusskonsum und Hypertonie. Unter den Probanden befanden sich 20.665 Personen mit einer Bluthochdruck-Diagnose.
Ein tĂ€glicher Verzehr von rund 30 Gramm NĂŒssen war mit einem um 26 Prozent geringeren Risiko fĂŒr Bluthochdruck im Vergleich zu keinem Nusskonsum verbunden. Beim Vergleich des höchsten mit dem niedrigsten Konsum zeigte sich ein um 16 Prozent verringertes Risiko; jede zusĂ€tzliche tĂ€gliche Portion von etwa 28 Gramm ging mit einer Risikoreduktion von rund 20 Prozent einher.
Dabei wiesen Mengen unter 25 Gramm pro Tag schwĂ€chere Effekte auf, wĂ€hrend Mengen von ĂŒber 35 Gramm tĂ€glich keine zusĂ€tzlichen Vorteile brachten. Die Schutzwirkung stabilisiert sich demnach bei einer durchschnittlichen Menge von etwa einer Handvoll.
Da es sich um Beobachtungsdaten handelt, liegt kein KausalitĂ€tsbeweis vor, und NĂŒsse stellen keinen Ersatz fĂŒr Medikamente dar. Die konkreten Nussarten wurden in der Analyse nicht separat differenziert; Fachleute raten zu ungesalzenen Mischungen.
Einfluss auf Blutfettwerte und EntzĂŒndungsmarker
Neben NĂŒssen stehen auch Leinsamen im Fokus der ErnĂ€hrungsforschung. Laut der Dietistin Bini Suresh ist die klinische Evidenz bei Leinsamen solider als bei vielen anderen funktionellen Lebensmitteln, wenngleich die Effekte meist moderat ausfallen. Sie können bei einigen Personen zu einer Senkung des Gesamt- und LDL-Cholesterins beitragen, insbesondere bei der Verwendung von ganzen oder gemahlenen Samen anstelle von reinem Ăl.
Zudem kann bei erhöhtem kardiovaskulĂ€rem Risiko eine leichte Blutdrucksenkung auftreten. Gemahlene Samen sind dabei besser bioverfĂŒgbar: WĂ€hrend gemahlene Leinsamen und Leinöl in Humanstudien den Spiegel der Omega-3-FettsĂ€ure Alpha-LinolensĂ€ure (ALA) im Blut messbar erhöhten, gelang dies mit ganzen Samen nicht.
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Bei ParanĂŒssen zeigte eine kleine, nicht randomisierte Untersuchung mit rund zehn Teilnehmern, dass 20 Gramm (etwa vier NĂŒsse) das LDL-Cholesterin innerhalb von 24 Stunden von etwa 85 auf 65 Milligramm pro Deziliter senken konnten, wobei dieser Wert auch nach 30 Tagen niedrig blieb und der HDL-Wert stieg.
Eine Meta-Analyse aus drei randomisierten Studien fand hingegen insgesamt keinen signifikanten LDL-Unterschied. Eine Untersuchung an adipösen Kindern verzeichnete eine Reduktion um rund 14 Punkte. Eine Studie aus dem Jahr 2024 mit 54 Frauen zeigte zudem, dass acht Gramm tĂ€glich ĂŒber acht Wochen die EntzĂŒndungswerte senkten.
Wegen des hohen Selengehalts wird eine Höchstmenge von ein bis zwei ParanĂŒssen pro Tag empfohlen. Ăber ein Jahr hinweg entspricht diese Dosis einer Strahlenbelastung von 88 bis 220 Mikrosievert, was deutlich unter dem US-Jahresdurchschnitt von rund 6.000 Mikrosievert liegt.
FĂŒr Sesamsamen, Sesamöl oder Sesamin ergab eine Meta-Analyse von 13 randomisierten Studien mit 690 Erwachsenen eine Senkung des Gesamtcholesterins um durchschnittlich 11,65 Milligramm pro Deziliter sowie des LDL-Werts um 9,14 Milligramm pro Deziliter. Bei den Triglyceriden oder dem HDL zeigten sich keine signifikanten Ănderungen.
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Zufuhrempfehlungen und QualitÀt im Handel
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt Erwachsenen eine tĂ€gliche Zufuhr von etwa 25 Gramm NĂŒssen, Kernen oder Samen. Eine ĂŒbliche PortionsgröĂe von rund 30 Gramm â entsprechend etwa 160 bis 200 Kilokalorien â lĂ€sst sich alternativ durch 20 Mandeln, 14 WalnusshĂ€lften, 45 geschĂ€lte Pistazien oder 18 Cashewkerne abdecken.
Laut dem NiedersĂ€chsischen Landesamt fĂŒr Verbraucherschutz weisen NĂŒsse einen Fettgehalt von 40 bis 75 Prozent auf, ĂŒberwiegend aus ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren. WĂ€hrend NĂŒsse vergleichsweise viel Vitamin E enthalten, liefern Samen tendenziell höhere Mengen an Magnesium, Zink und Calcium.
Hinsichtlich der VertrÀglichkeit stellten Creedon u. a. im Jahr 2022 im American Journal of Clinical Nutrition bei 87 gesunden Erwachsenen nach vierwöchigem Konsum von tÀglich 56 Gramm Mandeln keine VerÀnderungen der Stuhlkonsistenz oder Darmbeschwerden fest.
Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes fĂŒr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) von Ende 2024 bis 2025 bei 82 Nusskernmischungen belegen zugleich die Bedeutung von QualitĂ€tskontrollen: 58 Proben waren unauffĂ€llig, 17 wiesen KennzeichnungsmĂ€ngel auf, fĂŒnf fielen sensorisch abweichend als ranzig oder muffig auf, und eine Probe wurde aufgrund einer fehlenden Allergenangabe zu Gluten beanstandet.
