Operation Endgame: 320 Server lahmgelegt, 27 Millionen Daten sichergestellt
27.06.2026 - 05:06:01 | boerse-global.de
Die Aktion trug den Namen Operation Endgame.
320 Server weltweit unschädlich gemacht
Zwischen dem 15. und 19. Juni waren neben dem Bundeskriminalamt (BKA) und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) auch Behörden aus den Niederlanden, Dänemark, Großbritannien, den USA und Kanada beteiligt. Unterstützung kam von Europol, Eurojust und Microsoft.
Die Bilanz: mehr als 320 Server weltweit unschädlich gemacht – davon 40 in Deutschland. Zudem stellten die Behörden rund 140 Domains sicher und bereinigten etwa 15.000 manipulierte Webseiten. Die Ermittlungen laufen unter anderem wegen banden- und gewerbsmäßiger Erpressung.
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27 Millionen Zugangsdaten sichergestellt
Der Zugriff auf die kriminelle Infrastruktur brachte beeindruckende Zahlen zutage. Rund 27 Millionen Zugangsdaten von schätzungsweise 385.000 Opfern konnten gesichert werden. Parallel identifizierten die Ermittler Kryptowährungsvermögen in Höhe von rund 47 Millionen US-Dollar.
Mehr als 18.000 kompromittierte Computer wurden von der Kontrolle der Kriminellen getrennt. Allein in den ersten beiden Maiwochen 2026 standen die Malware-Familien Amadey und StealC mit über 140.000 infizierten Rechnern in Verbindung.
KI half bei der Analyse
Bei der Aufklärung der komplexen Strukturen setzten die Ermittler auf moderne Technologie. Microsoft nutzte KI-Werkzeuge wie den Copilot, um die Malware-Analysen zu beschleunigen. In den USA kam zudem das RICO-Gesetz (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) gegen die kriminellen Strukturen zum Einsatz.
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Der Erfolg fügt sich in eine Phase verstärkter Bemühungen gegen organisierte Cyberkriminalität ein. Ein am 26. Juni veröffentlichter Europol-Bericht verdeutlicht die Dimension der Bedrohung: Über 700 kriminelle Netzwerke mit mehr als 400.000 Mitgliedern sind in Europa aktiv. Ein Großteil dieser Gruppen nutzt legale Geschäftsstrukturen, verschlüsselte Kommunikation und zunehmend KI-Anwendungen.
Die EU-Kommission plant als Reaktion eine deutliche Aufstockung des Europol-Budgets sowie den Aufbau einer souveränen Polizei-Cloud-Infrastruktur bis 2034.
