PayPal, EPC

PayPal im EPC: Zahlungsriese mitgestaltet europäische Standards

04.07.2026 - 10:09:31 | boerse-global.de

PayPal tritt dem European Payments Council bei, treibt Echtzeitüberweisungen voran und baut sein Stablecoin-Geschäft mit PYUSD weiter aus.

PayPal im EPC: Neue SEPA-Standards und Stablecoin-Strategie
PayPal - Stilisiertes PayPal-Logo in einem leuchtenden digitalen Netzwerk, Symbol fĂĽr sichere globale Zahlungserweiterung und Krypto-Integration. 04.07.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Ein strategischer Schritt mit Signalwirkung fĂĽr den gesamten Markt.

Am 2. Juli 2026 gab PayPal seinen Beitritt zum European Payments Council (EPC) bekannt. Das Ziel: Die Interoperabilität von Zahlungssystemen verbessern, Echtzeitüberweisungen vorantreiben und den Betrugsschutz in Europa stärken. Für die rund 430 Millionen aktiven Konten weltweit – ein erheblicher Teil davon in der EU – dürfte das spürbare Veränderungen bedeuten.

Stablecoins rĂĽcken ins Zentrum der Strategie

PayPal hat seine Digital-Asset-Ambitionen längst konkretisiert. Bereits im ersten Quartal 2026 gliederte das Unternehmen seine Stablecoin-Aktivitäten in eine eigene Geschäftssparte aus – die „Payment Services & Crypto“-Einheit. Der hauseigene Stablecoin PYUSD ist inzwischen in 70 Märkten verfügbar.

Die Zahlen untermauern den Kurs: Mit 8,35 Milliarden Euro Umsatz im ersten Quartal 2026 legte PayPal um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Auch die Transaktionszahlen stiegen um sieben Prozent auf 6,48 Milliarden – ein klares Signal, dass das Geschäft brummt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit 8,00 allerdings deutlich unter dem Branchenschnitt von 17,29. Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einem Gewinn je Aktie von 5,30 Euro.

Doch PayPal denkt global: Ende Mai weitete das Unternehmen seine WeChat-Pay-Integration aus. US-Nutzer können nun mit WeChat-Pay-QR-Codes in China bezahlen – ein wichtiger Schritt für Geschäftskunden mit Asien-Kontakten.

Fastlane: Der Turbo fĂĽr den Checkout

In den USA hat PayPals Gast-Checkout-Lösung Fastlane im Juli 2026 die Marke von 60 Millionen Profilen geknackt. Das Tool richtet sich an Kunden, die keine Lust haben, sich bei jedem Händler neu zu registrieren.

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Die Ergebnisse sprechen für sich: Auf Plattformen wie Shopify und WooCommerce stiegen die Konversionsraten beim Gast-Checkout um rund 40 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Formularen. Die Wiedererkennungsrate für wiederkehrende Nutzer liegt zwischen 38 und 52 Prozent. Einige Händler verzeichneten sogar einen Sprung von 51 auf 63 Prozent. Fastlane läuft unter anderem auf BigCommerce, Salesforce Commerce Cloud und verschiedenen Headless-Commerce-Systemen.

B2B-Zahlungen: Ein Markt in Bewegung

Der Markt für digitale Geschäftskundenzahlungen brodelt. Am 1. Juli 2026 übernahm Payward, die Muttergesellschaft der Kryptobörse Kraken, das Unternehmen Reap für bis zu 600 Millionen Euro. Damit kann Payward künftig Stablecoin-basierte Kartenausgabe und Treasury-Management anbieten. Schon jetzt nutzen 13 Prozent der Firmen Stablecoins für Geschäftstransaktionen, fünf Prozent setzen auf andere Kryptowährungen.

Parallel dazu formiert sich eine Allianz aus über 140 Unternehmen – darunter Visa, Mastercard und Coinbase – für den Start des Stablecoins Open USD (OUSD). Vollständig durch den US-Dollar gedeckt und mit einem Umsatzbeteiligungsmodell, soll OUSD noch 2026 auf den Markt kommen. Ebenfalls am 2. Juli kündigte MassPay eine Partnerschaft mit Coinbase an, um grenzüberschreitende Auszahlungen per USDC abzuwickeln – schneller und günstiger für Händler.

Regulierung: Die Aufsicht wird strenger

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Je größer die Player, desto schärfer der Blick der Behörden. Am 3. Juli 2026 warnte FTC-Chef Andrew N. Ferguson mehrere große Zahlungsdienstleister – darunter PayPal, Stripe, Visa und Mastercard – vor der Praxis des Debanking. Hintergrund ist eine Klage gegen JPMorgan Chase vom Januar. Die FTC droht mit Ermittlungen, falls Firmen Kunden aufgrund religiöser oder politischer Überzeugungen den Dienst verweigern.

Die Branche reagiert: Coinbase meldete Ende Mai Meilensteine für sein TRUST-Netzwerk, ein Peer-to-Peer-Compliance-System. Die Bank BNY ist beigetreten, die globale Travel-Rule-Compliance wurde auf die EU, Großbritannien, Hongkong und Japan ausgeweitet. Die Regulierung holt die digitale Zahlungswelt ein – und die Unternehmen müssen sich anpassen.

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