PayPal tritt EPC bei: Echtzeit-Zahlungen im SEPA-Standard
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 19:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Zahlungsriese PayPal stellt sein Investmentgeschäft ein und konzentriert sich künftig auf die Kernmarken Venmo und Braintree.
Strategischer Kurswechsel nach Führungswechsel
Die Schließung von PayPal Ventures kommt nur wenige Monate nach der Ernennung von Enrique Lores zum CEO im Februar 2026. Der neue Chef setzt auf Konzentration: Statt Risikokapital in junge Fintechs zu stecken, soll sich das Unternehmen auf seine Hauptplattformen fokussieren. Der Venture-Arm, der über ein Jahrzehnt bestand, verwaltete zu Spitzenzeiten rund 600 Millionen Euro und war an über 80 Beteiligungen beteiligt. Vom einst mehr als ein Dutzend Mitarbeiter starken Team sind nur noch zwei übrig.
Zum Portfolio gehörten namhafte Fintechs wie Anchorage Digital und Plaid. Auch am indischen Einhorn Pine Labs war PayPal Ventures beteiligt – eine Investition aus dem Jahr 2018. Die Schließung ist keine Reaktion auf schlechte Zahlen: Noch im vierten Quartal 2025 steuerte der Bereich 0,10 Dollar pro Aktie zum Gewinn bei. Das Unternehmen betont, es handle sich um eine strategische Entscheidung.
Europa rückt in den Fokus
Während PayPal sein Venture-Geschäft zurückfährt, verstärkt es sein Engagement in Europa. Erst am 6. Juli 2026 trat der Konzern dem European Payments Council (EPC) bei. Damit sitzt PayPal künftig mit am Tisch, wenn es um die Weiterentwicklung des SEPA-Standards geht – insbesondere bei Echtzeit-Zahlungen und der Interoperabilität zwischen den Systemen.
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Sean Byrne, Chef von PayPal Europe, bezeichnete den europäischen Markt als besonders dynamisch. Mit dem EPC-Beitritt will das Unternehmen direkter an der Betrugsbekämpfung und der Weiterentwicklung der Zahlungssysteme in 41 Ländern mitwirken. Weltweit unterhält PayPal mehr als 430 Millionen aktive Konten.
Solide Zahlen, verhaltene Stimmung
Die Neuausrichtung fällt in eine Zeit gemischter Signale. Im ersten Quartal 2026 setzte PayPal 8,35 Milliarden Dollar um – ein Plus von 7,2 Prozent zum Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie lag mit 1,34 Dollar über den Analystenerwartungen von 1,27 Dollar.
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Dennoch haben mehrere institutionelle Anleger ihre Positionen reduziert. Die Sather Financial Group fuhr ihr Engagement um über 99 Prozent zurück, Strs Ohio verkaufte 4,5 Prozent seiner Anteile – hält aber weiterhin Aktien im Wert von rund 11,94 Millionen Euro. Auch interne Insider zeigten sich zurückhaltend: Finanzvorstand Chris Natali und Manager Frank Keller verkauften im Frühjahr Aktien.
Die PayPal-Aktie notierte am Dienstag bei rund 45,59 Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei 40,11 Milliarden Dollar. Analysten bewerten die Aktie mehrheitlich mit „Halten" und sehen einen durchschnittlichen Kurs von 55,01 Dollar. Parallel treibt PayPal sein Sparprogramm voran: Über drei Jahre sollen die Kosten um 800 Millionen Dollar sinken. Wachstumsimpulse erhofft sich der Konzern unter anderem von der eigenen Stablecoin PYUSD und der Integration von WeChat Pay.
