Pflanzliche, Proteine

Pflanzliche Proteine: Seekh Kebabs erreichen bis zu 86 Prozent Bioverfügbarkeit

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 00:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein internationales Forschungsteam stellt pflanzliche Lebensmittel in den Mittelpunkt und vergleicht die Verwertbarkeit pflanzlicher Proteine.
Eine Auswahl roher Hülsenfrüchte, Linsen und Samen in schlichten Keramikschalen auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

In der Fachzeitschrift „Advances in Nutrition“ hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Karen Della Corte von der Brigham Young University eine neue internationale Ernährungspyramide vorgestellt.

Grundlage des Modells ist ein detaillierter Vergleich bestehender nationaler Ernährungsrichtlinien aus Ländern wie Kanada, Deutschland, Australien, China, den Niederlanden, den USA und den nordischen Staaten.

Insgesamt flossen über 250 wissenschaftliche Publikationen sowie das Konzept der EAT-Lancet Planetary Health Diet in die Ausarbeitung ein. Das Vorhaben entstand in Zusammenarbeit mit 22 Ernährungswissenschaftlern und dem International Carbohydrate Quality Consortium, wie unter anderem yumda.com am 29. Oktober 2026 berichtete.

Drei Kernleitlinien für eine pflanzenbetonte Ernährung

Die von Karen Della Corte vorgelegte Ernährungspyramide basiert auf drei zentralen Leitlinien: pflanzliche Lebensmittel als Fundament, die Wahl gesünderer Fett- und Eiweißquellen sowie eine hohe Qualität der verzehrten Kohlenhydrate. Viele der in der Untersuchung analysierten nationalen Richtlinien empfehlen zudem übereinstimmend, den Anteil von freiem Zucker auf unter 10 % der gesamten Kalorienzufuhr zu beschränken.

Hintergrund dieser Ausrichtung sind auch gesundheitliche Potenziale auf globaler Ebene: Nach Schätzungen der EAT-Lancet-Kommission könnten durch eine konsequent pflanzenbetonte Ernährungsweise jährlich rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle vermieden werden. Eine von Harvard Health hervorgehobene Metaanalyse belegt zudem, dass der Ersatz von rotem Fleisch durch pflanzliche Proteinquellen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt.

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Proteinqualität und Bioverfügbarkeit pflanzlicher Alternativen

Parallel zur Neuausrichtung von Verzehrempfehlungen gewinnt die Verwertbarkeit pflanzlicher Proteine an Bedeutung. Ein gemeinsamer Bericht des CSIR-IHBT und von GFI India untersuchte die Proteinqualität und Bioverfügbarkeit indischer Rohstoffe sowie pflanzlicher Fleischprodukte mithilfe einer In-vitro-Verdauungssimulation an fünf kommerziellen Alternativprodukten im Vergleich zu konventionellem Fleisch.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede: Zwei getestete pflanzliche Seekh Kebabs erreichten eine Bioverfügbarkeit von 81 % beziehungsweise 86 %, verglichen mit 39 % bei konventionellem Hühnerfleisch. Bei zwei pflanzlichen Patties lagen die Werte bei 57 % und 58 % gegenüber 21 % bei Huhn, während pflanzliche Nuggets 61 % gegenüber 43 % herreichten.

Zudem dokumentierte die Untersuchung den Einfluss der Zubereitung: Garen erhielt oder erhöhte das absorbierbare Protein in vier von fünf pflanzlichen Produkten. Druckgaren vervierfachte das bioverfügbare Protein in Cowpea und steigerte es bei Kichererbsen, während Fermentation den Gehalt in Mungbohnen verdreifachte.

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Zugleich verdeutlichte der Bericht strukturelle Abhängigkeiten, da Indien fast 90 % seiner pflanzlichen Proteinisolate – vor allem aus Soja und Erbsen – importiert.

Einordnung im nationalen Kontext

Auch in Deutschland gewinnt die rein pflanzliche Ernährung an Relevanz, bleibt jedoch quantitativ ein Nischensegment. Daten aus dem Ernährungsreport 2025 des Landwirtschaftsministeriums und des nationalen Ernährungsmonitorings zeigen, dass rund 2 % der Bevölkerung vegan leben; in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 2,7 %.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bewertet eine gut geplante vegane Ernährung für gesunde Erwachsene seit 2024 als gesundheitsfördernd, vorausgesetzt, Vitamin B12 wird supplementiert und die Zufuhr weiterer potenziell kritischer Nährstoffe ist gesichert.

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