Post-Covid, Wochen

Post-Covid: Zehn Wochen Naturheilkunde senken Symptomlast in Studie

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 22:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwischenergebnisse aus Essen verbinden ein zehnwöchiges Selbsthilfeprogramm mit weniger Erschöpfung und höherer Lebensqualität bei Post-Covid.

Post-Covid: Essener Studie zeigt Wirkung eines naturheilkundlichen Programms
Ein heller, minimalistischer Raum mit frischen Kräutern und Heilpflanzen in einer Schale, der eine ruhige Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Nach einer überstandenen Infektion mit SARS-CoV-2 leiden zahlreiche Patienten an anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen. Eine aktuelle Analyse von Zwischenergebnissen der kontrolliert-randomisierten NaShPoCo-Studie, die am Zentrum für Naturheilkunde und Planetare Gesundheit des Universitätsklinikums Essen durchgeführt wird, zeigt nun neue Perspektiven für die Behandlung auf.

Ein zehnwöchiges multimodales Programm, das auf naturheilkundlichen Selbsthilfestrategien basiert, führte bei den teilnehmenden Post-Covid-Patienten zu einer spürbaren Verringerung der individuellen Symptomlast, wie aus einem Bericht vom 7. Oktober 2026 hervorgeht. Die vollständigen Studiendaten sind derzeit noch nicht veröffentlicht.

Multimodaler Ansatz reduziert Erschöpfung und Belastung

Die Zwischenergebnisse weisen darauf hin, dass die Kombination verschiedener naturheilkundlicher Verfahren den Betroffenen helfen kann, mit den chronischen Beschwerden umzugehen.

Nach Angaben der Forschungsleiterin am Universitätsklinikum Essen, Dr. Heidemarie Haller, verzeichneten die Patienten signifikant weniger Belastung und berichteten über eine verbesserte Lebensqualität. Zudem zeigten sich eine messbare Abnahme von Fatigue sowie ein Rückgang von Ängstlichkeit und depressiven Verstimmungen.

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Inhaltlich setzt das strukturierte Zehn-Wochen-Programm auf eine breite Palette komplementärmedizinischer Methoden. Das Konzept umfasst unter anderem:

  • Hydrotherapie in Form von klassischen Kneippgüssen
  • Gezielte Beratung zum Einsatz pflanzlicher Arzneimittel
  • Ernährungsumstellung auf eine mediterrane Vollwertkost
  • Erlernen von Pacing-Strategien zur gezielten Einteilung der eigenen Energiereserven
  • Mind-Body-Verfahren zur Stressreduktion und Selbstregulation
  • Begleitende Anwendungen mit Aromatherapie, Ohrakupunktur sowie Yoga

Durch die Vermittlung dieser Strategien sollen Erkrankte befähigt werden, Beschwerden im Alltag eigenständig zu lindern und ihre physische wie psychische Stabilität schrittweise zurückzugewinnen.

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Hohe Fallzahlen und praktische Umsetzung in der Versorgung

Der Bedarf an wirksamen Behandlungsansätzen ist weiterhin hoch. Nach Mitteilung des Universitätsklinikums Essen entwickelt etwa jeder zehnte Mensch nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 entsprechende Post-Covid-Symptome.

Für ganz Deutschland wird die Gesamtzahl der Betroffenen auf 650.000 bis etwa 1,5 Millionen Personen geschätzt. Die chronische Erschöpfung und die vielschichtigen Begleitsymptome stellen das Gesundheitssystem vor erhebliche Herausforderungen.

Aus der Forschungspraxis heraus findet das modulare Konzept bereits Anwendung im klinischen Alltag. Die Evangelischen Kliniken Essen-Mitte haben das naturheilkundliche Behandlungskonzept in die reguläre Versorgung integriert.

Für die tagesklinische sowie die vollstationäre Durchführung übernehmen alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Behandlungskosten. Bei einer rein ambulanten Inanspruchnahme des Programms werden die Kosten demgegenüber ausschließlich von privaten Krankenversicherungen getragen.

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