Protein-Shakes, Gramm

Protein-Shakes: Höchstens 10 Gramm zugesetzter Zucker empfohlen

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 00:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Shakes können beim Gewichtsmanagement helfen, ersetzen aber keine ausgewogene Ernährung und sollten passend ausgewählt sowie begleitet werden.
Eine Schale mit frischem Obst und Nüssen auf einem Holztisch bei natürlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Fertige Shakes zur Gewichtsreduktion oder als schneller Mahlzeitenersatz erfreuen sich breiter Beliebtheit. Allerdings stellen solche Produkte keine vollwertigen Mahlzeiten dar und wurden nie als dauerhafte Ernährungsform konzipiert.

Die Ernährungsberaterin Kylie King, die über mehr als 15 Jahre Erfahrung im Bereich der Verhaltens-Gewichtsabnahme verfügt, betont, dass Mahlzeitenersatz-Shakes lediglich als Ergänzung und keinesfalls als dauerhafter Ersatz für eine ausgewogene Ernährung betrachtet werden sollten.

Bequemlichkeit im Alltag und die Grenzen flüssiger Kalorien

Im besten Fall zeichnen sich Mahlzeitenersatz-Shakes dadurch aus, dass sie Kalorien, Protein, Kohlenhydrate sowie essenzielle Vitamine und Mineralstoffe enthalten, um die Zusammensetzung einer regulären Mahlzeit nachzubilden.

King rät häufig Klienten zu solchen Shakes, die dazu neigen, das Frühstück auszulassen, weil sie morgens noch keinen ausreichenden Appetit verspüren. Der zentrale Vorteil der Produkte liege in der praktischen Handhabung sowie im fest definierten Kaloriengehalt, was die strukturierte Gewichtskontrolle im Alltag vereinfachen könne.

Gleichzeitig verweist die Expertin auf einen wesentlichen Nachteil: Flüssige Kalorien erzeugen in der Regel ein geringeres Sättigungsgefühl als feste Nahrung. Da der mechanische Kauprozess entfällt, registriert der Körper das Sättigungssignal oft nur unzureichend. In der Praxis führt dies dazu, dass manche Personen bereits eine Stunde nach dem Konsum wieder Hunger verspüren.

Shakes eignen sich daher vor allem als zeitlich begrenztes Hilfsmittel, während Menschen neue Routinen und Verhaltensweisen aufbauen. Zwar könne ein Shake eine konkrete Mahlzeit überbrücken, er vermittle jedoch keine Kompetenz für den Umgang mit den übrigen Mahlzeiten des Tages.

Nährstoffdefizite und Empfehlungen für den Konsum

Ein häufiges Problem liegt in der Rezeptur vieler Produkte auf dem Markt. Zahlreiche Shakes sind primär als reine Proteinergänzung konzipiert und weisen zu geringe Mengen an Kalorien, Ballaststoffen, Kohlenhydraten und Fetten auf, um tatsächlich als vollwertiger Ersatz dienen zu können. Deckt ein Shake den individuellen Energiebedarf nicht ausreichend ab, meldet sich der Hunger meist im weiteren Tagesverlauf umso stärker zurück.

Für eine zweckmäßige Verwendung empfiehlt King, Shakes idealerweise mit fester Nahrung zum Kauen zu kombinieren, beispielsweise mit frischem Obst. Zudem sollte der Kaloriengehalt gezielt an die ersetzte Mahlzeit angepasst werden.

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Konsumenten sollten ballaststoffreiche Varianten bevorzugen und darauf achten, dass maximal 10 Gramm zugesetzter Zucker enthalten sind. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen ferner darauf hin, dass Shakes mit einer dickflüssigeren Textur ein besseres Sättigungsgefühl hervorrufen.

Medizinische Begleitung und wissenschaftliche Studienlage

Der Einsatz von Shakes ist eng mit dem allgemeinen Ernährungstrend verknüpft: Laut der Studie „Eating Patterns in America" des Marktforschungsinstituts Circana streben über 48 Prozent der erwachsenen US-Bürger einen höheren Proteinanteil in ihrer Ernährung an.

Aus klinischer Sicht können solche Produkte durchaus Resultate erzielen. Eine systematische Übersicht klinischer Studien der Universität Oxford aus dem Jahr 2019 zeigte, dass die Einbindung von Mahlzeitenersatz in ein kontrolliertes Gewichtsverlustprogramm nach einem Jahr zu einer größeren Gewichtsabnahme führte.

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Auch die American Diabetes Association stuft Mahlzeitenersatzprogramme bei Diabetes als potenziell vorteilhaft ein, sofern diese fachlich begleitet oder ärztlich überwacht werden.

King unterstreicht jedoch, dass Personen mit Diabetes, Nierenerkrankungen oder laufender Medikation, die auf Ernährungsumstellungen reagiert, vorab ihr Gesundheitsteam hinzuziehen sollten. Extrem kalorienarme Ernährungsformen, die ausschließlich auf Shakes basieren, dürfen grundsätzlich nur unter strenger medizinischer Aufsicht und über kurze Zeiträume durchgeführt werden.

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