Psychische Gesundheit: DZPG erweitert Forschung auf 28 Einrichtungen
28.06.2026 - 02:40:00 | boerse-global.de
Seit der Pandemie steigen die Zahlen psychischer Erkrankungen. Wissenschaftler weiten ihre Forschung aus, wĂ€hrend Familien und Schulen neue UnterstĂŒtzung erhalten.
Forschungsprogramm wird massiv ausgebaut
Nach einer zweijĂ€hrigen Startphase erweitert das Deutsche Zentrum fĂŒr Psychische Gesundheit (DZPG) sein Programm an den Standorten Halle, Jena und Magdeburg. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Vorhaben umfasst 28 Einrichtungen an sechs Standorten. Die Forscher konzentrieren sich auf den Einfluss von Stress und Krisen sowie auf Entwicklungsprozesse bei jungen Menschen.
Beteiligte Institutionen wie die UniversitĂ€ten in Jena, Halle und Magdeburg sowie das Leibniz-Institut fĂŒr Neurobiologie untersuchen soziale Interaktionen. Das Ziel: die Ursachen fĂŒr die Zunahme psychischer Beschwerden besser verstehen und wirksame Interventionsmöglichkeiten entwickeln.
Elterliche Kommunikation als SchlĂŒssel
Fachleute betonen die zentrale Rolle der Eltern. Die Psychologin Simone Fischer rĂ€t: Eltern sollten bei Teenagern nicht belehrend wirken. Besser sei es, das Verhalten zu ergrĂŒnden und Beobachtungen wertfrei zu kommunizieren. Werkzeuge aus der systemischen Therapie, wie Skalierungsfragen, helfen dabei, das Zuhause als druckfreien Raum zu etablieren.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf sozialen Medien. Dr. Karin Lachenmeir warnt vor toxischen Körperbildern und Trends wie âSkinny-Tokâ, die das Risiko fĂŒr Essstörungen erhöhen. Ihr Rat: Eltern sollten den Selbstwert ihrer Kinder unabhĂ€ngig vom ĂuĂeren stĂ€rken und eine positive Esskultur vorleben. Bei deutlichen Warnsignalen oder einem vollstĂ€ndigen Kommunikationsabbruch raten Experten zur professionellen Hilfe.
Konkrete Hilfe fĂŒr den Schulstart
Immer mehr Kinder leiden unter Stress und Ăngsten â doch Sie können aktiv gegensteuern. Mit der richtigen Kommunikation und kleinen Ăbungen stĂ€rken Sie den Selbstwert Ihres Kindes. Jetzt kostenlosen Eltern-Leitfaden anfordern
Rund 400.000 Kinder stehen nach den Sommerferien vor dem Wechsel in die fĂŒnfte Klasse. Ein von Matthias GrĂŒning herausgegebenes Mitmach-Tagebuch soll ihnen helfen, Ăngste abzubauen. Reflexionsfragen und Checklisten sollen den Start in den neuen Lebensabschnitt erleichtern.
PrÀvention vor Ort
Kommunen setzen auf vielfÀltige Angebote:
Schulprojekte: In Neuburg fĂŒhren Mitarbeiter der Caritas-Jugendsozialarbeit das Projekt âVoll stark!â an Grundschulen durch. Rund 160 ErstklĂ€ssler lernen mit Handpuppen, Grenzen zu setzen und auf ihr BauchgefĂŒhl zu vertrauen.
StressbewĂ€ltigung: Die Volkshochschule Leipzig plant fĂŒr den 7. November 2026 einen speziellen Kurs zur Entspannung im Kindesalter unter der Leitung von Kristin Vetter.
Rund 400.000 Kinder stehen vor dem Schulwechsel â eine Zeit voller Unsicherheit. Unser Mitmach-Tagebuch hilft mit Reflexionsfragen und Checklisten, Ăngste abzubauen. Mitmach-Tagebuch fĂŒr den Schulstart sichern
Kreative Förderung: In Stadtteilzentren wie in Berlin-WeiĂensee oder der FRAKIMA-Werkstatt in Bernau gibt es regelmĂ€Ăige Termine fĂŒr Keramik, Kunst und Yoga. Die Angebote dienen der sozialen Integration und dem spielerischen Stressabbau. Workshops zur âNeuro-Jonglageâ in Leipzig (Juli 2026) und Berlin (Oktober 2026) sollen durch motorische Ăbungen positive Effekte auf das Gehirn erzielen.
Die Botschaft der Fachleute ist klar: Effektive StressbewÀltigung bei Kindern und Jugendlichen braucht wissenschaftliche Erkenntnis, sensible familiÀre Begleitung und niederschwellige PrÀventionsangebote.
