Regelschmerzen: Melatonin lindert Schmerzen um 9 Punkte
05.07.2026 - 07:24:57 | boerse-global.de
Bei Regelschmerzen und Endometriose setzen Forscher zunehmend auf ErnÀhrung, Apps und sogar Weltraumexperimente.
ErnÀhrung als Schmerzmittel
MenstruationskrĂ€mpfe entstehen durch die Freisetzung von Prostaglandinen. Alternative Methoden zielen darauf ab, diese Prozesse zu regulieren â allen voran die richtige ErnĂ€hrung.
Lebensmittel mit Omega-3-FettsĂ€uren und Magnesium können die Beschwerden positiv beeinflussen. Besonders hervorzuheben sind Spinat, Avocado, KĂŒrbiskerne und Lotussamen. Letztere enthalten neben Magnesium auch Thiamin und antioxidative Stoffe, die beruhigend auf das Nervensystem wirken.
In der traditionellen Anwendung gelten MaulbeerblĂ€tter als entzĂŒndungshemmende Option. Moderne Analysen bestĂ€tigen diese EinschĂ€tzung durch den Nachweis antioxidativer Eigenschaften. WĂ€hrend der Periode empfehlen Fachleute zudem warme GetrĂ€nke und eisenhaltige Lebensmittel. Scharfe GewĂŒrze und Alkohol hingegen können die Beschwerden verschlimmern.
Digitale Helfer im Zyklus-Management
Ende Mai 2026 wurde die App âfemCycleâ vorgestellt. Sie richtet sich speziell an Personen mit Regelschmerzen und Endometriose. Die Anwendung basiert auf individuellen VorschlĂ€gen zur Selbsthilfe und hilft Betroffenen, ihren Zyklus und die Symptome besser zu managen.
Ăhnliche AnsĂ€tze gibt es bereits in verwandten Bereichen. Die App âInkaâ unterstĂŒtzt bei einer ĂŒberaktiven Blase durch gezieltes Training und Protokollierung. Eine Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Wiedemann belegte die Wirksamkeit einer zwölfwöchigen individualisierten Therapie bei 300 Probanden.
Regelschmerzen trotz Schmerzmitteln? Eine Metaanalyse zeigt: Melatonin kann die Schmerzen um 9 Punkte senken â vergleichbar mit Paracetamol. Erfahren Sie im Report, wie Sie Melatonin richtig dosieren und mit ErnĂ€hrung kombinieren. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Forschung im Weltraum
Die Suche nach Wirkstoffen gegen Endometriose fĂŒhrt Wissenschaftler sogar ins All. Anfang Juli 2026 berichteten Forschende der UniversitĂ€t Innsbruck und aus Italien ĂŒber Projekte, bei denen Naturwirkstoffe unter Schwerelosigkeit untersucht werden. Prof. GĂŒnther Bonn erlĂ€uterte die Suche nach neuen therapeutischen AnsĂ€tzen.
Parallel dazu zeigt eine Metaanalyse von 23 Studien mit ĂŒber 2.000 Teilnehmern: Melatonin kann chronische Schmerzen lindern. Die beobachtete Schmerzreduktion lag bei etwa 9 Punkten auf einer 100er-Skala â vergleichbar mit gĂ€ngigen Schmerzmitteln wie Paracetamol oder NSAR. Melatonin wird daher als mögliche ErgĂ€nzung zur Verbesserung der SchlafqualitĂ€t diskutiert.
Achtsamkeit und lokale Angebote
Eine im Fachjournal JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie untersuchte die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), die Yoga und Meditation kombiniert. Die Ergebnisse bei RĂŒckenschmerzen blieben teilweise hinter den Erwartungen zurĂŒck. Dennoch gilt die Methode weiterhin als ergĂ€nzende Option zur klassischen Schmerztherapie.
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Vor Ort entstehen spezialisierte Anlaufstellen. Im Juni 2026 eröffnete in Grimma eine neue Praxis fĂŒr Schmerztherapie unter der Leitung von Sven Brauneck. Sie bietet neben Injektionsverfahren auch Akupunktur an. Zudem gibt es niederschwellige Angebote wie Qigong-Kurse im öffentlichen Raum.
Fachleute betonen jedoch: Bei extrem starken Schmerzen, die ĂŒber das ĂŒbliche MaĂ hinausgehen, ist stets eine Ă€rztliche AbklĂ€rung erforderlich. Nur so lassen sich Grunderkrankungen wie Endometriose sicher diagnostizieren.
