REM-Schlaf, UK-Biobank-Daten

REM-Schlaf: UK-Biobank-Daten verbinden längere Phasen mit Schutz vor 83 Erkrankungen

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Umfrage und Studien verknüpfen Schlafdauer und -qualität mit Wohlbefinden sowie Erkrankungsrisiken; Experten ordnen Schlafpositionen und Erkältungsmythen ein.

Schlaf und Gesundheit: Was Studien zu Position, Dauer und Risiken zeigen
Ein minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer in hellem Tageslicht mit einem ungemachten Bett. Illustration mit AI erstellt.

In der aktuellen Berichterstattung rücken vermehrt virale Gesundheitstrends in den Fokus der Wissenschaft. Während soziale Medien oft ungeprüfte Ratschläge verbreiten, betonen Experten die Notwendigkeit einer evidenzbasierten Betrachtung von Schlafpositionen, Ergonomie und allgemeinen Gesundheitsfaktoren. Analysen verschiedener Institutionen geben Aufschluss darüber, welche Maßnahmen tatsächlich zur gesundheitlichen Prävention beitragen.

Ergonomie und die Rolle der Schlafposition

Der Schlafforscher Björn Rasch von der Universität Freiburg und Schlaf Schweiz empfiehlt laut Medienberichten vom 23. September 2026, verschiedene Schlafpositionen aktiv auszuprobieren und diese regelmäßig zu wechseln.

Eine leichte Neigung des Oberkörpers könne bei Beschwerden wie Schlafapnoe oder Reflux begleitend helfen, stelle jedoch keine eigenständige Therapie dar. Rasch konkretisiert die Empfehlung auf eine Neigung von 7 bis 10 Grad, was einer Erhöhung des Kopfendes um etwa 10 bis 15 Zentimeter entspricht.

Von einer Neigung von bis zu 20 Grad (circa 30 Zentimeter) rät der Experte hingegen ab. Während eine Neigung bis 10 Grad den Augendruck nicht erhöhe, seien Studien zu Werten um 20 Grad widersprüchlich. Zudem warnt Rasch vor dem Stapeln von Kissen, da dies Kopf und Oberkörper abknicken könne, was wiederum Verspannungen und Kopfschmerzen begünstige.

Empirische Daten zu Schlafmangel und Leistungsdruck

Eine exklusive Umfrage der Versicherung Helsana, über die am 23. September 2026 berichtet wurde, verdeutlicht die Verbreitung von Schlafproblemen unter 800 befragten Berufstätigen. Demnach schlafen 29 Prozent der 18- bis 65-Jährigen an Werktagen weniger als 6 Stunden. Knapp ein Drittel der Befragten kommt auf mehr als 7 Stunden Schlaf.

Die Auswirkungen auf das Wohlbefinden sind signifikant: 36 Prozent der Teilnehmenden fühlen sich mindestens oft müde oder erschöpft, während 40 Prozent angeben, dass schlechter Schlaf ihre Belastbarkeit stark beeinträchtige.

Zudem verspüren 36 Prozent einen starken Druck, trotz Schlafmangels leistungsfähig zu bleiben – ein Phänomen, das bei Frauen und Personen unter 50 Jahren häufiger beobachtet wird. Experten raten in diesem Zusammenhang zu einem regelmäßigen Schlafrhythmus sowie ausreichend Bewegung und Entspannung.

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Langfristige Gesundheitsrisiken und physiologische Faktoren

Den Zusammenhang zwischen Schlafqualität und chronischen Erkrankungen untersuchte eine Beobachtungsstudie der Capital Medical University China, deren Ergebnisse im September 2026 in „Public Library of Science – Medicine“ veröffentlicht wurden.

Die Auswertung von Daten fast 100.000 Teilnehmender der UK Biobank zeigt, dass ein längerer REM-Schlaf mit einem geringeren Risiko für 83 Erkrankungen, darunter Demenz, Parkinson und Herzinsuffizienz, verbunden ist.

Ein längerer Tiefschlaf korreliert hingegen mit einem niedrigeren Risiko für Typ-2-Diabetes und schwere Depressionen. Das geringste Erkrankungsrisiko wurde bei einer Schlafdauer von 6 bis 8 Stunden täglich festgestellt.

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Ergänzend dazu lieferte der Somnologe Martin Gros von der Charité Einblicke in die Problematik des Schnarchens. Laut Berichten vom 23. September 2026 schnarchen etwa 80 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen. Dies entsteht durch eine Verengung der Atemwege aufgrund entspannter Muskeln. Atemaussetzer können dabei auf eine Schlafapnoe hindeuten, deren wiederholte Weckreaktionen den Schlaf stören und zu Leistungseinbußen am Tag führen können.

Anatomische Einflüsse und Erkältungsmythen

Eine US-Studie der Wake Forest University School of Medicine und der Cleveland Clinic untersuchte den Einfluss der Anatomie auf die Gesundheit. Bei Frauen mit Makromastie traten demnach Schlafapnoe rund 50 Prozent häufiger und Nackenschmerzen etwa doppelt so häufig auf wie in einer Vergleichsgruppe.

Eine Brustverkleinerung führte bei einigen Probandinnen zu Verbesserungen der Schlafqualität, wird jedoch nicht explizit als Migränebehandlung empfohlen.

Abschließend ordnete der Allgemeinmediziner Markus Tullius gängige Annahmen zu Erkältungen ein. Er betonte, dass sich ein Infekt nach den ersten Symptomen kaum stoppen lasse.

Während die regelmäßige Einnahme von Vitamin C die Dauer einer Erkältung leicht verkürzen könne, zeige ein Beginn der Einnahme erst bei Symptomen keinen Effekt. Tullius empfiehlt Ruhe und verweist auf die Faustregel, nach der eine Erkältung jeweils drei Tage für das Ankommen, den Verlauf und das Abklingen benötigt.

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