Resorptionsstörungen: DGE empfiehlt 1.000 Mikrogramm Vitamin B12
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 03:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deVerallgemeinernde RatschlĂ€ge zur gesunden Lebensweise greifen bei der Versorgung mit MikronĂ€hrstoffen oft zu kurz. Aktuelle FachbeitrĂ€ge betonen, dass der tatsĂ€chliche NĂ€hrstoffbedarf stark variiert und maĂgeblich von Faktoren wie Alter, Geschlecht und dem individuellen AktivitĂ€tslevel abhĂ€ngt.
Veröffentlichungen, die sich unter anderem auf Darstellungen von djd und Wörwag Pharma stĂŒtzen, setzen sich mit weitverbreiteten IrrtĂŒmern auseinander und beleuchten die Grenzen pauschaler ErnĂ€hrungsempfehlungen.
Pflanzliche Kost und die Risiken fĂŒr die Vitamin-B12-Versorgung
Ein erster weitverbreiteter Mythos betrifft die pflanzenbetonte ErnĂ€hrung. Zwar senkt eine Kost mit hohem Pflanzenanteil nachweislich das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes, sie birgt jedoch zugleich eine Gefahr fĂŒr die Versorgung mit Vitamin B12. Da dieses Vitamin ausschlieĂlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt, mĂŒssen Personen bei rein veganer ErnĂ€hrungsweise auf eine gezielte Supplementierung zurĂŒckgreifen. Der regulĂ€re Referenzwert liegt laut Fachgesellschaften bei 4 Mikrogramm tĂ€glich.
In NahrungsergĂ€nzungsmitteln existiert Vitamin B12 in vier chemischen Formen: Methylcobalamin, Cyanocobalamin, Hydroxocobalamin und Adenosylcobalamin. Meist wird das stabile und gĂŒnstige Cyanocobalamin eingesetzt.
Nach EinschĂ€tzung von Matthias Baumgartner von der UniversitĂ€t ZĂŒrich gebe es keine wissenschaftlichen Belege dafĂŒr, dass eine dieser Formen wirksamer sei als die anderen. Bis auf FĂ€lle schwerer Niereninsuffizienz gelte Cyanocobalamin als unbedenklich.
Resorptionsstörungen hemmen die Aufnahme trotz ausgewogener Kost
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Ein zweiter Irrtum besteht in der Annahme, eine ausgewogene ErnĂ€hrung reiche unter allen UmstĂ€nden aus. Bestimmte Krankheiten oder die Einnahme von Medikamenten können Resorptionsstörungen hervorrufen, welche die Aufnahme von NĂ€hrstoffen ĂŒber den Magen-Darm-Trakt behindern. Ein daraus resultierender Vitamin-B12-Mangel birgt das Risiko schwerwiegender Folgen wie Blutbildungsstörungen und NervenschĂ€den.
Liegen solche Aufnahmestörungen vor, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) die Einnahme von hochdosierten Tabletten mit 1.000 Mikrogramm Vitamin B12. Bei ausgeprĂ€gten Resorptionsproblemen kann zudem eine Verabreichung als Injektion in den Muskel oder die Haut erforderlich werden.
Zu den typischen Risikofaktoren fĂŒr eine gestörte Aufnahme zĂ€hlen neben Autoimmunerkrankungen, Zöliakie und chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen auch die Einnahme von SĂ€ureblockern.
VerĂ€nderte Anforderungen im Alter und die Gefahr von Ăberdosierungen
Der dritte Mythos betrifft den Stoffwechsel Ă€lterer Menschen. WĂ€hrend der allgemeine Energiebedarf mit zunehmendem Lebensalter sinkt, bleibt der Bedarf an lebenswichtigen Vitaminen unverĂ€ndert oder steigt sogar an. Gleichzeitig fĂŒhrt im Alter oft eine verminderte Produktion von MagensĂ€ure dazu, dass MikronĂ€hrstoffe schlechter aus der Nahrung gelöst und aufgenommen werden.
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Gleichwohl warnen Fachleute vor einer unkritischen Einnahme hochdosierter PrĂ€parate nach dem GieĂkannenprinzip. Ohne diagnostizierten Mangel sind NahrungsergĂ€nzungsmittel bei ausgewogener ErnĂ€hrung in der Regel ĂŒberflĂŒssig.
Besondere Vorsicht gilt bei fettlöslichen Vitaminen wie den Vitaminen A, D, E und K: Da sie sich im Körpergewebe anreichern können, birgt eine unkontrollierte Ăberdosierung gesundheitliche Risiken bis hin zu SchĂ€digungen der Organe. Die gezielte Einnahme sollte daher stets auf individuellen Laborbefunden und medizinischer AbklĂ€rung beruhen.
