Rheuma-Leitlinie, Gramm

Rheuma-Leitlinie: 30 Gramm Ballaststoffe tÀglich senken Herz-Risiko

05.07.2026 - 13:25:35 | boerse-global.de

Die DGRh empfiehlt Rheuma-Patienten mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag zur Senkung des kardiovaskulÀren Risikos.

Neue Rheuma-Leitlinie: 30g Ballaststoffe tÀglich senken Herzrisiko
Rheuma-Leitlinie - Eine Nahaufnahme einer Schale mit einer gesunden, ballaststoffreichen Mahlzeit, bestehend aus Vollkornprodukten, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchten. 05.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Am 19. Juni veröffentlichte sie eine S3-Leitlinie zur Senkung des kardiovaskulĂ€ren Risikos bei Rheuma-Patienten. Denn diese Gruppe hat ein deutlich erhöhtes Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zentraler Punkt: mindestens 30 Gramm Ballaststoffe tĂ€glich. Derzeit liegt der Durchschnittskonsum in Deutschland bei lediglich 18 Gramm pro Tag. Eine echte VersorgungslĂŒcke also.

ErnÀhrung als Therapiebaustein

Die Leitlinie betrachtet ErnÀhrung als integralen Bestandteil des Risikomanagements. Empfohlen wird zudem eine strukturierte Erfassung von Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker. Das kardiovaskulÀre Risiko bei Rheuma-Patienten ist vergleichbar mit dem von Diabetes-Patienten.

Zur FrĂŒherkennung von GefĂ€ĂŸschĂ€den wurde ein neues NIRS-CO2-Verfahren entwickelt. Es könnte die Diagnostik deutlich verbessern.

Was die Forschung konkret empfiehlt

Die Bedeutung der ErnĂ€hrungstherapie wird durch die Standards der American Diabetes Association (ADA) fĂŒr 2026 untermauert. Demnach kann eine medizinische ErnĂ€hrungstherapie den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetes um 0,3 bis 2 Prozent senken. Empfohlen wird eine individuell angepasste, mediterrane oder pflanzenbasierte Kost mit mindestens 14 Gramm Ballaststoffen pro 1.000 Kilokalorien.

Studien belegen den Nutzen spezifischer Lebensmittel:

  • Polyphenolreiches, extra natives Olivenöl kann kardiovaskulĂ€re Ereignisse um rund 30 Prozent reduzieren (PREDIMED-Studie).
  • TĂ€glich 50 Milligramm Anthocyane senken das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 26 Prozent (Meta-Analyse).
  • Mehr als 2,5 Avocados pro Woche werden mit einem 17 Prozent geringeren Risiko fĂŒr Bluthochdruck in Verbindung gebracht.

Experten wie Prof. Dr. Katharina Timper von der TU MĂŒnchen fordern: Die ErnĂ€hrungstherapie muss regulĂ€re Kassenleistung werden. Das wĂŒrde langfristig Gesundheitskosten senken.

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Lebensstil als Gamechanger

Die Auswirkungen des Lebensstils auf die gesunden Lebensjahre sind massiv. Eine internationale Kohortenstudie mit zwei Millionen Teilnehmern (NEJM, 2025) zeigt: Wer ab 50 Jahren fĂŒnf Hauptrisikofaktoren vermeidet – darunter Bluthochdruck, Rauchen und Diabetes – gewinnt mehr als zehn zusĂ€tzliche gesunde Lebensjahre. Besonders effektiv: Blutdrucksenkung und Rauchstopp zwischen 55 und 60 Jahren.

Eine 20-Jahres-Studie in JAMA Network Open ergÀnzt: Bereits 30 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Diabetes-Risiko um 42 Prozent. In Kombination mit Ausdauertraining und weniger als zwei Stunden Bildschirmzeit tÀglich sind es sogar bis zu 62 Prozent.

Medikamente: Risiken und Chancen

Die Forschung beleuchtet auch Nebenwirkungen gÀngiger Medikamente. Eine Studie in Nature Metabolism (Juni 2026) mit rund 66.000 Probanden deutet darauf hin: Die dauerhafte Einnahme von Protonenpumpenhemmern (SÀureblockern) erhöht das Demenzrisiko um 44 Prozent.

Im Gegensatz dazu senken moderne Wirkstoffe wie SGLT2-Hemmer oder GLP-1-Agonisten das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern signifikant. FĂŒr die Behandlung von Adipositas hat die EMA Anfang Juli orale GLP-1-Therapien in Tablettenform empfohlen. Das könnte den Zugang zu diesen Behandlungen vereinfachen.

Auch die ZÀhne zÀhlen

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Die Hamburg City Health Study (April 2026) zeigt einen weiteren wichtigen Zusammenhang: Eine schwere Parodontitis verdoppelt das Risiko fĂŒr NierenschĂ€den. EntzĂŒndungsmarker wie hsCRP spielen dabei eine zentrale Rolle zwischen Zahnfleisch- und Nierenerkrankungen.

Die Botschaft ist klar: Wer seine Gesundheit langfristig schĂŒtzen will, muss ganzheitlich denken – von der ErnĂ€hrung ĂŒber Bewegung bis zur Mundhygiene.

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