Rückenschmerzen, Training

Rückenschmerzen: Training senkt Risiko von 50 auf 30 Prozent

17.06.2026 - 19:07:18 | boerse-global.de

Aktive Bewegung senkt Risiko für Rückenschmerz-Episoden von 50 auf 30 Prozent. Cannabis-Medikament Exilby erhält Zulassung für chronische Fälle.

Rückenschmerzen ade: Bewegung als Schlüssel zur Linderung
Rückenschmerzen - Eine Person dehnt vorsichtig ihren Rücken, die Hände in die Hüften gestützt, in einem modernen Physiotherapie-Raum. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die gute Nachricht: Bewegung hilft. Die schlechte: Nicht jede Übung ist in jeder Phase sinnvoll. Aktuelle Leitlinien zeigen, worauf es ankommt.

Akut oder chronisch – der entscheidende Unterschied

Die Medizin unterscheidet klar zwischen akuten und chronischen Rückenschmerzen. In der Akutphase steht die Physiotherapie an erster Stelle. Ziel ist Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Mobilität.

Anzeige: Wer seine Rückenschmerzen mit dem richtigen Training in den Griff bekommen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Übungen für jede Phase – plus die entscheidenden Warnsignale. Jetzt kostenlosen Trainingsplan anfordern

Anders sieht es bei chronischen Verläufen aus. Hier gewinnt der gezielte Aufbau der Rumpfmuskulatur an Bedeutung. Eine Analyse von über 200 Studien mit rund 25.000 Teilnehmern belegt: Aktives Training senkt die Häufigkeit von Schmerzepisoden signifikant. Das Risiko erneuter Beschwerden sinkt von 50 auf 30 von 100 Betroffenen.

Wann Sie besser die Finger vom Training lassen

Trotz der klaren Empfehlung zur Bewegung gibt es Ausnahmen. Eigenständiges Krafttraining oder digitale Therapie-Apps sind tabu, wenn bestimmte Warnsignale auftreten. Dazu gehören akute Lähmungserscheinungen, deutliche Schwellungen oder der Zustand unmittelbar nach einer Operation.

Halten Schmerzen länger als sechs Wochen an, ist eine ärztliche Abklärung Pflicht. Nur so lässt sich ausschließen, dass strukturelle Schäden hinter den Beschwerden stecken.

Digitale Helfer – nützlich, aber kein Ersatz

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) können die Aktivität steigern und Sitzzeiten reduzieren. Das zeigt eine Auswertung von 38 Studien mit 74.000 Teilnehmern. Konkret: Das Programm Kaia dokumentierte bei über 1.200 Probanden eine Schmerzreduktion von 33 Prozent nach drei Monaten und 46 Prozent nach einem Jahr.

Der entscheidende Faktor bleibt jedoch die Konsistenz der Patienten. Trainingstherapie muss wie ein Medikament präzise dosiert werden – besonders bei Vorerkrankungen in Orthopädie, Neurologie oder Herz-Kreislauf.

Neue Hoffnung bei chronischen Schmerzen

Für Patienten mit chronischen Schmerzen und neuropathischer Komponente gibt es eine neue Option. Am 9. Juni erteilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Zulassung für Exilby – das erste cannabisbasierte Fertigarzneimittel für diese Indikation in Europa.

Eine Phase-3-Studie mit 820 Teilnehmern zeigte eine Schmerzreduktion von 1,9 Punkten auf der Bewertungsskala. Die Placebo-Gruppe verbesserte sich um 1,4 Punkte. Ein Abhängigkeitspotenzial wurde nicht nachgewiesen. Allerdings brachen 17 Prozent der Teilnehmer die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Die Markteinführung in Deutschland und Österreich ist für September geplant.

Prävention: Je früher, desto besser

Die Bedeutung stabiler Muskulatur nimmt mit dem Alter zu. Bereits ab dem 35. Lebensjahr schwindet die Muskelmasse um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr. Bei über 60-Jährigen stürzt statistisch gesehen jeder Dritte mindestens einmal jährlich.

Fachleute empfehlen eine Kombination aus Balancetraining und gezielten Kraftübungen für Oberschenkel, Gesäß und seitliche Bauchmuskulatur. Schon einfache Stehübungsprogramme können Knie und Rücken entlasten.

Anzeige: Chronische Rückenschmerzen trotz Behandlung? Dieser Report zeigt, wie Sie mit gezieltem Krafttraining das Risiko erneuter Schmerzepisoden von 50 auf 30 Prozent senken – inklusive Balanceübungen für den Alltag. Risiko senken – Trainingsplan sichern

Österreich geht voran

In Österreich ist der Zugang zur spezialisierten Trainingstherapie seit Januar 2025 neu geregelt. Mit ärztlicher Überweisung ist die Inanspruchnahme auch ohne vorherigen Reha-Aufenthalt möglich. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen allerdings noch nicht flächendeckend.

Parallel dazu zeigen neue medikamentöse Ansätze wie GLP-1-Rezeptoragonisten in der Adipositas-Therapie Wirkung – bergen aber das Risiko des Muskelabbaus. Auch das unterstreicht: Begleitendes Krafttraining ist unverzichtbar.

de | wissenschaft | 69565127 |