San Diego investiert 460.000 Euro in ChatGPT-Roboter für Schulen
28.06.2026 - 12:14:14 | boerse-global.de
Die Pilotprojekte in Kalifornien, New York und Pennsylvania sollen Lehrer entlasten und Schüler individuell fördern. Während Befürworter von einer Bildungsoffensive sprechen, wächst der Widerstand von Eltern und Wissenschaftlern.
San Diego investiert eine halbe Million in humanoide Assistenten
Das Charter-Schulnetzwerk Altus Schools in San Diego hat umgerechnet rund 460.000 Euro in zwei Ameca-Roboter investiert. Die 1,88 Meter großen Maschinen mit grauen Silikongesichtern, blauen Blinkaugen und durchsichtigen, lila leuchtenden Schädeln werden von ChatGPT gesteuert.
Die Schule plant den Einsatz in vier Bereichen: als Unterrichtsassistenten, Wellness-Coaches, Karriereberater und Übersetzer. Die Schulleitung betont, dass die Roboter die menschlichen Lehrkräfte unterstützen, nicht ersetzen sollen. Sie sollen akademische Inhalte vermitteln und zusätzliche Ressourcen für die Schülerentwicklung bereitstellen.
New York und Pennsylvania: KI-Software statt humanoider Roboter
Der Schulbezirk Salamanca City im Bundesstaat New York testet derweil die Roboter Optio und M-Series des Herstellers Realbotix Corp. Die Systeme werden als KI-gestützte Assistenten im Bildungsalltag evaluiert.
Im Schulbezirk Haverford Township in Pennsylvania fiel die Entscheidung knapper aus. Mit 5:3 Stimmen genehmigte das Schulboard Verträge über „School AI" für rund 12.000 Euro und „Brisk" für etwa 20.500 Euro. Die Plattformen sollen KI-Nachhilfe für Schüler und Automatisierungsdienste für Lehrer bereitstellen. Die Bezirksverwaltung versicherte, die Werkzeuge seien ergänzend und würden den menschlichen Unterricht nicht ersetzen.
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In Pittsburgh haben mehrere Bildungseinrichtungen, darunter jüdische Tagesschulen, KI in ihren Alltag integriert. Sie nutzen die Technologie für Verwaltungsaufgaben, Unterrichtsvorbereitung und Spendenaktionen.
Experten warnen vor mangelnder Evidenz
Der rasche Einsatz von KI in Schulen stößt auf erhebliche Kritik. Professor Wayne Holmes vom University College London bemängelt das Fehlen unabhängiger, groß angelegter Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit humanoider Roboter im Unterricht. Kritiker fragen sich zudem, ob die hohen Investitionen – wie die halbe Million Dollar in San Diego – durch die erwarteten Bildungsergebnisse gerechtfertigt sind.
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In Pennsylvania und New York haben besorgte Eltern protestiert und fordern strengere Kontrollen. Einige Eltern im Haverford Township befürchten, dass KI-Chatbots traditionelle Lernerfahrungen untergraben könnten. In New York City stoppte die Bildungsbehörde kürzlich die Veröffentlichung neuer KI-Richtlinien, nachdem Eltern in öffentlichen Anhörungen ein zweijähriges Moratorium für KI an öffentlichen Schulen gefordert hatten. Lokale Bildungsausschüsse kritisieren das Fehlen eines umfassenden Langzeitplans für die Integration der Technologie.
Globale Trends: China treibt Entwicklung voran
Die Entwicklung humanoider Robotik in US-Schulen ist Teil eines globalen Trends. In China setzen Hersteller massiv auf humanoide Roboter, um Arbeitskräftemangel zu begegnen – mit dem Ziel, noch in diesem Jahr 10.000 kommerzielle Installationen zu erreichen. Auch in den USA wächst das Investoreninteresse: Ein in Pittsburgh verwurzeltes Unternehmen für humanoide Robotik ging kürzlich an die Wall Street – ein Zeichen für das wachsende Vertrauen in Roboter als Kollaborateure in Bereichen wie Gesundheitswesen und Logistik.
