SchlafqualitÀt, REM

SchlafqualitĂ€t: Mehr REM schĂŒtzt vor 83 verschiedenen Krankheiten

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr REM-Schlaf war in der UK-Biobank-Analyse mit geringerem Krankheitsrisiko verbunden, doch die Ergebnisse belegen keine KausalitÀt.

Schlafanalyse zeigt ZusammenhÀnge mit 83 Erkrankungen
Ein ungemachtes Bett in einem ruhigen Schlafzimmer im sanften Morgenlicht, das eine AtmosphÀre der Erholung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die QualitĂ€t und Zusammensetzung des Schlafs spielen eine entscheidende Rolle fĂŒr die physische und kognitive Gesundheit. Eine im Fachjournal PLOS Medicine veröffentlichte Analyse von Shengzhi Sun von der Capital Medical University liefert detaillierte Einblicke in die ZusammenhĂ€nge zwischen spezifischen Schlafphasen und dem langfristigen Risiko fĂŒr zahlreiche Krankheiten.

Die Untersuchung stĂŒtzte sich auf Daten von 95.559 Teilnehmenden der UK Biobank, deren Schlafmuster ĂŒber einen Zeitraum von sieben Tagen mittels Handgelenks-Aktigraphie erfasst wurden. Im Rahmen einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8,9 Jahren wertete das Team ĂŒber 1.000 Krankheitsoutcomes aus.

Deutliche Risikominderung bei vermehrtem REM-Schlaf

Die Auswertung ergab insbesondere fĂŒr den REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) ausgeprĂ€gte statistische ZusammenhĂ€nge mit einem verringerten Erkrankungsrisiko. Ein Anstieg des REM-Schlafs pro Interquartilsabstand von 47,6 Minuten senkte das Risiko fĂŒr 83 unterschiedliche Erkrankungen.

Anzeige

Wer sich mit dem Zusammenhang von Erholung und mentaler Gesundheit befasst, sollte auch seine Gehirnleistung aktiv fördern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 AlltagsĂŒbungen, mit denen Sie Ihre Konzentration stĂ€rken und Demenz gezielt vorbeugen können. Diese 11 AlltagsĂŒbungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit

Besonders deutlich fiel dieser Zusammenhang bei schweren neurologischen und kardiovaskulĂ€ren Leiden aus: FĂŒr Demenzerkrankungen ergab sich eine Hazard Ratio von 0,54, fĂŒr Morbus Parkinson lag der Wert bei 0,20 und fĂŒr Herzinsuffizienz bei 0,74.

DemgegenĂŒber war eine Zunahme des Tiefschlafs lediglich mit einer verĂ€nderten Wahrscheinlichkeit fĂŒr sieben Krankheiten assoziiert. Eine generell unzureichende Nachtruhe wirkte sich hingegen auf breiter Front negativ aus: Eine Gesamtschlafdauer von weniger als fĂŒnf Stunden pro Nacht erhöhte das Risiko fĂŒr 37 Krankheiten.

Anzeige

HĂ€ufige Vergesslichkeit kann viele Ursachen haben, doch Experten nutzen gezielte Fragen, um erste ernsthafte Warnsignale frĂŒhzeitig zu erkennen. Nutzen Sie diesen anonymen 7-Fragen-Selbsttest fĂŒr eine schnelle EinschĂ€tzung und erhalten Sie Ihr Ergebnis direkt per E-Mail. Gewissheit in 2 Minuten: Check auf frĂŒhe Demenz?Anzeichen

Insgesamt stellten die Forschenden nach einer Bonferroni-Korrektur 156 statistisch signifikante Assoziationen zwischen den Schlafparametern und spezifischen Krankheitsbildern fest.

Methodische Grenzen und Fragen der KausalitÀt

Trotz des großen Datensatzes weisen unabhĂ€ngige Fachleute auf methodische EinschrĂ€nkungen der Erhebung hin. In Stellungnahmen ĂŒber das Science Media Centre ordneten Dr. Nina Rzechorzek von der UniversitĂ€t Cambridge und Dr. Greg Elder von der Northumbria University die Befunde ein. Beide wiesen darauf hin, dass die Schlafphasen in der Studie nicht ĂŒber die medizinische Referenzmethode der Polysomnographie gemessen wurden.

Stattdessen seien die Stadien mittels Deep-Learning-Algorithmen aus den Bewegungsmustern der Aktigraphie-Sensoren geschÀtzt worden, was nur eine moderate Klassifikationsgenauigkeit biete.

Zudem bestehe die Möglichkeit einer umgekehrten KausalitĂ€t. Wenn Personen ausgeschlossen wurden, die in den ersten zwei Jahren der Nachbeobachtung erkrankten, blieben von den 156 Assoziationen lediglich 95 statistisch signifikant bestehen. Dies deute darauf hin, dass unentdeckte FrĂŒhstadien von Krankheiten bereits zu Schlafstörungen fĂŒhren können, anstatt primĂ€r durch verĂ€nderte Schlafmuster verursacht zu werden.

Auch spiegele ein siebentĂ€giges Monitoring die habituellen Schlafgewohnheiten ĂŒber Jahrzehnte hinweg nur bedingt wider. Die Daten belegen somit eindeutige epidemiologische ZusammenhĂ€nge, erlauben jedoch keinen direkten Nachweis kausaler Wirkmechanismen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70121919 |