Schlafstörungen, Deutschen

Schlafstörungen: 35 Prozent der Deutschen betroffen, RKI warnt

11.06.2026 - 02:05:38 | boerse-global.de

Jeder dritte Erwachsene leidet unter Schlafstörungen. Ein Cannabis-Präparat gegen chronische Schmerzen erhält Zulassung.

Schlafprobleme in Deutschland: Neue Studie und Cannabis-Medikament
Schlafstörungen - Ein ruhiges Schlafzimmer bei Dämmerung mit einem aufgeräumten Bett und sanfter Beleuchtung, die eine entspannende Atmosphäre schafft. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle RKI-Studie zeigt: Jeder dritte Erwachsene hat Probleme mit dem Schlaf. Besonders häufig sind Durchschlafstörungen.

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Laut der im Juni 2026 veröffentlichten Untersuchung berichten 35 Prozent der Befragten über Schlafprobleme. Am weitesten verbreitet sind Durchschlafstörungen mit 32 Prozent. Einschlafstörungen betreffen 16 Prozent, 13 Prozent leiden unter beidem.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Als Hauptursachen nennen die Forscher Stress und digitale Reizüberflutung.

Blaulicht als Einschlafkiller

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) warnt vor den Folgen von Bildschirmnutzung am Abend. Das Blaulicht digitaler Geräte hemmt die Melatonin-Produktion – ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert.

Die Empfehlung der Experten: 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen auf Handy, Tablet und Laptop verzichten. Auch die Schlafforscherinnen Salome Kurth und Caroline Lustenberger betonen in ihrem aktuellen Ratgeber die Bedeutung von Lichtmanagement, Ernährung und Entspannungstechniken.

WM-Warnung: Schlafmangel gefährdet die Gesundheit

Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika, die heute beginnt, warnt Schlafexperte Hans-Günter Weeß vor den Risiken von Schlafentzug. Schon eine einzige Nacht mit deutlichem Schlafdefizit schwächt das Immunsystem und senkt die Leistungsfähigkeit.

Die Zahlen sind alarmierend: Bereits eine Stunde weniger Schlaf erhöht das Unfallrisiko um 30 Prozent. Bei weniger als vier Stunden Schlaf steigt es sogar um mehr als das Vierfache.

Weeß rät zu konkreten Gegenmaßnahmen: Vorschlafen, kurze Powernaps von 10 bis 20 Minuten sowie Verzicht auf Alkohol, Koffein und schwere Mahlzeiten vor nächtlichen Übertragungen.

Haar-Analyse verrät die innere Uhr

Die Forschung macht Fortschritte bei der Bestimmung biologischer Rhythmen. Ein Team der Charité Berlin unter der Leitung von Achim Kramer hat eine Methode entwickelt, die die innere Uhr anhand einer Haarwurzel-Analyse entschlüsselt.

Die in der Fachzeitschrift PNAS vorgestellte Technik untersucht 17 Gene und erreicht fast die Genauigkeit der bisherigen Goldstandard-Messungen. Getestet wurde sie an mehr als 4.000 Teilnehmern. Proben können per Post verschickt werden.

Das Ziel der Chronomedizin: Therapiezeitpunkte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs individuell auf den Patienten abstimmen.

Sport macht den Schlaf besser

Die DGSM widmet ihren Aktionstag „Erholsamer Schlaf“ am 21. Juni 2026 dem Thema Sport. Experte Christian Veauthier von der Charité Berlin betont: Sowohl Ausdauersport als auch Krafttraining verbessern die Schlafqualität nachhaltig.

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Da Krafttraining die Schlafqualität und die nächtliche Regeneration massiv fördert, ist es gerade ab 50 Jahren die ideale Ergänzung für einen gesunden Lebensstil. Dieser Gratis-Ratgeber stellt Ihnen 6 einfache Übungen für zuhause vor, die ganz ohne Fitnessstudio Rückenschmerzen lindern und neue Energie schenken. Kostenlosen PDF-Ratgeber für Heimtraining sichern

Der Grund: Wachstumshormone werden vorwiegend im Tiefschlaf gebildet. Es besteht eine enge Wechselwirkung zwischen körperlicher Regeneration und nächtlicher Ruhe.

Wichtig ist der zeitliche Abstand zum Training. Bei moderatem Ausdauersport sollte die Schlafenszeit etwa eine Stunde später liegen. Nach intensivem Krafttraining können bis zu fünf Stunden sinnvoll sein.

Cannabis-Medikament gegen Schlaflosigkeit

Ein neues Medikament könnte Menschen mit chronischen Schmerzen und Schlafstörungen helfen. Das Münchener Biopharmaunternehmen Vertanical erhielt am 9. Juni die Zulassung für Exilby – ein Cannabis-basiertes Schmerzmittel gegen chronische Kreuzschmerzen mit neuropathischer Komponente.

In Phase-3-Studien mit über 1.200 Patienten zeigte der THC-reiche Vollspektrum-Extrakt eine signifikante Schmerzreduktion. Besonders im Vergleich zu herkömmlichen Opioiden verbesserte sich die Schlafqualität der Patienten.

Kritiker der Universitätsmedizin Essen hinterfragen die klinische Relevanz der Schmerzreduktion im Vergleich zu Placebos. Der Hersteller verweist dagegen auf das geringere Abhängigkeitsrisiko und die bessere Verträglichkeit.

Die Markteinführung in Deutschland und Österreich ist für September 2026 geplant. Preisverhandlungen mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) stehen noch aus.

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