Senioren, Studie

Senioren in Österreich: Nur 30 Prozent bewegen sich ausreichend, zeigt Studie

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nur rund 30 Prozent der älteren Menschen in Österreich sind ausreichend aktiv; Fachleute empfehlen vielseitiges Training und regelmäßige Bewegung.

Krafttraining im Alter: Studien zeigen Nutzen und passende Ansätze
Ein heller, minimalistischer Übungsraum mit Holzboden und einfallendem Sonnenlicht in einer ruhigen, leeren Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

In Österreich erreichen laut einer Studie der Medizinischen Universität Wien nur etwa 30 Prozent der Seniorinnen und Senioren ein ausreichendes Maß an körperlicher Aktivität, wie der ORF Anfang Oktober 2026 berichtete.

Der Physiotherapeut Jürgen Maureder empfiehlt in diesem Zusammenhang eine gezielte Kombination aus Kraft-, Ausdauer-, Balance- und Beweglichkeitstraining. Wer bereits im Alter von 30, 40 oder 45 Jahren mit dem regelmäßigen Training beginne und dieses dauerhaft beibehalte, könne bis ins hohe Alter von den gesundheitlichen Effekten profitieren.

Wissenschaftliche Grundlagen für effektives Krafttraining

Internationale Leitlinien und Auswertungen unterstreichen den Nutzen von Kraftübungen für die körperliche Leistungsfähigkeit. Eine Untersuchung des American College of Sports Medicine (ACSM), die 137 systematische Reviews mit mehr als 30.000 Teilnehmenden umfasst, zeigt, dass Krafttraining in vielfältigen Formen wirkt.

Das ACSM rät dazu, alle großen Muskelgruppen mindestens zweimal pro Woche mit hoher Anstrengung zu beanspruchen. Als Richtwert für den Muskelaufbau nennt die Organisation rund zehn Sätze pro Muskelgruppe und Woche. Auch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Trainingsbändern oder Einheiten zu Hause können Kraft und Muskelmasse stärken.

Eine fünfwochige Untersuchung an trainierten Erwachsenen ergab zudem vergleichbare Kraft- und Muskelzuwächse bei Übungen nahe dem Muskelversagen sowie bei solchen, die kurz davor beendet wurden. Begleitend nennt die International Society of Sports Nutrition (ISSN) für trainierende Erwachsene eine tägliche Proteinzufuhr von 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht als ausreichend.

Orientierung für das Ausmaß allgemeiner Aktivität bieten auch die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive Ausdaueraktivität beziehungsweise eine Kombination daraus vorsehen, ergänzt durch muskelkräftigende Einheiten.

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Bei der Belastungssteuerung vergleicht beispielsweise der Belastungsindex von RingConn die aktuelle Trainingswoche mit den vorangegangenen vier Wochen, wobei Werte über 1,3 als hoch und unter 0,8 als niedrig eingestuft werden.

Kardiovaskuläre Zusammenhänge und Langlebigkeit

Die körperliche Leistungsfähigkeit steht in engem Zusammenhang mit der allgemeinen Gesundheit. Eine im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Untersuchung von Harvard-Forschern an rund 1.000 männlichen Feuerwehrleuten im Zeitraum von 2000 bis 2010 mit einem Durchschnittsalter von 39,6 Jahren und einem durchschnittlichen Body-Mass-Index von 28,7 zeigte deutliche Effekte: Männer, die zu Beginn mehr als 40 Liegestütze schafften, wiesen ein um bis zu 96 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einen Herzinfarkt auf als jene, die weniger als zehn Wiederholungen erreichten. Diese Ergebnisse beziehen sich allerdings ausschließlich auf berufstätige Männer mittleren Alters.

Berichten der Plattform Keedia zufolge verfügen regelmäßig Trainierende im Schnitt über längere Telomere als inaktive Personen gleichen Alters. Empfohlen werden dort als grobe Orientierung zwei bis drei Krafteinheiten pro Woche, wobei für Personen ab 50 Jahren mindestens zwei Einheiten angeraten werden.

Gleichzeitig verweisen Fachberichte auf gesundheitliche Vorsichtsmaßnahmen. Vor nicht verordneten Substanzen wie dem anabolen Steroid Methyl-Drostanolon wird gewarnt, da dieses das Herz-Kreislauf-System, die Leber, das Hormonsystem und die Psyche schädigen kann. Vor intensiven Trainingsphasen empfehlen Fachkreise ärztliche Kontrollen von Blutdruck, Blutfettwerten sowie Leber- und Nierenwerten.

Praktische Ansätze und regionale Angebote

Für das Training zu Hause existieren unterschiedliche Konzepte. Die 60-jährige Sally Gunnell absolviert nach eigenen Angaben dreimal wöchentlich ein rund 15-minütiges Ganzkörperprogramm mit drei Runden aus fünf Übungen, darunter Kniebeugen, Schulterdrücken, Kreuzheben, Ruderbewegungen und einarmiges Marschieren.

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Zur Stärkung der Armmuskulatur ab 60 Jahren empfehlen Fachberichte von FIT FOR FUN zwei bis drei wöchentliche Einheiten mit Übungen wie Wandliegestützen oder Stuhlstützen, bei denen sichtbare Veränderungen nach acht bis zwölf Wochen realistisch seien.

Ergänzend entstehen lokale Bewegungsmöglichkeiten. In Dresden-Johannstadt eröffnet im Oktober 2026 das Bewegungszentrum Feelgood mit einem 40-minütigen Zirkel an zwölf motorisierten Geräten für Personen ab 50 Jahren.

In Lintorf startet die AWO Angerland am 15. Oktober 2026 einen zehnstündigen Seniorengymnastikkurs für 35 Euro, der Dehn-, Gleichgewichts- und Koordinationsübungen umfasst. Im Schweizer Reinach trifft sich wöchentlich eine Rollator-Gruppe zu gemeinsamen Spaziergängen auf befestigten Wegen, um die Mobilität im Alter im Alltag aufrechtzuerhalten.

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