Sitzen, Minuten

Sitzen reduzieren: 5 Minuten Sport senken Krebssterblichkeit um 22%

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 12:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Wöchentliches Krafttraining reduziert das Diabetes-Risiko deutlich. Auch Herzgesundheit profitiert von hoher Muskeldichte.

Krafttraining senkt Diabetes-Risiko: Neue Studienergebnisse
Eine Person, die eine Kniebeuge ausführt, um die Gesäßmuskulatur zu trainieren, in einem modernen Fitnessstudio. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt eine 20-Jahres-Studie in JAMA Network Open. In Kombination mit Ausdauertraining steigt der Schutz sogar auf 62 Prozent. Besonders profitieren Menschen, die über Jahre konsequent trainieren.

Muskeldichte schützt das Herz

Auch die Herzgesundheit profitiert von starken Muskeln. Eine Studie der University of Edinburgh – mitfinanziert vom British Heart Foundation – zeigt: Höhere Muskeldichte im Oberkörper senkt das Herzinfarktrisiko. Die Analyse von über 1.700 Patienten-Scans ergab ein um 31 Prozent geringeres Herzinfarktrisiko und eine um 39 Prozent niedrigere Sterblichkeit innerhalb von zehn Jahren. Entscheidend war nicht die Muskelgröße, sondern die Qualität.

Füße und Po: Die unterschätzten Muskelgruppen

Die Füße sind das Fundament des Bewegungsapparats. Ein Experte betonte auf BILD.de: Vernachlässigte Fußmuskulatur führt zu Fehlbelastungen, die Knie, Hüfte und Rücken betreffen. Gezieltes Fußtraining verbessert die Stabilität bereits nach kurzer Zeit.

Ähnlich wichtig ist die Gesäßmuskulatur – der größte Muskel des Körpers. Eine Unterfunktion verursacht zahlreiche orthopädische Probleme. Ein trainierter Po verbessert die Körperhaltung, entlastet den unteren Rücken und beugt Schmerzen vor.

WHO-Empfehlungen: Die Deutschen bewegen sich zu wenig

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 bis 300 Minuten Bewegung mittlerer Intensität pro Woche. Krafttraining sollte mindestens einmal, idealerweise zweimal wöchentlich stattfinden. Die Realität sieht anders aus: 44 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer in Deutschland bewegen sich zu wenig. Nur jedes vierte Kind erreicht die empfohlenen 60 Minuten täglich.

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EMS-Training: Effizient, aber nicht ohne Risiken

Elektromyostimulations-Training (EMS) bietet eine zeitsparende Alternative. Elektrische Impulse über einen speziellen Anzug stimulieren die Muskeln. Studien zeigen vergleichbare Kraftzuwächse wie klassisches Krafttraining – bei nur 20 Minuten pro Einheit. EMS gilt als gelenkschonend und eignet sich für Einsteiger, Menschen mit Rückenbeschwerden und Ältere.

Die Risiken: Hautreizungen und Muskelbeschwerden. Für Menschen mit Herzschrittmachern, Infektionen oder bestimmten Krebserkrankungen ist EMS tabu. Experten warnen: EMS ersetzt keine korrekte Übungsausführung.

Jede Bewegung zählt

Eine Studie in PLOS Medicine (Juli 2026) mit über 91.000 UK-Biobank-Teilnehmern zeigt: Ununterbrochenes Sitzen von 30 Minuten oder länger erhöht das Krebssterblichkeitsrisiko. Schon eine Stunde Sitzen durch leichte Aktivität ersetzen senkt das Risiko um 12 Prozent. Fünf Minuten intensive Aktivität reduzieren es sogar um 22 Prozent.

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Warum Sport allein nicht zum Abnehmen reicht

Sport bietet viele Vorteile – aber beim Abnehmen ist er kein Wundermittel. Eine Studie der Universität Tel Aviv (Mai 2026) zeigt: Der Körper kompensiert zusätzliche Aktivität durch Reduzierung des Ruheumsatzes und Verkleinerung energieverbrauchender Organe. Die Teilnehmer verloren trotz Kalorienverbrauchs kaum Gewicht. Dafür verbesserten sich Körperzusammensetzung, Fettreduktion und Muskelaufbau. Die Kombination mit ausgewogener Ernährung bleibt entscheidend.

Ein extremes Beispiel für das Potenzial konsequenten Trainings: Der deutsche Athlet Simon Gronau absolvierte zwischen dem 28. März und 5. Juli 2026 einhundert Hyrox-Wettbewerbe an einhundert aufeinanderfolgenden Tagen.

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