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Social Media: EU plant Mindestalter und Beweislastumkehr für Konzerne

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 05:20 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission kündigt einen Gesetzesvorschlag für ein gestaffeltes Mindestalter auf Social-Media-Plattformen an. Ein Expertenrat empfiehlt eine Beweislastumkehr zu Lasten der Konzerne.

EU plant Gesetz für Social-Media-Mindestalter noch 2026
Leuchtendes digitales Vorhängeschloss-Symbol über unscharfen Händen eines Jugendlichen mit Smartphone, symbolisiert Online-Altersverifikation und Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte die Initiative am Montag an, nachdem ein Expertenpanel einen umfassenden Bericht zum Kinderschutz im Netz vorgelegt hatte. Das 14-Punkte-Papier empfiehlt einen harmonisierten Ansatz, um Minderjährige vor süchtig machenden Plattformdesigns und schädlichen Inhalten zu schützen.

Gestaffelter Zugang nach Altersgruppen

Das im März 2026 eingesetzte Expertengremium schlägt ein abgestuftes Modell vor. Für Kinder unter drei Jahren empfehlen die Fachleute vollständige Bildschirmabstinenz. Bei Drei- bis Zwölfjährigen soll die Internetnutzung zeitlich begrenzt und nur unter Aufsicht erlaubt sein.

Der Kernvorschlag: Kinder unter 13 Jahren dürfen soziale Medien nur mit elterlicher Begleitung und für begrenzte Zeit nutzen. Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sieht das Konzept einen schrittweisen Übergang zur eigenständigen Nutzung vor – allerdings nur, wenn die Plattformen robuste Sicherheitsfunktionen bieten und als schädlich oder süchtig machend eingestufte Funktionen entfernen.

Beweislastumkehr zu Lasten der Konzerne

Ein zentraler Punkt der geplanten Regulierung: Die Beweislast für die Sicherheit Minderjähriger soll von Eltern und Aufsichtsbehörden auf die Plattformbetreiber übergehen. Von der Leyen betonte, die neuen Regeln müssten nicht nur das genaue Alter für den legalen Zugang definieren, sondern auch sicherstellen, dass Plattformen nachweisen, dass ihre Umgebungen „von Grund auf sicher" gestaltet sind.

Diese Gesetzesinitiative kommt nicht aus dem Nichts. Bereits am 10. Juli hatten europäische Regulierungsbehörden Meta mitgeteilt, dass seine Plattformen wegen süchtig machender Schnittstellendesigns vorläufig gegen den Digital Services Act verstoßen. Die Kommission forderte den Konzern auf, Funktionen zu entfernen, die zwanghaftes Nutzungsverhalten fördern.

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Breite öffentliche Unterstützung

Der Vorstoß für strengere Regeln wird von der Bevölkerung getragen: Eine Eurobarometer-Umfrage zeigt, dass 63 Prozent der Europäer EU-weite Altersbeschränkungen für den Social-Media-Zugang von Kindern befürworten. Die vom Expertenpanel zitierten Daten unterstreichen das Ausmaß des Problems: Jugendliche verbringen derzeit täglich vier bis sechs Stunden vor Bildschirmen, und 60 Prozent der jungen Kinder berichten von Problemen im Netz.

Um die Altersbeschränkungen technisch umzusetzen, testet die EU derzeit eine Altersverifizierungs-App. Dieses Tool soll Plattformen eine standardisierte Methode bieten, das Alter von Nutzern zu bestätigen, ohne die allgemeinen Datenschutzstandards zu untergraben.

Zeitplan und internationale Entwicklungen

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Die Europäische Kommission will ihren formellen Gesetzesvorschlag nach der Sommerpause vorlegen – voraussichtlich im Rahmen der Rede zur Lage der Union im September 2026. Während die EU einen harmonisierten Standard anstrebt, könnte der Rahmen einzelnen Mitgliedstaaten erlauben, höhere Altersgrenzen festzulegen.

Die europäische Initiative folgt ähnlichen Bewegungen in anderen Ländern. Australien hatte bereits im Dezember 2025 ein Verbot für Nutzer unter 16 Jahren verhängt. Großbritannien bereitet eigenen Berichten zufolge ebenfalls eine Altersgrenze für Minderjährige vor, die im nächsten Frühjahr in Kraft treten soll. Auch Indonesien und die Türkei haben strengere Zugangskontrollen für digitale Plattformen auf den Weg gebracht.

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