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Soziale Medien: 72% der Jugendlichen fühlen sich abgelenkt

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 22:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nur 19 Prozent der Jugendlichen fühlen sich auf TikTok & Co. wohl. Die Studie zeigt hohe Belastung durch Vergleichsdruck und problematische Inhalte.

JIMplus-Studie: Soziale Medien belasten Jugendliche massiv
Ein nachdenklicher Teenager schaut auf ein Smartphone, das Gesicht vom Bildschirmlicht beleuchtet, umgeben von verschwommenen digitalen Symbolen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt die aktuelle JIMplus-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs). Nur 19 Prozent der 14- bis 17-Jährigen fühlen sich auf Plattformen wie TikTok oder Instagram wirklich wohl – obwohl 76 Prozent sie regelmäßig nutzen.

Inspiration oder Zeitfresser?

82 Prozent der Befragten sehen soziale Medien als wichtige Informationsquelle. Doch der Preis ist hoch: 72 Prozent fühlen sich von wichtigen Aufgaben abgelenber, 55 Prozent empfinden die investierte Zeit als Verschwendung. Die Folgen sind messbar: 40 Prozent klagen über deutliche Konzentrationsmängel, 37 Prozent haben ein schlechtes Gewissen wegen ihres Nutzungsverhaltens.

Vergleichsdruck und problematische Inhalte

Besonders belastend wirkt der soziale Vergleich. Rund 70 Prozent der Jugendlichen verspüren Druck auf den Plattformen, 51 Prozent glauben, dass andere ein besseres Leben führen. Kein Wunder also, dass 47 Prozent die Generationen beneiden, die ohne soziale Medien aufgewachsen sind.

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Hinzu kommen problematische Inhalte:
- 71 Prozent begegnen regelmäßig Falschnachrichten
- 61 Prozent sind durch KI-generierte Inhalte verunsichert
- 43 Prozent stoßen auf extreme politische Inhalte
- 40 Prozent werden mit Hassrede konfrontiert

Auch Gewalt, Mobbing und Inhalte zu Essstörungen belasten die jungen Nutzer.

TikTok: Geliebt und gefürchtet

Unter den Plattformen sticht TikTok hervor. 39 Prozent bewerten den Dienst negativ – trotzdem hängen 13 Prozent täglich mehr als drei Stunden dort. Vor allem Mädchen würden TikTok am meisten vermissen, wenn die Plattform plötzlich weg wäre.

Die Jugendlichen selbst empfehlen für TikTok und Instagram ein Mindestalter von 14,5 Jahren, für Snapchat 14 Jahre und für YouTube 12,5 Jahre.

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Verbot oder Eigenverantwortung?

International wird heftig über Altersgrenzen debattiert. Eine EU-Expertenkommission schlug 13 Jahre vor. Frankreich verbietet Social Media ab September 2026 für unter 15-Jährige, Australien setzte bereits ein Verbot für unter 16-Jährige um.

Die Jugendlichen sind gespalten: 43 Prozent befürworten gesetzliche Altersgrenzen, 52 Prozent bezweifeln deren Wirkung. Nur 10 Prozent fühlen sich in der politischen Debatte überhaupt gehört.

Eine britische Studie liefert Argumente für Nutzungspausen: Teenager, die sechs Wochen auf Social Media verzichteten, schliefen besser, waren weniger gestresst und konzentrierter. Allerdings umgingen 39 Prozent bestehende Alterskontrollen.

Die JIM-Studienreihe wird im November 2026 mit weiteren Daten zur Mediennutzung fortgesetzt.

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